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Vermarktung

Juradistel - Erfolg mit Zusammenarbeit

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Markus Bauer
am
22.07.2019

10 Jahre Juradistl: Nachhaltigkeitsarbeit für die Region / Minister Glauber vor Ort

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Dass zu einem zehnjähriges Jubiläum ein Staatsminister kommt – das muss schon eine besondere Bewandtnis auf sich haben. Zweifelsohne ist dies beim Anlass „Zehn Jahre Juradistl“ so. Denn hier arbeiten vier Landkreise und zwei kreisfreie Städte in der Oberpfalz – die Landschaftspflegeverbände Amberg-Sulzbach, Neumarkt, Regensburg und Schwandorf – erfolgreich zusammen. Grund genug für den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber zum Jubläum nach Schönhofen zu kommen.

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Das Naturfreundehaus war prädestiniert für die Feier. Denn selten hat man einen so schönen Blick auf die Juralandschaft, auf das Tal der Schwarzen Laber, wo auch Schäfer unterwegs sind, Landschaftspflege betreiben und schließlich auch das eine oder andere Lamm für das Projekt „Juradistl“ liefern. Neben dem Lammfleisch gibt es weitere Produkte: das Juradistl-Rind sowie Apfelsaftschorle aus Streuobstwiesen und Honig.

Weitere Juradistl-Produkte vorstellbar

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Auf die auch touristisch geschätzte Region, das Laber- sowie das Naabtal, verwies der Nittendorfer Bürgermeister Helmut Sammüller in seinem Grußwort. „Ich bin froh, dass es den Landschaftspflegeverband gibt“, betonte das Gemeindeoberhaupt. Von einer Erfolgsgeschichte sprach die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger. „Der Landschaftspflegeverband hat gute Strukturen, um diese Themen in die Fläche zu bringen. Die Kommunen und die Landwirtschaft sowie weitere Verbände und Einrichtungen arbeiten hier gut zusammen“, stellte Schweiger fest und verwies als Beispiel auf die Einbeziehung von Juradistl-Produkten in der Küche des Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land. Auch würdigte Schweiger den Einsatz der Landschaftspflegeverbände beim Gewässerunterhalt, sie verwies auf die interkommunale Zusammenarbeit und auf die rund 170 000 ha Juradistl-Fläche. Sie kann sich auch weitere Juradistl-Produkte vorstellen, „die unter Naturschutzaspekten hergestellt werden“, so die Landkreischefin. Und sie hofft auf eine Fortsetzung der Förderung nach dem Jahr 2020 – eine Steilvorlage natürlich für Minister Glauber.

Glauber für Fortsetzung des Juradistl-Projekts

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„Wichtig ist das gemeinsame Handeln“, stellte der Staatsminister zu Beginn seiner Rede fest. Wichtige Pfeiler seien die Landschaftspflegeverbände, die nahe zur Kommunalpolitik/Kommune angesiedelt sind. „Eine viel leichtere partnerschaftliche Arbeit ist dadurch möglich. Und es geht bei dem Thema auch darum, nicht das Trennende, sondern das Vereinende zu betonen. Zehn Jahre Juradistl sind zehn Jahre miteinander Nachhaltigkeitsarbeit für die Region“, so Glauber. Für ebenso wichtig hält er aber auch die Vermarktungsstrategie, also die Produkte, die letztlich „auf den Tisch“ gelangen. In diesem Kontext hob er auch die Zusammenarbeit mit dem Handwerk (vor allem Metzgereien) und der Landwirtschaft hervor. „Selbstverständlich bin ich für die Fortsetzung dieses Weges“, warf der Minister einen Blick nach vorne und empfahl, die Juradistl-Idee weiterzutragen. Schließlich gehe es auch darum, „die Jugend für eine nachhaltige Oberpfalz beziehungsweise ein nachhaltiges Bayern zu gewinnen“, so Minister Glauber.

„Juradistl“ ist auch ein Wirtschaftsfaktor

Nach der kurzen Vorstellung des Hauses und des Vereins der Naturfreunde durch Anton Mayer-Dick begaben sich die Ehrengäste mit den Kommunalpolitikern und Mitarbeitern der Landschaftspflegeverbände auf kurze Wanderschaft zu einem Jurahügel. Hier brachte Thomas Schwarz von der Firma landimpuls GmbH, die das Projekt „Juradistl“ begleitet, konkrete Zahlen und Gedanken zur Zehnjahres-Bilanz. So wurden 500 ha Magerrasen optimiert, 30 ha Fläche angekauft, 350 Beratungen für Landwirte organisiert und für 5,5 Mio. € Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt sowie 4,5 Mio. € in Transferleistungen (Vertragsnaturschutzprogramme) investiert. „Wir sind auch ein Wirtschaftsfaktor“, fasste Schwarz das Zahlenwerk mit einem Gesamtumsatz von ca. 24,3 Mio. € seit 2004 zusammen. Auch das sei ein Grund zur weiteren Unterstützung, meinte er in Richtung Umweltminister. Außerdem würden der hohe Sympathiewert bei der Bevölkerung, der Beitrag über die Landschaftspflegeverbände für den Naturschutz und das vielfältige Netzwerk dafür sprechen. Als Beispiel nannte Schwarz den wöchentlichen Tag der Nachhaltigkeit an den Mensen der Hochschulen in Ostbayern, wo Juradistl-Produkte angeboten werden.

Regierung der Oberpfalz Begleiter von Anfang an

Der stellvertretende Leiter der Umweltabteilung an der Regierung der Oberpfalz Klaus Meierhofer rief die Begleitung des Projektes durch die Regierung in Erinnerung und freute sich besonders über den Aspekt der Biodiversität und den integrativen Ansatz, die hier stark zur Geltung kämen. „Die Idee des Naturschutzes gelangt so auch an Leute, die sich sonst nicht so stark für Umwelt und Naturschutz interessieren. Wir von der Regierung der Oberpfalz begrüßen daher die Fortführung des Projekts nach dem Jahr 2020 und stehen gerne weiter an Ihrer Seite“, fasste Meierhofer zusammen.
Als Dank für seine Präsenz und zur Erinnerung überreichte Josef Sedlmeier, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Regensburg e. V., an Minister Glauber einen Juradistl-Grillschurz, den dieser natürlich an Ort und Stelle anprobierte. Glauber griff die Biotopvernetzung nochmals auf und wiederholte seinen Appell, das Juradistl-Projekt überall, wo es möglich ist, vorzustellen und zu erläutern – und damit Mut für Kollegen zu machen bzw. viele Nachahmer zu finden. Markus Bauer
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