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Ausbildung

Geackert für eine erfolgreiche Ernte

Absolventen
Benedikt Grimm
am
03.04.2017

Weiden - 39 junge Landwirte aus der Oberpfalz erhalten nach bestandener Fortbildung den Meisterbrief.

Viel Zeit und persönlichen Einsatz haben 39 junge Landwirte in ihre Fortbildung investiert. Jetzt durften sie für ihren Fleiß die Ernte einfahren. Bei einem Festakt in der Weidener Max-Reger-Halle wurden den Absolventen die Meisterbriefe überreicht. „Sie hatten ein Ziel vor Augen und haben dafür auch geackert. Sie fahren heute gleichsam die Ernte ein“, sagte Landwirtschaftsdirektor Gerhard Gradl zu den Absolventen aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Bayreuth, Cham, Neumarkt, Neustadt an der Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und Tirschenreuth. Unter den frischgebackenen Landwirtschaftsmeistern sind vier Frauen.
Festredner Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, lobte das berufliche Ausbildungswesen in Deutschland. Durch eine Vervielfältigung der Einser-Schnitte bei Abiturprüfungen sieht er die Gefahr einer Entwertung dieses Schulabschlusses. „Solche Absolventen haben am Ende nur ungedeckte Schecks. Vor allem müssen wir aufpassen, dass vor dem Hintergrund der Überakademisierung die berufliche Ausbildung nicht zerrieben wird. Es wird Zeit, dass die bildungspolitische Debatte wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird“, betonte Kraus, der auch als Direktor eines Gymnasiums tätig ist.
Gerade bei der beruflichen Bildung habe er den Eindruck, dass das Leistungsprinzip noch nicht abgeschafft sei. „Denn es muss um Qualität gehen und nicht um Quote. Wer bereits bei jungen Leuten vorexerziert und vorlebt, dass das Leistungsprinzip etwas Unanständiges ist, der setzt ein ureigenes, demokratisches Prinzip außer Kraft“, erläuterte der Lehrerpräsident. Denn ohne das Leistungsprinzip würde wieder die Abstammung zählen und der Uradel das Sagen haben. Gleichzeitig werde das Sozialstaatsprinzip gefährdet. „Nur wenn Millionen etwas leisten, können Schwächere mitgetragen werden.
Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß lobte die Zusammenarbeit zwischen der Berufsschule Neustadt, der Landwirtschaftsschule in Weiden und der Höheren Landbauschule Almesbach als „sehr gut“. „Wenden Sie Ihr Wissen bitte konsequent an. Seien Sie offen für neue Techniken und tragen Sie dazu bei, die Grundlagen unseres Lebens zu erhalten“, bat Regierungspräsident Axel Bartelt.
Die Meisterbriefe überreichte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Hans Scharbauer. Bester Absolvent ist Stefan Fick aus Brensdorf im Landkreis Schwandorf, der einen Notenschnitt von 1,29 erreichte. Sebastian Wensauer (1,78) aus Reckendorf im Landkreis Cham war Zweitbester und Matthias Lippert (1,81) aus Wernersreuth Drittbester. Alle Absolventen dürfen sich über den Meisterbonus der Staatsregierung in Höhe von 1000 Euro freuen.

Goldener Meisterbrief für Ehepaar Wutz

Im Rahmen der Feierstunde wurden zwei Goldene Meisterbriefe an das Ehepaar Wutz aus der Gemeinde Schönthal im Landkreis Schwandorf verliehen. Josef Wutz legte im Jahr 1979 die Meisterprüfung ab, besuchte die Höhere Landbauschule und belegte Kurse an der Jungbauern- sowie der Waldbauernschule. Auf seinem Hof gab er sein Wissen an über 110 Schüler im Berufsgrundschuljahr weiter und bildete 15 Lehrlinge aus. Im Bauernverband ist er als Kreis-Obmann und stellvertretender Bezirkspräsident und darüber hinaus in vielen Ehrenämtern aktiv. „Wir wollen heute Herrn Wutz nicht nur ehren, sondern ihm auch Danke sagen für dieses außergewöhnliche Engagement“, sagte der Vorsitzende der AGM-Oberpfalz Friedhelm Bleicher.
Die Laudatio auf Christine Wutz hielt die AGM Frauenvorsitzende Brigitte Stautner. Die Meisterprüfung zur Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft legte Christine Wutz im Jahr 1981 ab. Seit 1989 bildete sie zehn Lehrlinge und viele Praktikantinnen aus. Seit dem Jahr 2003 ist sie Prüfungsausschussvorsitzende für den Beruf Hauswirtschaft und seit 1996 Mitglied im Prüfungsausschuss für die Meisterprüfung. Viel Zeit investiere sie auch in den VLF. „Zusammengefasst kann man zu Frau Christine Wutz sagen, sie ist ein großes Vorbild für unsere jungen Meisterinnen und Meister“, betonte Stautner.

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