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Ferkelring Landshut

Noch enger zusammenrücken

Helga Gebendorfer
am
09.01.2017

Landshut - Ferkelerzeuger und Schweine produzierenden Betriebe müssen sich auf einen noch härteren Wettbewerb einstellen.

Ferkelerzeuger Landshut


Bei der Mitgliederversammlung des Ferkelrings Landshut wurden die immer schwierigeren Rahmenbedingungen für die Erzeuger beleuchtet. Wir Ferkelerzeuger und Schweine produzierenden Betriebe müssen uns auf einen noch härteren Wettbewerb mit Schweinefleisch einstellen, wenn wir es nicht schaffen, unsere Bevölkerung von unserer Schweinefleischproduktion zu überzeugen“, stellte Vorsitzender Michael Wittmann bei der Mitgliederversammlung des Ferkelerzeugerrings Landshut im Gasthaus Luginger in Mirskofen fest. Dabei erinnerte er an die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, wo die Discounter noch größer werden und damit die Landwirtschaft weiter ins Hintertreffen gerät.
In diesem Zusammenhang begrüßte er die Gründung des regionalen Zusammenschlusses „Heimatlandwirte“ und des bayernweiten Vereins „Unsere Bayerischen Bauern“, die versuchen, die Verbraucher mit ins Boot zu holen und sie für die heimische Schweineproduktion zu sensibiliseren.
Seiner Meinung nach ist es unumgänglich, die Stalltüren für die Bevölkerung zu öffnen sowie die Erzeugung der Schweine transparent darzustellen. Auch die seuchenhygienischen Herausforderungen auf den Betrieben müssten angenommen werden, denn es gebe nichts zu verbergen. „Nur so können wir die Bevölkerung überzeugen und das Vertrauen in unsere Landwirtschaft wieder zurückgewinnen“, betonte Wittmann.
Die Grüße des Bauernverbandes übermittelte Niederbayerns BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler. „Die Ferkelerzeugung ist die mit am stärksten gebeutelte Sparte. Es ist momentan nicht einfach, auch wenn sich eine leichte Besserung abzeichnet“, erklärte er. Wenn die Gesellschaft auf regionale Erzeugung Wert legt, gehöre hier auch die Ferkelerzeugung dazu. „Deshalb brauchen die Betriebe in Zukunft vernünftige Preise“, forderte er. Nach seiner Auskunft stehen aktuell die Themen Kastenstandurteil, Kastration, Antibiotikagesetzgebung und Spielzeug in der Diskussion.
Jahresergebnisse werden vorgestellt
Die Jahresergebnisse stellte Maria Hager vom Fachzentrum (FZ) Schweinezucht und -haltung Landshut vor. Demnach reduzierte sich die Zahl der Herdbuchbetriebe auf 8 mit 641 Zuchtsauen. Die Zahl der Aufzuchtbetriebe beträgt unverändert 18 Betriebe mit 17 800 (+80) Plätzen. Im vergangenen Jahr wurden bei 256 Betriebsbesuchen 9958 Jungsauen geprüft, davon 7337 Herdbuch-Jungsauen.
Alles in allem haben an der Leistungsprüfung 280 (–32) Betriebe teilgenommen und es wurden 31 155 (–1850) Zuchtsauen bearbeitet, was 113,8 Zuchtsauen pro Betrieb ausmacht. Miteinander wurden 784 976 Ferkel (–36 777) aufgezogen, was 24,6 (+0,4) aufgezogene Ferkel pro Zuchtsau und Jahr bedeutet. Beim Vergleich des „unteren“ mit dem „oberen“ Viertel stellte sich heraus, dass ein Unterschied zwischen 19,1 und 28,1 Ferkeln besteht.
An der Wirtschaftlichkeitskontrolle (30-kg-Ferkel) nahmen 95 Betriebe teil. Sie erzielten im Durchschnitt 499 € Direktkostenfreie Leistungen (DkfL) pro Zuchtsau und Jahr bei einer Spanne zwischen 206 € und 705 €, also ein Unterschied von 500 €. Bei den 8-kg-Ferkeln erreichten die 25 Betriebe DkfL in Höhe von 265 € pro Zuchtsau und Jahr.
In den vergangenen 21 Jahren lag der DkfL-Durchschnitt bei 579 €, wobei die Ausschläge nach unten und oben immer weniger werden. „Im bayernweiten Vergleich steht Landshut bei den aufgezogenen Ferkeln nicht schlecht da, doch bei der Zahl der Zuchtsauen pro Betrieb gibt es noch Nachholbedarf“, kommentierte sie die Daten und wies darauf hin, dass vor allem viele kleine Betriebe und Betriebe mit bis zu 150 Zuchtsauen verloren gingen. Zudem hatte Maria Hager auch die Zahlen der Schweinemast mit dabei. So wurden im Fleischerzeugerring Landshut 1,3 Mio. Schweine abgerechnet, was 37 % aller Mastschweine in Bayern bedeutet.
Die täglichen Zunahmen lagen bei 800 g und die DkfL pro Tier bei 16 €. Damit sank die Wirtschaftlichkeit im vierten Jahr hintereinander. „Schweinemäster und Ferkelerzeuger müssen viel enger zusammenrücken, um mehr Erfolg zu haben“, lautete ihr Fazit.
Anschließend begrüßte der Vorsitzende Maximilian Hofinger, der künftig das Schweine-Team im FZ Landshut neben Jens Reimer, Maria Hager und Franz Murr verstärkt. Zudem verabschiedete Wittmann Ringberater Willi Edmaier, der beim LKV 38 Jahre, davon 36 Jahre für die Ferkelerzeuger, tätig war und im Oktober in den Ruhestand ging.
Beim Fachteil am Nachmittag beleuchtete Dr. Christian Melzig vom Tiergesundheitsdienst Landshut die Zitterkrankheit und die Ringberater  Ludwig Able und Josef Steckenbiller sprachen über Nachzuchtmanagement mit Farben bzw. modernes Ringmineralfutter. Seine Erfahrungen mit dem Ferkelpool stellte Praktiker Johann Faltermeier aus Sallingberg vor und FZ-Leiter Jens Reimer gab Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit.
Helga Gebendorfer

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