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Unwetterschäden

Kräftige Hilfe für die Sturmgebiete

Horst Seehofer
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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
31.08.2017

Salzweg - Ministerpräsident Seehofer sagt den Waldbauern besondere Unterstützung zu.

Womit ist den Betroffenen am meisten geholfen? Diese Frage wollte der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Sturmkatastrophe, die Mitte August in den Waldgebieten enorme Schäden verursacht hatte, höchstpersönlich klären. Aus diesem Grund besuchte er die Gebiete in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen. Immer wieder kündigte Seehofer schnelle und kräftige Hilfe an – besonders für die Waldbauern. Bereits am Dienstag, dem 5. September, soll in einer Sitzung des Bayerischen Kabinetts über das Hilfspaket entschieden werden.

Seehofers Besuch begann mit einem Informationsgespräch im Passauer Landratsamt in Salzweg. Hier schilderten die Landräte von Passau und Freyung-Grafenau, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, die örtlichen Abgeordneten, Vertreter des Bauernverbandes, der Waldbauern-Vereinigungen und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau-Rotthalmünster sowie Vertreter weiterer Behörden die Lage nach dem verheerenden Sturm.
Im Landkreis Passau wird die Schadenssumme an Infrastruktur und Gebäuden laut Landrat Franz Meyer auf rund 40 Mio. € und in den Wäldern auf 70 bis 100 Mio. € geschätzt. Im Landkreis Freyung-Grafenau geht man von einem geschätzten Gesamtschaden in Höhe von rund 100 Mio. € aus, so Landrat Sebastian Gruber.

„Wir wollen helfen“, stellte daraufhin Ministerpräsident Seehofer klar. Er betonte, dass die Unterstützung unabhängig davon geleistet werden soll, ob im Landkreis Passau der Katastrophenalarm ausgerufen wurde oder wie im Landkreis Freyung-Grafenau nicht. Seehofer kündigte Hilfen für Privathaushalte und Gewerbetreibende, Infrastrukturmaßnahmen sowie die Land- und Forstwirtschaft an.

Schwerpunkthilfe für die Waldbauern

Da besonders in den Wäldern immense Schäden angerichtet wurden, soll hier der Schwerpunkt der Unterstützung liegen. Wie Soforthilfen konkret aussehen könnten, schilderte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Er hat bereits ein Programm ausgearbeitet, das Grundlage der Diskussionen im Kabinett sein soll. „Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass unsere Wälder unfallfrei aufgearbeitet werden. Deshalb sollen Maschinen eingesetzt werden, das ist mit hohen Kosten verbunden“, erklärte Brunner.

Zur Unterstützung der Waldbauern schlägt er deshalb Räumungskostenzuschüsse vor. Da durch die Aufarbeitung sofort Kosten entstehen würden, das Holz vielfach aber nicht postwendend verkauft werden könne, wirft Minister Brunner weiterhin Überbrückungshilfen in Form von zinslosen Darlehen ins Rennen. „Darüber hinaus ist logistische und organisatorische Unterstützung nötig“, fügte Brunner hinzu. Damit das Holz schnell weggebracht werden könne, solle unter anderem dafür gesorgt werden, dass auch an Samstagen und Sonntagen Abtransporte stattfinden dürfen. Zudem sprach der Minister von der unbürokratischen Anlegung weiterer Lagerkapazitäten.

Ministerpräsident Seehofer signalisierte, dass er von den Vorschlägen des Landwirtschaftsministers viel hält. Neben der Soforthilfe sprach er aber auch von struktureller Hilfe. „Wir müssen sehen, dass wir Handlungsbedarf haben, was den Waldumbau generell in Bayern angeht. Wir müssen die Wälder so umbauen, dass sie widerstandsfähiger gegenüber derartiger Wetterkapriolen werden. Deshalb wird auch ein Konzept entwickelt, wie wir den Waldumbau in Zukunft von Seiten des Staates fördern können“, so Seehofer.

Auf das Informationsgespräch folgte eine Busfahrt durch die betroffenen Gebiete vorbei an verwüsteten Wäldern und abgedeckten Häusern. Während der Fahrt wurde die Möglichkeit genutzt, weitere Details zu besprechen. BBV-Präsident Walter Heidl stellte klar: „Der Umbau der Wälder ist eine generelle Aufgabe, die wir bereits seit vielen Jahren unterstützen. Das muss man aber völlig unabhängig davon sehen, was hier passiert ist. Das hier ist eine Katastrophe. Eine solche kann auch in umgebauten Wäldern passieren.“

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