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Hannelore Summer
am
08.04.2019

Elisabeth Simon ist neue Leiterin der Landvolkshochschule Niederalteich.

Elisabeth Simon ist die neue Leiterin der Landvolkshochschule Niederalteich (LVHS). Mit der Bestellung der 55-Jährigen in diese Position endet eine längere Phase, in der die Leitungsstelle der LVHS nicht besetzt war. Als Pastoralreferentin hat Simon im Fachbereich Landpastoral der Erzdiözese München und Freising gearbeitet, als Erwachsenenbildnerin und Moderatorin ist sie in der kirchlichen Bildungsarbeit schon lange bekannt und geschätzt.

Josef Rottenaicher, ehemaliger und langjähriger Vorsitzender des Trägervereins, ist ebenso wie Helga Grömer überzeugt, dass mit Elisabeth Simon die ideale Leiterin für die bekannte Bildungseinrichtung gefunden werden konnte. Simon ist mit drei Geschwistern auf einem Einödhof im nördlichen Landkreis Erding aufgewachsen und lebt nun mit ihrem Mann und vier erwachsenen Kindern in Tiefenbach bei Landshut. Ihre Verbundenheit mit dem ländlichen Raum und der Landjugend, ihre Berufserfahrung und die Unterstützung durch ihre Familie geben ihr die Zuversicht, dass sie die Herausforderung, die LVHS zu leiten, gut schaffen werde, sagte sie im Gespräch mit dem Wochenblatt.
Am vergangenen Sonntag fand die Amtseinführung statt. Frater Vinzenz vom Kloster Niederalteich, Staatsminister Bernd Sibler,Vertreter der Kommunalpolitik, der Ehemaligengemeinschaft Niederalteicher Kreis, des Landesverbands der bayerischen Landvolkshochschulen, der Ämter für Ländliche Entwicklung und der kirchlichen Landvolkverbände begrüßten die Neue herzlich und boten ihr eine gute Zusammenarbeit an. Domkapitular Josef Fischer, Vorstandsmitglied des Trägervereins, unterstrich, dass dieser Sonntag durchaus ein Freudentag sei. Die Landvolkshochschule habe eine neue Chefin, die sich auch als Inspiratorin betrachte.

LVHS macht ein Begleitungsangebot

Bei ihrer Antrittsrede machte Simon deutlich, dass sie in der LVHS nicht alleine unterwegs sei. Bei einer ersten Begegnung mit Teilnehmerinnen der ersten Hauptkurse, die vor 50 Jahren noch drei Monate gedauert haben, habe sie tiefes Vertrauen erlebt. Das, was die Teilnehmerinnen in der Gemeinschaft damals erlebt haben, trage ein Leben lang. Daraus leite sie den Auftrag ab, Menschen zu begleiten, aber auch das Vertrauen, dass auch sie begleitet werde.
Ihr sei es wichtig, Persönlichkeiten zu bilden und Brücken zu bauen, auf denen man miteinander ins Gespräch komme. Nach dem Umbau und dem Wechsel im pädagogischen Personal – mit ihr beginnt auch Annette Plank als Referentin für Umwelt und Landwirtschaft ihre Arbeit – müsse erst einmal wieder Normalbetrieb einkehren.

Gerne hörten die Verantwortlichen, dass die LVHS auch weiterhin im Dreiklang der Bildungshäuser der Diözese Passau mit Spectrum Kirche in Passau und dem Haus Heilig Geist in Burghausen der Diözese lieb und auch teuer sei. Im September wird Bischof Oster die neue Hauskapelle einweihen und damit den aufwändigen Umbau der LVHS abschließen.

Fünf Fragen an die neue Leiterin der Landvolkshochschule Niederalteich

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Wochenblatt: Wo liegt Ihr Bezug zur Landwirtschaft und zum ländlichen Raum?
Simon: Ich bin ein Landkind. Ich bin mit drei Geschwistern auf einem Einödhof im Landkreis Erding aufgewachsen. Ursprünglich war es ein Milchviehbetrieb, aber die Eltern mussten umstellen. Ich bin mit Zucht und Mastschweinen aufgewachsen und musste viel mithelfen.
Wochenblatt: Was hat Sie an der Aufgabe, die LVHS zu leiten, gereizt?
Simon: Meine Familie und ich sind sehr mit der Landvolkshochschule am Petersberg (Kreis Dachau) verbunden. Daher weiß ich, was die Landvolkshochschulen leisten. Das möchte ich gut weiter entwickeln. Ich halte die Erwachsenenbildung für eine unheimlich wichtige Aufgabe. Da ist es mir wichtig, über den Tellerrand hinaus zu schauen und Brücken zu bauen zu Andersdenkenden. Mir ist der Dialog vor allem in Fragen der Landwirtschaft und der Natur wichtig und das mit dem Glauben zu verbinden und zu verantworten. Spannend finde ich, als Frau in der Kirche unterwegs zu sein und Leitung zu übernehmen.
Wochenblatt: Welche Angebote möchten Sie den Landwirten machen?
Simon: Die Hauptkurse haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als sehr wertvolle Zeit erlebt: Ich habe mich weiter entwickelt, ich habe über den Tellerrand geblickt und andere Dinge gesehen. Ich habe Gemeinschaft erlebt, ich habe Glauben erlebt und ich habe streiten gelernt. Das sind bleibende Aufträge. Ich halte das Brückenbauen für ganz wesentlich. Wie wichtig das ist, haben wir beim Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ gesehen. Eine der Krankheiten war, dass es so stark emotionalisiert war. Da muss eine sachliche Diskussion her. Da wollen wir dagegensteuern, dass die einen über die anderen schimpfen, ohne über die Sache Bescheid zu wissen.
Das Angebot muss bunt gefächert bleiben, damit ich die verschiedenen Seiten anspreche, damit das Gefühl da ist, wir sind als Vermittler unterwegs. Wir bestärken die Menschen darin, sich ihre eigene Meinung zu bilden, die auch zu äußern und miteinander Probleme zu lösen.
Wochenblatt: Welche Impulse möchten Sie dem ländlichen Raum geben?
Simon: Ich kann mir vorstellen, dass das in Richtung „soziales Dorf“ geht, die Zusammenarbeit Kirche und Kommune finde ich spannend. Wie sichern wir die Zukunft, wo sind Lebenschancen, dass das Leben sozial ist?
In guten menschlichen Begegnungen und Beziehungen hängt sehr viel Energie drinnen. Ich möchte einladen, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Ich möchte erst mal fragen, was ist es denn, was Ihr brauchen könntet, was fehlt und wo sind Energie und Lust da, anzupacken?
Aber ich muss erst ankommen und hineinwachsen. Erste Kontakte sind der Trägerverein, die Ehemaligengemeinschaft und die Bürgermeister der Kommunen in den umgebenden Landkreisen. Das Weitere sehen wir dann. Man kann gerne Wünsche an mich heran tragen.
Wochenblatt: Wie geht es mit dem Ökosozialen Forum Niederalteich weiter?
Simon: Ich gehe davon aus, dass das hier verortet bleiben wird. Im Mai ist eine Jubiläumsveranstaltung mit Mitgliederversammlung. Da entwickeln wir dann weitere Perspektiven.

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