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Schädling

Grünlandschädling - das geht an die Existenz

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
29.07.2019

Eine Engerling-Plage bedroht in den Regionen Passau, Regen und Freyung-Grafenau die Futterversorgung.

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Passau Eine Engerling-Plage treibt aktuell die Landwirte in der Region in die Verzweiflung. Wie Rollrasen lässt sich mancherorts im Grünland das Gras aufrollen, berichten Bäuerinnen und Bauern im Gespräch mit dem Leiter des AELF Passau, Robert Schnellhammer. Der hat sich selbst ein Bild von der Lage gemacht: „Es ist fast nicht möglich, Methoden oder Mittel zur Bekämpfung der Engerlinge vorzuschlagen“, weiß er. Denn auch die Pilzgerste, die man im ebenfalls betroffenen Oberösterreich propagiert, bringt wohl nicht den erwünschten Erfolg; in Deutschland ist sie ohnehin noch nicht zugelassen. Rund 500 ha sind derzeit alleine im Landkreis Passau befallen.

Die Maikäfer-Larven finden in diesem Jahr ein besonders gutes Umfeld: Wärme und Trockenheit begünstigen die Entwicklung, bis zu 200 Larven auf 1 m2 Fläche sind keine Seltenheit. „Begonnen hat das wohl vor allem in den extensiven Flächen, meistens in den Hanglagen“, so Schnellhammer. Da hier praktisch gar nicht mit Landmaschinen oder Tieren gearbeitet wird, werden auch keine Larven zerquetscht. Mittlerweile sei die Plage aber auch auf intensive Flächen übergesprungen. „Es gibt bereits erhebliche Ausfälle beim Futter“, so Schnellhammer. Der Kreisobmann von Freyung-Grafenau, Siegfried Jäger, sprach von einem „Katastrophenfall, der Landwirte in ihrer Existenz bedroht“.

Bis zu 1000 €/ha Schaden werden gerechnet, denn zum Futterausfall, der durch Zukäufe ausgeglichen werden muss, kommen noch Saatgut und Betriebsstoffe. Der Passauer Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Gerhard Waschler sicherte zu, sich im Ministerium stark zu machen für eine Prüfung möglicher Hilfen.

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