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Schweinehaltung

Ferkelerzeugung - mehr Wirtschaftlichkeit gefragt

Ferkel-ER LA
Externer Autor
am
07.01.2019

Mitgliederversammlung des Ferkelerzeugerringes Landshut tagt in Mirskofen

Mirskofen/Lks. Landshut „Wir werden nicht mehr“, blickte Vorsitzender Fritz Schäffer bei den beiden fachlichen Mitgliederversammlungen des Ferkelerzeugerringes Landshut im Gasthaus Luginger in Mirskofen und im Gasthof Rohrmeier in Feldkirchen auf das vergangene Jahr zurück. Mit Sorgen zählte er eine Reihe von Herausforderungen für die Ferkelerzeuger auf.
An oberster Stelle steht die Kastration und die damit verbundene Hoffnung, dass es irgendwie weitergeht. „Der 4. Weg muss kommen, denn wir brauchen eine praktikable Lösung. Alles andere wäre ein Katastrophenfall“, meinte er und berichtete, dass die Kontrollen, die von Region zu Region unterschiedlich gehandhabt werden, die Betriebe belasten. „Wir müssen umdenken, dazulernen und uns daran gewöhnen, dass wir regelmäßig kontrolliert werden“, erklärte Schäffer, der ein für beide Seiten erträgliches Maß forderte. „Wir sitzen alle in einem Boot und sollten auf Augenhöhe arbeiten“, war sein Wunsch. Zum Schluss machte er deutlich, dass die Ferkelerzeuger auf dem Markt für gute Qualität eine höhere Wertschöpfung erzielen müssen. „wir brauchen höhere Preise, sonst wird es keine flächendeckende Ferkelerzeugung mehr geben“, so der Vorsitzende, der feststellte, dass die Verbraucher für regionale Ware auch bereit sein müssen, einen höheren Preis zu zahlen.

Kundenzufriedenheit muss ganz oben stehen

Nach dem Grußwort von Thomas Schindlbeck, Vorsitzender vom Fleischerzeugerring Landshut und stellvertretender Vorsitzender vom Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredlung, stellte Maria Hager vom Fachzentrum Schweinezucht und haltung am AELF Landshut die Jahresergebnisse der Leistungsprüfung vor. Vorweg machte sie darauf aufmerksam, dass die Ferkelerzeugung am Schlachthaken endet. „Wichtig ist die Zufriedenheit der Kunden“, fügte sie hinzu. Nach ihrer Auskunft sind im Ferkelerzeugerring 18 spezialisierte Ferkelaufzuchtbetriebe mit 16460 Aufzuchtplätzen und 255 (-9) Ferkelerzeugerbetriebe mit 30076 (-758) Zuchtsauen. Ein Ultraschalltest wurde bei nur noch 6008 Jungsauen durchgeführt. „Das bedeutet wiederum einen Verlust von Betrieben“, bedauerte sie.

Bei Zuchtsauen über dem Bayernschnitt

Die Zuchtsauen pro Betrieb sind um 2 auf 120 angewachsen, was knapp über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Insgesamt wurden 761956 (-16167) Ferkel aufgezogen, was 24,9 (+0,2) aufgezogene Ferkel ergibt. „Damit liegen wir über dem Durchschnitt und sind gut dabei“, meinte sie. Beim Vergleich des oberen und unteren Viertels machte Hager eine Spanne zwischen 18,9 und 28,7 aufgezogene Ferkel aus. „Das ist ein stattlicher Unterschied von zehn Ferkeln“, kommentierte sie in diesem Zusammenhang. Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitskontrolle waren 2017/18 nach ihren Worten im Vergleich der letzten 20 Jahre sehr gut. „Aber die Ferkelerzeuger brauchen auch wesentlich höhere DkfL zur Finanzierung der steigenden Kosten für den zunehmenden Flächenbedarf für Tierwohl und Co. und die allgemein höheren Baukosten“, ergänzte sie.
Demnach hatten die Ferkelerzeuger direktkostenfreie Leistungen von 737 € bei 30 kg Ferkel und 533 € bei 8 kg Ferkel zu verzeichnen. Willi Wittmann von der EG Südbayern und Peter Lichtenegger von Südferkel informierten über die aktuelle Situation aus Sicht der Vermarkter. Zum Schluss gab es einen aktuellen Überblick über die Ringberatung.
Helga Gebendorfer
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