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Tourismustag

Mit der Region beim Gast punkten

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
23.04.2018

Der Tourismustag in Schönau im Landkreis Rottal-Inn stellt heimische Erzeuger in den Mittelpunkt.

Wie wird eine Region für Urlaubsgäste attraktiv? Diese Frage aus den verschiedensten Perspektiven zu beleuchten und zu beantworten, das ist die Zielsetzung für den Tourismustag des Landkreises Rottal-Inn, der bereits im dritten Jahr stattfand. Eingeladen sind Akteure aus allen Bereichen des Tourismus: Hoteliers, Gastwirte, Mitarbeiter von Behörden und Gemeindeverwaltungen ebenso wie von Reisebüros und Kurverwaltungen. Organisiert vom Sachgebiet Tourismus, standen in diesem jahr die landwirtschaftlichen Erzeuger regionaler Produkte im Mittelpunkt.

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Isabella Enggruber, Touristikerin im Pfarrkirchner Landratsamt, erläuterte den Grund für diese Entscheidung: „Region und Heimat sind Stichworte, die im Tourismus immer wichtiger werden. Wer bei uns Urlaub macht, der möchte auch kulinarische Genüsse kennenlernen, die für unsere Region typisch sind“, ist sie überzeugt. „Wir haben vielleicht keine Berge und keine Königsschlösser, aber wir bieten eine Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht“, bestätigte auch Landrat Michael Fahmüller. Man wolle zeigen, was die Erzeuger im Landkreis kulinarisch zu bieten haben. „Deshalb bieten wir Direktvermarktern und bäuerlichen Erzeugern aus Rottal-Inn die Möglichkeit, ihre Produkte nicht nur verpackt oder in Prospekten zu präsentieren.“ Beim Rundgang gab es dann auch Kostproben, die von Profi-Köchen aus den regionalen Erzeugnissen zubereitet worden waren. Schnell wurde deutlich: Die Region an Rott und Inn braucht kulinarisch und auch bei der Qualität der Produkte keinen Vergleich zu scheuen.
Ein ganz besonderes „regionales Produkt“ war dabei schon der Ort, an dem der Tourismustag ausgerichtet wurde: Die „Erlebniswelt Voglsam“ hat Besitzer Rupert Stadler auf dem Gelände seines landwirtschaftlichen Betriebes aufgebaut. Mittlerweile ist das breite Angebot überregional bekannt. Hier kann man Gokart fahren, sich als Baggerfahrer versuchen, in Baumhäusern übernachten oder den Mut in einer ausgeklügelten Kletteranlage testen. Spielplätze, eine Trampolinanlage und die Sommerrodelbahn runden das Angebot ab. „Rupert Stadler macht es vor: Neue Ideen entwickeln und umsetzen, das ist gerade im Tourismus wichtig“, so Fahmüller.

Voneinander lernen, sich austauschen

Waldemar Herfellner, Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung, schilderte die Beweggründe für die Einführung des Tourismustages: voneinander lernen, sich austauschen, andere Akteure im Tourismus kennenlernen, die Möglichkeiten der Vernetzung nutzen – aber eben auch erfahren, was es im Landkreis an nutzbaren Angeboten gibt, beispielsweise im Bereich der Direktvermarktung und bäuerlichen Erzeugung.
Aufgeteilt in Gruppen ging es dann ins Gelände des Erlebnisparks. An vier Stationen hatten Direktvermarkter die Möglichkeit, ihre Produkte vorzustellen. Der bekannte Spitzenkoch Ralf Jakumeit aus Straubing bekochte die Gäste zusammen mit seiner Crew und auch er schärmte von den Produkten vom Bauernhof: „Mir als Koch ist es am allerliebsten, wenn ich weiß, wo die Zutaten herkommen, die ich verwende – bäuerliche Erzeuger schätzen Qualität genauso wie ich als Koch“, so Jakumeit. Regionale und auch saisonale Produkte seien deshalb für ihn immer erste Wahl. „Jede Region und jede Jahreszeit hat ganz eigene Produkte, das macht den Reiz aus – mit Erdbeeren aus Übersee im Winter ein Dessert zubereiten ist keine Kunst“, ist er überzeugt. Und so zauberten die Köche aus wenigen Zutaten Speisen auf hohem Niveau, die auch Gourmet-Ansprüchen genügten. „Wenn ich ein gutes Rindfleisch aus der Region habe, dann muss ich mir überlegen, ob ich ein Steak aus Argentinien einfliegen lasse“, so Jakumeit.

Leckere Vielfalt vom regionalen Bauernhof

Den Beweis trat er eindrucksvoll an: Kalbskopf, Lammbries, Edelbrände, Eier, Gemüse und auch das wertvolle Wagyu-Fleisch: Diese und noch mehr Zutaten stammten von Betrieben aus der Region. Diese leckeren Kostproben kamen gut an bei den Gästen und manche waren wirklich überrascht von dem, was es bei heimischen Erzeugern zu erstehen gibt: „Eine ganze Reihe von Gästen hat uns gesagt, dass ihnen diese Qualität und diese Vielfalt in unserer Region bislang nicht bekannt waren“, konnte Isabella Enggruber am Ende des Tages bestätigen. Aber genau das sei ja auch Zweck des Tourismustages gewesen: „Wir wollen die Akteure zusammenbringen und zeigen, was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet – ich denke, das ist uns recht gut gelungen.“

Ein weiteres Angebot wurde den Teilnehmern am Tourismustag in Erinnerung gerufen. Wenn den Gästen schmeckt, was an regionalen Produkten in der Gastronomie verarbeitet wird, dann können sie im Rahmen des Tourismus-Programms „Rottaler Hoftour“ zumindest einige der Erzeugerbetriebe besuchen und sich hier ein Bild von der Landwirtschaft machen. „Die heimischen Landwirte sind also wichtige Partner im Tourismus, als Anbieter von Beherbergungsmöglichkeiten ebenso wie als Erzeuger und Gestalter unserer Kulturlandschaft“, bekräftigte Isabella Enggruber.

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