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Ernte

Erträge: Das Zauberwort heißt Regen

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Eleonore Ladebeck
am
05.08.2019

Der Bezirks-Bauernverband oberpfalz befürchtet deutliche Ernteeinbußen.

Es solle doch endlich nieseln, schütten oder auch nur tröpfeln: „Hauptsache, es kommt nass von oben“, darin waren sich alle einig auf dem Hof vom Wolfgang Plötz in Pitzling im Kreis Cham beim Erntepressegespräch für die Oberpfalz, zu dem der BBV geladen hatte.

Er habe schon sehr viele Sorgen angesichts der extremen Trockenheit, erklärte Josef Wutz, Präsident des BBV- Bezirksverbandes Oberpfalz. „Der April brachte zwar die Nässe, aber es war viel zu kalt“, erinnerte er an das Frühjahr. Dies bescherte den Pflanzen einen schlechten Start in neue Erntejahr. Doch bald darauf kündigte sich ein viel zu warmes Jahr an, das sicherlich wieder in einem Dürrejahr enden werde, bedauerte Wutz. Die Ernte falle von einem Feld zum anderen recht unterschiedlich aus. Rund um Schwandorf und Schwarzenfeld sind die Erträge der Wintergerste eingebrochen. „Die Ernte ist weitestgehend abgeschlossen und fällt unter dem Durchschnitt aus“, so die Bilanz des Präsidenten, zwischen 20 und 25 % Einbußen dürften es wohl werden.
Sorgen bereitet auch der Mais: Auch er leide unter den äußerst schlechten Wetterverhältnissen und schiebe schon die Fahnen, so Wutz. Die Notreife werde kommen, die Ausbildung der Körner sei schon jetzt abgeschlossen. Dasselbe treffe auch beim Weizen zu: „Zwischen 14 Tage oder gar drei Wochen früher werden wir heuer dreschen“, verkündet Betriebsleiter Wolfgang Plötz. Jedoch könnte im Gegensatz zum Getreide für den Mais noch eine geringe Chance bestehen, wenn es konstant zu regnen anfangen würde, dabei stimmten ihm allen Gesprächsteilnehmern zu. Dies bestätigte auch Pflanzenbauberater Wolfgang Alt vom AELF Cham. Die frühen Sorten hätten recht gute Erträge erzielt. „Bei den späteren Getreidesorten geht jetzt halt dieser Ertrag ab“, verkündet Alt die bisherige Auswertung des Amtes.
Was das Grünland betrifft, sieht es ebenfalls schlecht aus: Die ersten beiden Schnitte sind eingefahren und noch recht zufriedenstellend ausgefallen. Aber nun müssen die Landwirte mit den bisher erzielten Erträgen auskommen, denn die Wiesen sind braun: „Da ist nicht mehr viel zu erwarten“, ist Landwirt Plötz überzeugt. Dabei hat er es ohnehin noch etwas leichter, denn er betreibt Bullenmast und Ackerbau, Heu verkauft er an Pferdehalter, Weizen für Brot und Gerste als Viehfutter. Er setzt auf eine schonende Bearbeitung der Böden ebenso wie auf Mulchsaat, um das Wasser im Boden zu halten.
„Die Lage ist ernst“, pflichtet Kartoffelbauer Robert Ederer bei. Das Kraut der Kartoffeln steht und ist grün, „aber das sagt noch nichts aus“, so der Landwirt. Sollte der ersehnte konstante Regen nicht kommen, so würden die Knollen klein bleiben. Klein und höckerig waren die Früchte schon bei den letzten Proberodungen ausgefallen. Dazu komme noch der Drahtwurm, erklärte Ederer. „Die Larven dieses Schnellkäfers haben großen Durst und so halten sie sich an das, was noch am meisten Wasser hat, eben die Kartoffel“, erläutert er. Leider gebe es einer Auskunft nach keine zugelassenen Mittel, die den Schädling aus dem Boden vertreiben oder vernichten würden.

Thema beim Erntegespräch war auch die Artenvielfalt: „Wenn sich einer um den Erhalt der Artenvielfalt kümmert, dann sind das doch wohl die Landwirte“, betonte BBV-Bezirksbäuerin Rita Blümel. Deshalb hat es sich der Bauernverband auf die Fahnen geschrieben, darauf aufmerksam zu machen, wie beispielsweise mit der „BBV-Treckertour“. „Wir sorgen schon seit Jahren für Blühstreifen“, erklärte BBV-Präsident Josef Wutz am Feldrand, dies habe auch einen Grund: „Weil wir unsere bayerische Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt erhalten wollen“, so der Bezirkspräsident.

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