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Werksschließungen

Scharfe Diskussionen zum Zucker

CdL_Zucker (1)
Markaus Bauer
am
11.03.2019

Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbands beim Club der Landwirte

Adlersberg/Lks. Regensburg Vor dem aktuellen Hintergrund der Schließungsankündigung für die zwei Zuckerfabriken der Südzucker AG Brottewitz und Warburg gewann die Vortragsveranstaltung des Clubs der Landwirte im Gasthaus Prößl enorm an Bedeutung. Referent war Dr. Fred Zeller, der Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer, zum Thema „Rübenanbauer der Südzucker AG – Rohstofflieferanten und Mehrheitsaktionäre“.

„Hier in der Region sind die Rübenanbauer tief verwurzelt, und der Rübenanbau ist wichtig für die Betriebsergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe“, stellte Zeller zum Beginn fest. Er machte aber auch deutlich, dass bei Zuckererzeugern eine andere wirtschaftliche Basis gegeben sei als bei anderen klassischen Ackerkulturen. Die Strukturen und damit verbundenen Eckdaten der Zuckerindustrie stellte Zeller einleitend vor: ca. 15 000 aktive Zuckerrübenanbauer, 35 000 Kapitalgeber in der SZVG (Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft), die zusammen mit dem Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (bestehend aus sieben Regionalverbänden) im Wesentlichen alles rund um die Zuckerrüben koordiniert. „Der Schwerpunkt liegt aber im Freistaat Bayern“, bekannte der Referent und verwies historisch auf das frühere Werk in Regensburg. Und auf einen anderen wichtigen Aspekt wies er hin. „Ohne Beteiligung der Bauern gäbe es die Zuckerfabriken nicht. So hält derzeit bei der Südzucker AG die SZVG 58 %, 10 % die österreichische Gruppe und 32 % befinden sich im freien Besitz.Unter anderem nannte er aktuelle Herausforderungen, die sich nach der Abschaffung der Zuckerquote und der Änderungen bei der regulatorischen Quote ergeben. „Das geht nur im Miteinander der beteiligten Einrichtungen“, mahnte der Geschäftsführer. Kritik übte Zeller an der Tatsache, dass es in elf EU-Ländern Ausgleichszahlungen für den Rübenanbau gebe, nicht aber in Deutschland. „Es geht nun darum, das Zuckersegment der Südzucker AG wieder rentabel zu machen, die Produktion auf das Niveau zu bringen, das im Binnenmarkt auch abgesetzt werden kann“, verteidigte er die angekündigte Schließung der von Werken. Etwa 700 000 t Produktion müssten abgebaut werden.
In der bisweilen sehr hitzigen Diskussion, bei der Zeller von Horrorverlusten zwischen 150 und 250 Mio. € sprach, ging es um den Rübenpreis, die Frage der auch künftig zu erwartenden Überproduktion, die Auslastung der weiter bestehenden Zuckerfabriken, die Verbandsarbeit bzw. fehlende Reformen und unzureichende politische Lobbyarbeit. Bau
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