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Dorfleben

Ein Mittelpunkt fürs ganze Dorf

Mia Goller
am
18.04.2017

Zeilarn - In Zeilarn (Lks. Rottal-Inn) gibt es jetzt einen Dorfladen mit vielen regionalen Produkten.

Dorfladen Zeilarn

Endlich ist es so weit: Nach monatelangen Vorbereitungen konnte jetzt der Dorfladen in Zeilarn an der Bundesstraße 20 im Landkreis Rottal-Inn eröffnet werden. Erschöpft aber glücklich zeigten sich die vielen Helfer bei der feierlichen Einweihung. Innerhalb zweier Monate haben sie scheinbar Unmögliches geleistet: Erst Anfang Januar war der Notartermin zum Kauf des ehemaligen Edeka-Ladens. Seitdem wurde renoviert, organisiert und eingerichtet. Dabei halfen Bürger, Gemeindearbeiter und örtliche Handwerker gleichermaßen mit. Jetzt präsentiert sich der Laden gut bestückt mit regionalen Erzeugnissen und Produkten des täglichen Bedarfs. Viele Kunden nutzen die Möglichkeit, am Ort einzukaufen. Eigentlich ist alles perfekt. Für Bürgermeister Werner Lechl ist dies aber nur das Gesellenstück. Er plant langfristig einen größeren Dorfladen mit Café.
Besieht man sich die Arbeit der vergangenen zwei Jahre, dann wird schnell klar: Zeilarn hat alles richtig gemacht. Nachdem der Ort an der B20 die Zusage für eine große Dorferneuerung vom Amt für Ländliche Entwicklung erhalten hatte, wurden Arbeitskreise gebildet. Dabei wurde neben anderem auch rasch erkannt: Die Besitzer des kleinen Edekas werden nicht ewig weitermachen. Die Nahversorgung ist in Gefahr. Zeilarn hat 2300 Einwohner, mehr als die Hälfte ist über 60 Jahre alt. Zwar sind noch viele Senioren fit mit dem Radl unterwegs, doch durch die Lage im Tal ist es mühsam, in die Nachbarorte zu gelangen. Es geht immer bergauf.

112 stille Teilhaber

Weitere Arbeitskreise waren tätig, bis schließlich eine Dorfladen UG, eine Unternehmer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, gegründet wurde. Dazu fanden sich 112 stille Teilhaber mit Anteilen ab 200 €. „Das ganze Dorf hat zusammengehalten, es geht auch nur, wenn alle dabei sind“, erklärt Bürgermeister Lechl. Jetzt steht er zufrieden mit Marktleiterin Michaela Hölzlwimmer zwischen den Regalen voller regionaler Spezialitäten. „Uns ist es wichtig, mit dem Dorfladen auch die regionalen Erzeuger zu unterstützen“, stellen die beiden fest. Brot und Semmeln stammen von einem Traditions-Bäcker, das Fleisch kommt von einem Metzger aus der Nähe, der selbst schlachtet. Das Gemüse ist direkt vom Bauern, es gibt Eier, Nudeln, Liköre und vieles mehr von Bauern aus der Umgebung und auch die Bioschiene wird bedient. Sogar ein Milchautomat ist geplant. „Da wollen wir aber den Bedarf noch ermitteln“, sagt Michaela Hölzlwimmer.
Das Geschäft wurde ohne Fördermittel errichtet, er muss also wirtschaftlich laufen. Bleibt zu hoffen, dass die Zeilarner ihren Dorfladen weiter so eifrig nutzen wie am Eröffnungstag. Dann kann nichts mehr schiefgehen.

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