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Bauerninteressen

Fischotter, Wolf und Flächenfraß

Oberpfalzregierung_b
BLW
am
11.03.2019

Bauernverband Oberpfalz im Gespräch mit der Bezirksregierung

Regensburg Drängende Probleme der Landwirtschaft standen im Zentrum eines Gesprächs der Regierung der Oberpfalz mit den Bezirksspitzen des Bauernverbandes. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde an allen Regierungen in Bayern der neue Bereich „Ernährung und Landwirtschaft“ eingerichtet, um den Vollzug landwirtschaftlicher Aufgaben auf Ebene der Regierungsbezirke noch effizienter gestalten zu können. Bei der Regierung der Oberpfalz wird dieser Bereich von Johannes Hebauer geleitet.
Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, sah bei einem Gespräch mit dem BBV in dieser Organsiationsform große Vorteile: „Viele Entscheidungen, die wir hier treffen, z. B. zum Hochwasserschutz, zum Wassermanagement, zum Naturschutz oder bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, haben auch direkte Auswirkungen auf die Landwirtschaft“, betonte Bartelt gegenüber dem BBV-Bezirkspräsidenten Josef Wutz, Bezirksbäuerin Rita Blümel, dem Direktor der Hauptgeschäftsstelle Niederbayern/ Oberpfalz, Peter Huber, dem stellvertretenden Bezirkspräsidenten Oberpfalz, Ely Eibisch, der stellvertretende Bezirksbäuerin Irmgard Zintl und dem Leiter der Hauptgeschäftsstelle, Hubert Hofmann,
Ein wichtiges Thema der Gesprächsrunde waren die Probleme mit der wachsenden Zahl der Fischotter. Ely Eibisch schilderte die starke Zunahme des Fischotterbestandes im Bereich Tirschenreuth und die damit verbundenen Einbußen für die Teichwirtschaft. „Wir laufen hier Gefahr, ein Kulturgut der Oberpfalz zu verlieren“, warnte Eibisch. Wegen der besonderen Betroffenheit der Region wurde vom Landwirtschaftsministerium ein Pilotprojekt zum Fischottermanagement in den drei Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf und Cham initiiert. Die Vertreter des BBV baten mit Nachdruck darum, dieses Anliegen weiter zu unterstützen.

Auf den Wolf vorbereiten

Im Rahmen des Spitzengesprächs stellte sich auch der beim Landesamt für Umwelt angesiedelte neue Wolfsmanager für die Oberpfalz und den Veldensteiner Forst, Markus Martini, vor. Nur wenige Wölfe wurden bisher im Veldensteiner Forst und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr nachgewiesen. Bisher gab es erst zwei nachgewiesene Risse durch Wölfe in der Oberpfalz. „Risse werden zu 100 Prozent entschädigt. Der effektivste Schutz vor Wölfen ist ein entsprechender Zaunbau und der Herdenschutz mit Hunden“, erklärte der Wolfsexperte. Dies sei jedoch, hier bestand Einigkeit, für kleinere Betriebe zu kostspielig. Der Bauernverband sieht deshalb die neue Anwesenheit des Wolfes äußerst kritisch, Josef Wutz verwies auf Erfahrungen aus dem Alpenraum und ostdeutschen Regionen, wo es vermehrt zu Rissen gekommen sei, „obwohl die Herden ordnungsgemäß geschützt waren“. Um den aufkommenden Problemen frühzeitig entgegen zu treten, sei für Bayern ein Aktionsplan in Vorbereitung, „aber wir müssen auch in der Oberpfalz vorbereitet sein“, darin war man sich einig.
Diskutiert wurde beim Gespräch in der Regierung auch darüber, wie bei Bau- und Infrastrukturmaßnahmen der Flächenverbrauch einerseits minimiert werden kann, um so landwirtschaftliche Flächen möglichst zu schonen. Andererseits wolle man die dynamische Entwicklung der Oberpfalz nicht hemmen und müsse man der erhöhten Wohnungsnachfrage gerecht werden, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt. „Neben der Beratung der Kommunen durch die Sachgebiete Städtebau- und Wohnungsbau an der Regierung tragen diverse Fördermöglichkeiten dazu bei, mit attraktiven finanziellen Anreizen vorrangig die Innenentwicklung der Orte zu unterstützen und damit den Flächenverbrauch durch neue Baugebiete so gering wie möglich zu halten“, informierte Peter Thumann von der Regierung der Oberpfalz.

Dialog fortsetzen

„Die von uns besprochenen Themen betreffen nicht nur die Regierung der Oberpfalz und den BBV, sie liegen insbesondere auch unseren Bürgerinnen und Bürgern am Herzen, weil wir die anstehenden Herausforderungen nur in einem guten Miteinander mit den Landwirten bewältigen können“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt. Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig, den offenen Dialog auch in Zukunft fortzusetzen.

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