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Schafhaltung

Miteinander die Zukunft anpacken

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Helga Gebendorfer
am
19.03.2018

Die niederbayerischen Schafhalter sind mit der Entwicklung zufrieden und ziehen eine positive Bilanz.

Es kann so weitergehen wie im Moment“, fasste Vorsitzender Helmut Knöll bei der Jahreshauptversammlung der 119 Mitglieder starken Vereinigung Niederbayerischer Schafhalter in Rottersdorf die Situation zusammen. Insgesamt blickte er zufrieden zurück auf das vergangene Jahr. Die Lämmer sind gut gewachsen und erzielten ordentliche Preise. „Wir können nicht jammern“, meinte der Vorsitzende, dem es wichtig war, die Bevölkerung für die Schäferei zu begeistern und für ihre Probleme zu sensibilisieren.
In den Grußworten dankte Xaver Hagn, 2. Bürgermeister von Landau an der Isar, den Schafhaltern für ihre Arbeit und wünschte ihnen gute Preise für Fleisch und Wolle. Von Landesverband Bayerischer Herdbuchgesellschaft und Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter soll eine GbR gegründet werden, informierte Joseph Grasegger, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Schafhalter. Nach seiner Auskunft bringt sich der Verband in Sachen „Große Beutegreifer“ massiv in den zuständigen Gremien ein und erstellte ein Positionspapier. „Unsere Perspektive wird immer besser“, stellte er fest und bat seine Kollegen, sich im Schadensfall bei den zuständigen Behörden zu melden. Zum Schluss lud er zum 100-jährigen Jubiläum des Landesverbandes ein, das heuer vom 7. bis 9. September in Triesdorf gefeiert wird. „Die Verbände und Organisationen sind der Grundstock in der Schafhaltung. Sie nehmen alle Pro-bleme an und versuchen, sie zu lösen“, versicherte er.
 

Niederbayern ist nach Oberbayern der schafsreichste Bezirk

Niederbayern ist mit fast 1000 Betrieben und 35 000 Mutterschafen nach Oberbayern der schafreichste Bezirk, stellte Josef Konrad, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Pfaffenhofen mit Fachzentrum Kleintierhaltung, fest. Schafhalter hätten ein positives Image in der Gesellschaft. Deshalb bat er diese, das Gespräch mit den Mitbürgern zu suchen, von ihrer Arbeit zu erzählen sowie Kontakt zu Behörden wie Veterinäramt, Untere Naturschutzbehörde und AELF zu halten. Darüber hinaus bestätigte Konrad, dass die Perspektive für Weidehalter beim Reizthema Wolf immer besser werde und es eventuell möglich wird, bestandsregulierende Maßnahmen vorzunehmen.
Robert Lechner, stellvertretender Vorsitzender des Erzeugerrings für Mastlämmer (ER) und Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Bayerischer Schafhalter (EG), berichtete, dass der ER seit 2012 defizitär arbeitet. „Aus diesem Grund wurde er nun stillgelegt, aber nicht aufgelöst“, erklärte er und teilte mit, dass die Sammelstellen nach wie vor von der EG gemanagt werden.
Für die EG lief 2017 relativ zufriedenstellend, es wurden erstmals seit vier Jahren mehr Lämmer als im Vorjahr verkauft. Problematisch seien die nicht schlachtfähigen Lämmer, besonders an den Sammelstellen. „In Zukunft gibt es stärkere Preisabschläge und nicht schlachtfähige Lämmer werden nicht mehr angenommen“, kündigte er an. Über Geprüfte Qualität Bayern wurden 2017 von momentan zehn zertifizierten Betrieben rund 1500 Lämmer an Rewe vermarktet. Für dieses Jahr gibt es eine Zusage für höhere Stückzahlen, vor allem in Form von Teilstücke-Verkauf.
„Der Wollmarkt ist unberechenbar. Er wird in Australien und China ausgemacht“, wusste der Vorsitzende der Woll-EG, Martin Brickel. China sei Hauptabnehmer und dort werde auch sämtliche Wolle verarbeitet. 2017 zeigte sich der Markt stark schwankend und die heimischen, etwas gröberen Wollen standen stark unter Druck. Erfreulicherweise stieg der Preis im Jahresverlauf auf 1,50 €/kg
für Merinowolle an. Insgesamt konnte die 44 Mitglieder starke Organisation letztes Jahr 80 t verkaufen. Brickel forderte seine Kollegen auf, auf Qualität zu achten. Das bedeutet Sauberkeit sowie Trennung der Wolle nach Rassen und Farben.
In einem Fachvortrag beleuchtete Johanna Hilke von der Tierarztpraxis Dr. Heinz Strobel den Mineralstoffbedarf für Schafe und Lämmer. Dabei informierte sie über Bedeutung, Bedarf, Quellen und Ergänzungsmöglichkeiten. Im Anschluss zeigte Heinz Förder seinen Film über die wirtschaftliche Entwicklung der Schäferei. Zum Schluss wurden als Ausschussmitglieder für den Landesverband Tobias Vögerl sowie Josef Probst und Nachrücker Hans-Karl Denk gewählt.

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