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Veranstaltung

Milchviehhaltung - Zwischen Tierwohl und Markt

Rinderhaltung Niederbayern
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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
08.01.2018

Anständige Milchproduk­tion – faire Bedingungen für Mensch und Tier“: lautete das Motto des 2. Niederbayerischen Milchviehtages, der in Eging am See stattfand.

Das Fachzentrum für Rinderhaltung Pfarrkirchen hatte zusammen mit den Ämtern in Niederbayern, den Vermarktungspartnern, den Molkereien und Verbänden die Veranstaltung für milchviehhaltende Betriebe organisiert. Leitender Landwirtschaftsdirektor  Robert Schnellhammer, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau, konnte zahlreiche Milchviehhalter aus ganz Niederbayern begrüßen. Durch den Tag führte Tobias Fegg vom Fachzentrum Rinderhaltung Pfarrkirchen.

Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern referierte zum Thema „Welche Milch will der Einzelhandel?“ In diesem Zusammenhang spielt seiner Überzeugung nach das Verbraucherverhalten eine wesentliche Rolle. Hochwertige Produkte,  Regionalität und Bio zu einem Preis, den sich die breite Masse der Verbraucher leisten kann, werde nachgefragt und deshalb  vom Handel angeboten. „Dabei rückt das Tierwohl und der Tierschutz immer mehr in den Fokus der Verbraucher“, so der Experte. Der Online-Handel mit Lebensmitteln werde in den nächsten Jahren zunehmen und den Wettbewerb beim Lebensmitteleinzelhandel verschärfen. „Das Überangebot an Milch führt zu Problemen, sowohl beim Absatz als auch beim Auszahlungspreis der Landwirte. Darauf muss reagiert werden, sonst wird der Strukturwandel beschleunigt“, warnte Ohlmann.

Oft reichen kleine Schritte für eine besseres Tierwohl

Am „Runden Tisch“ zum Thema Tierwohl sind Politik, Handel und Verbände im Gespräch. Dr. Jan Harms leitet seit fünf Jahren diese Arbeitsgruppe am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und berichtete über seine Arbeit. „Unser Fokus liegt auf dem Austausch zum besseren Verständnis untereinander“, so Harms. In dieser Runde konnten Forschungsprojekte mit dem Ziel praxisnaher Lösungen zum Beispiel zum „Richtigen Veröden der Hornanlage“ begonnen und praxisnahe Umsetzungen erzielt werden. Zum Diskussionsstand bei der Anbindehaltung stellte Harms klar, dass es derzeit keine schnellen und einfachen Lösungen gibt, aber: „Nichtstun ist auf jeden Fall der falsche Weg“. Ziel des Runden Tisches bleibe es, ein Konzept zur langsamen Umstellung auf Laufstall- oder Kombinationsgestaltung zu entwickeln.

Dr. Ulrike Sorge vom Eutergesundheitsdienst Bayern erläuterte  am Beispiel des selektiven Trockenstellens, wie Tierwohl und Verbraucherschutz zusammen funktionieren können. „Der Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung wird von Seiten der Verbraucher, aber auch von Verbänden kontrovers diskutiert“, hielt die Expertin fest. Auswertungsergebnisse des  Projektes  „RAST“ würden zeigen, dass im Durchschnitt der Betriebe der Antibiotikaeinsatz um 30 Prozent reduziert werden kann. Aber: „Eine gezielte Antibiotikagabe nur nach Diagnose allein reicht nicht aus, um die Eutergesundheit zu gewährleisten. Optimale Haltungs- und Hygienebedingungen und eine bedarfsgerechte Fütterung haben einen großen Einfluss auf die Kuhfitness und damit auch auf die Eutergesundheit“, so Dr. Sorge.  Dabei sei die Trockenstehphase für die Eutergesundheit extrem wichtig, weil nur in dieser Zeit eine Mastitis ausgeheilt werden kann. Dr. Sorge empfiehlt, dass nur Betriebe mit guter Eutergesundheit sich an das selektive Trockenstellen herantasten sollen, indem sie es an 1 bis 2 Tieren ausprobieren.  

Zum Thema „Tierwohl“ stellte Georg  Hammerl vom LVFZ Achselschwang die Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierwohls im Laufstallbetrieb dar. Oft seien es kleine Schritte, die sich positiv auf das Tierwohl und den Arbeitskomfort auswirken. „Regelmäßige Wartung von Laufflächen, die Verwendung von Gummimatten, die Sanierung des Futtertisches und der Kuhbürsten – das kann in jedem Stall geleistet werden“, betonte Hammerl. Tägliche Kontrolle der Tränken auf Sauberkeit sei unabdingbar und die Schlagwörter „Platz – Licht – Luft – Sauberkeit“ sollten immer präsent sein.

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