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Vereinigung

„Ja“ zur Hochzeit ohne Hindernisse

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
04.06.2018

Einstimmiges Votum der ostbayerischen Vertreter: EZG Südostbayern und EG Oberbayern bilden nach Verschmelzung die EZG Südbayern.

Es war eine Abstimmung, die von mehr als nur einem Redner als „historisch“ bezeichnet wurde: Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Landgasthofs Schwinghammer in Massing im Kreis Rottal-Inn beschloss die Vertreterversammlung der Erzeugergemeinschaft Südostbayern (EZG) mit Sitz in Pocking die Verschmelzung der traditionsreichen Vermarktungseinrichtung mit der Erzeugergemeinschaft (EG) Oberbayern für tierische Veredlung mit Sitz in Pfaffenhofen a. d. Ilm.
Damit entsteht, was die Zahl der Mitglieder anbelangt, die größte derartige bäuerliche Vermarktungsorganisation in Deutschland. Der Verschmelzung steht nichts mehr im Wege, denn bereits vor rund zwei Wochen haben die Vertreter der EG Oberbayern mit 93 % der Stimmen ihrer Vertreter dem zusammenschluss zugestimmt. In Ostbayern fiel die Zustimmung noch deutlicher aus: Es gab bei der, unter den Augen eines Notars durchgeführten, Abstimmung keine einzige Gegenstimme.
Hans Auer als Vorstandsvorsitzender der EZG Südostbayern und Johann Wagner als Aufsichtsratsvorsitzender betonten schon zu Bgeinn der Veranstaltung, dass es nicht ihr Ziel sei, Werbung zu machen für eine „Verschmelzung nur um ihrer selbst willen“, sondern dass ihnen vielmehr daran gelegen sei, die Vertreter mit guten Argumenten zu überzeugen. In einer Aufzählung von Fakten machte Auer deutlich, dass der Verschmelzungsgedanke schon längere Zeit gedacht und abgewogen worden sei.
Doch es habe sich in allen Gesprächen zwischen Ober- und Ostbayern deutlich herausgestellt: „Die beiden Unternehmen passen gut zusammen und gemeinsam sind sie in der Lage, sich den Veränderungen im Markt und im gesellschaftlichen Umfeld zu stellen.“ Auer machte deutlich, dass es vor allem ein Zusammenschluss „ohne Not und ohne Druck“ sei, der hier zur Debatte stehe. Die EG Oberbayern sei mit 5,8 Mio. € Eigenkapital ein kerngesundes Unternehmen, ebenso wie die EZG Südostbayern. Die gemeinsame Stärke sei nicht nur für die Effizienz der Unternehmen, sondern auch für ihre Verhandlungspositionen bei den Beteiligungen in Vilshofen, Landshut und in Waldkraiburg sowie bei sonstigen Abnehmern nur von Vorteil. Dass man sich auch menschlich verstehe, sei offensichtlich, schmunzelte Auer: „Wir haben seit zehn Jahren am Karpfhamer Fest einen gemeinsamen Stand.“
Dass bei beiden Unternehmen die Verschmelzung eine gute, ordentlich vorbereitete und wirtschaftlich vorteilhafte Entscheidung sei, dies bestätigte in seinem Verschmelzungsgutachten auch Hauptrevisor Johann Jobst vom Genossenschaftsverband Bayern, der zudem darauf hinwies, wie wichtig so ein Zusammenschluss auf schwieriger werdenden Märkten ist. Ähnlich argumentierte Niederbayerns BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler: „Es ist eine weitreichende Entscheidung, die aber dazu beiträgt, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.“
Dr. Richard Carmanns als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums unterstrich die Bedeutung einer heimischen Vermarktung, Bayern als starkes Land in der Fleischerzeugung sei auf verlässliche Marktpartner für die bäuerlichen Betriebe in Zukunft nöch stärker angewiesen.

Bei der abschließenden Abstimmung über die Verschmelzung ergab sich dann eine hundertprozentige Zustimmung. Noch im Juli soll der entsprechende Vertrag beim Notar unterschrieben werden, die Verschmelzung wäre dann rückwirkend zum 1. Januar 2018 gültig. Es entsteht durch diese Verschmelzung eine Vermarktungsorganisation mit rund 12 000 Mitgliedern und einem Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro.

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