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Ostbayern

Schlachthofstruktur wird umgesetzt

von , am
23.02.2015

<b>Landshut/Vilshofen</b> - Versammlungen der Erzeugergemeinschaft Südostbayern

Ehrengäste und Referenten der EG Südostbayern: (v. l.) Prokurist Erwin Hochecker, Aufsichtsratsvorsitzender Johann Wagner, BBV-Bezirkspräsident Niederbayern Gerhard Stadler, die Rottaler Kreisbäuerin Paula Hochholzer, Landwirtschaftsamts- leiter Josef Eichenseer, Vorstands- vorsitzender Hans Auer, der Betriebsleiter des Schlachthofs Pfarrkirchen Christoph Brunner und Vize-Aufsichtsrats- vorsitzender Willi Wittmann. © Foto: Gerhard Gruber
Trotz schwieriger Marktlage konnte ein respektables Ergebnis in allen Vermarktungssegmenten und Bilanzen erreicht werden, berichtete Vorstandsvorsitzender Hans Auer bei den Mitgliederversammlungen der Erzeugergemeinschaft Südostbayern. Ein weiteres Kernthema war die zügige Umsetzung des Schlachthofstrukturplanes Südostbayern. Zahlreiche Bäuerinnen und Bauern begrüßte Aufsichtsratsvorsitzender Johann Stadler bei den Versammlungen.
Es sei schockierend, so der niederbayerische BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler in seinem Grußwort bei der Versammlung in Staudach/Lks. Rottal-Inn, wenn die Tierschutzorganisation „Animal Peace“ in einer Veröffentlichung schreibe: „Wir verneigen uns vor dem Held der Freiheit“, einem Bullen, der den 61-jährigen Landwirt getötet habe. „Die Tierhaltung und die tierische Vermarktung ist für die Bauern in Bayern existenziell“, so Stadler. Es sei natürlich absolut notwendig, den Antibiotikaeinsatz auf ein notwendiges Minimum zu beschränken, so der BBV-Bezirkspräsident. Den Bauern empfahl er die Teilnahme an der Initiative „Tierwohl“, er hoffe auf viele Anmeldungen.
Eine Einschätzung der aktuellen Lage gab Vorstandsvorsitzender Hans Auer. Fleisch sei zwar weltweit begehrt, aber die Exporte von Schweinefleisch seien massiv eingebrochen. Lediglich beim Rindfleisch sei der Export in etwa stabil. Anhand von Statistiken zeigte Auer Tendenzen und Entwicklungen auf. Für den derzeitig niedrigen Schweinefleischpreis von 1,28 €/kg nannte er mehrere Ursachen. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 117 % und rund 1,1 Mio. Schlachtungen pro Woche sei man auf den Export angewiesen. Russland habe 2012 noch eine Million Tonnen Schweinefleisch importiert. 2015 rechne man mit einem Export von 375 000 t zum östlichen Nachbarn. Auch der Verfall des Rubels belaste den Import. „Die höheren Exporte an Südkorea, Philippinen und Japan können diese Exporteinbußen nicht wettmachen“, analysierte Auer. Und auch in Deutschland sei die Nachfrage nach Fleisch außer nach Rindfleisch ebenfalls zurückgegangen. „Alternative Drittlandmärkte sind nur schwer zu erschließen“, meinte Auer. Diese Situation drücke daher auch auf den Preis.
Den scheinbaren Streitpunkt zwischen Markt- und Hauspreis sieht Hans Auer für die Erzeugergemeinschaft Südostbayern nicht gegeben. Während bei norddeutschen Abnehmern 2014 sieben Mal ein Hauspreis angewandt wurde, habe die EG Südostbayern diese Preisdifferenzen von bis zu 25 ctaufgefangen. „Trotzdem ist unsere Erzeugergemeinschaft finanziell gut aufgestellt“, so Auer.
Diese Feststellung belegte er dann auch mit aktuellen Zahlen: bei einem Gesamtumsatz von rund 350 Mio. € betragen die Rücklagen rund 19 Mio. und die liquiden Mittel rund 18 Mio. €. Trotz der schwierigen Marktlage lag das Geschäftsergebnis 2014 bei rund 1,1 Mio. €. Der Investitionsplan für 2015 weise rund 3 Mio. € auf.
Kaum ein Einwand kam von den Landwirten bei der Vorstellung des Strukturplanes der EG. Waldkraiburg werde zukünftig der Schlachthof für Rinder und auf 4500 Großvieheinheiten ausgebaut sein. Die Schweineschlachtungen werden in Landshut (21 000 Mastsauen) und Vilshofen (20 000 Mastsauen) erfolgen. Für die beiden Schlachthöfe sind Investitionen von rund 14 Mio. € vorgesehen. Die Schlachthöfe in Pfarrkirchen und Straubing werden geschlossen. Positiv bewertete der Vorstandsvorsitzende auch die Verschmelzung mit der Ferkelerzeugergemeinschaft der Oberpfalz. Gerhard Gruber
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