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Ostbayern

Schwarzwild in den Griff bekommen

von , am
19.05.2015

<b>Landshut</b> - Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im BBV Niederbayern.

Die im Amt bestätigte Vorstandschaft mit den Referenten der Tagung: (v. l.) stellvertretender BBV-Bezirkspräsident Alois Bauer, ARGE-Sprecher Georg Sachsenhauser, die beiden Beisitzer Alois Koller und Max Kastenhuber, stellv. ARGE-Sprecher Alfons Hack, Peter Stieglbauer vom AELF Landshut, Forstassessor Patrick Halbauer und Schwarzwildprojekt-Leiter Niels Hahn. © Foto: BBV
Erstmals trafen sich die Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften aus Niederbayern mit den Kreisgruppensprechern des Bayerischen Jagdverbandes aus Niederbayern zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Thema war das viel diskutierte Projekt „Brennpunkt Schwarzwild - Projekt zur Entwicklung innovativer regionaler Konzepte“. Als Referent hatte die Arge Projektleiter Niels Hahn eingeladen, der in einem ausführlichen Vortrag die in den verschiedenen Modellregionen erarbeiteten „Schwarzwild-Konzepte“ vorstellte.
Experte Hahn stellte dabei klar, dass es nicht eine alleinige Methode gebe, um vor Ort das Schwarzwild „in den Griff“ zu bekommen, sondern dass nur angepasste Maßnahmenbündel zum Erfolg führen können. Neben einem revierübergreifenden Kirrjagdkonzept stellte der Referent das Schwarzwildinformationssystem dar. Die webbasierte Kommunikationsplattform hilft Jägern, Landwirten und Förstern beim Informationsaustausch bei Schwarzwild relevanten Fragen: Wo stecken die Sauen gerade, wo sind aktuelle Schadensschwerpunkte, wo wurden z. B. in letzter Zeit Sauen erlegt? All diese Informationen können bei der Schwarzwildjagd helfen.
Intensiv diskutiert wurde im Rahmen der Versammlung die Erprobung von Nachtzielgeräten in den Projektregionen. Zwar wurden von einigen Jägern ethische Bedenken angeführt, ein Großteil der anwesenden Jäger und Jagdvorsteher sprach sich eindeutig für die Nachtzieltechnik bei der Schwarzwildjagd aus. Auch das Thema „Saufang“, das im Rahmen des Pilotprojektes jedoch nicht untersucht wurde, war ein nicht unumstrittenes Thema in der Diskussion.
Die zuvor abgehaltenen turnusgemäßen Neuwahlen bei der ARGE der Jagdgenossenschaften im BBV, Bezirksverband Niederbayern, bestätigten das bewährte Führungsteam. Als Sprecher wurde Georg Sachsenhauser aus Kröning im Amt bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wählten die Jagdvorsteher aus ganz Niederbayern Alfons Hack aus Obermiethnach. Außerdem wurden Alois Koller (Drachselsried) und Max Kastenhuber (Hargassen) als Beisitzer bestätigt. Der stellvertretende BBV-Bezirkspräsident Alois Bauer gratulierte der neu gewählten Vorstandschaft und dankte für die bisherige und künftige konstruktive Zusammenarbeit in der Bezirksvorstandschaft.
Forstassessor Patrick Halbauer vom BBV Generalsekretariat in München referierte über das Thema „Eigenbewirtschaftung durch die Jagdgenossenschaft“. Halbauer zeigte dabei auf, dass die Eigenbewirtschaftung durchaus ein probates Mittel sei, um bei Problemen mit Schwarz- oder Rehwild als Jagdgenossenschaft unmittelbaren Durchgriff auf die Art der Bejagung zu haben. „Bevor man die Jagd verschenkt und auch noch den vollen Wildschadensersatz als Jagdgenossenschaft übernehmen soll, lohnt es sich zu überprüfen, ob man nicht doch eine Eigenbewirtschaftung anstreben sollte“, so Halbauer.
Peter Stieglbauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berichtet über das Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung in 2015. Wesentliche Neuerungen gäbe es laut Stieglbauer nicht. Er forderte jedoch die Jagdvorsteher dazu auf, öfter bei den Revierbegängen mit dabei zu sein.
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