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Waldbau

Ein turbulentes Jahr für Waldbesitzer

Waldbesitzerverband Hemau
Markus Bauer
am
04.12.2017

Die Waldbesitzervereinigung Hemau w. V. hatte zur traditionellen Herbstversammlung eingeladen, um Informationen im Rückblick auf die Saison und im Ausblick auf den Herbst und Winter zu geben.

Das Interesse am Wald ist groß. Mit über 120 Zuhörern bzw. Mitgliedern war der Saal des Landgasthofes Ferstl-Bruckmeier fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Waldbesitzervereinigung Hemau w. V. hatte am letzten Donnerstag zur traditionellen Herbstversammlung eingeladen, um Informationen im Rückblick auf die Saison und im Ausblick auf den Herbst und Winter zu geben. Darüber hinaus stellte sich der neue WBV-Förster Jakob Kiechle mit seinem Referat „Wiederaufforstung, Chancen und Risiken heimischer Baumarten unter veränderten klimatischen Bedingungen“ den Mitgliedern vor.

Von einem „turbulenten Jahr“ sprach in seiner Begrüßung der WBV-Vorsitzende Friedrich Rahm. Damit meinte er vor allem die Schäden durch den Borkenkäfer, die Auswirkungen des Sturms Kolle im Passauer Land, aber auch die Diskussionen um den im Raum Kelheim geplanten Nationalpark sowie um die Stromtrassen und die Gasleitung. „Sie haben eine starke Vertretung durch die WBV“, bestärkte Rahm die Mitglieder und verwies auf die weiteren Dachverbände, in denen die WBV Hemau Mitglied ist und ihre Interessen gut vertreten weiß.

Bauwirtschaft boomt

Als ereignisreich, aktiv und ebenfalls turbulent charakterisierte Geschäftsführer Josef Achhammer die zurückliegenden Monate. In seinem Rückblick stellte er fest, dass im Frühjahr zwar viel Holz fertiggestellt, aber wenig gemeldet worden sei. „Wir haben das aber bewältigt und die Holzmengen untergebracht. Doch die Abnehmer waren ab April/Mai dann voll“, schilderte der Geschäftsführer.

Als positiven Aspekt nannte er die boomende Bauwirtschaft, die vor allem viel Schnittholz brauchte, weshalb es zu „Preiskorrekturen nach oben“ gekommen sei. „Der Käfer kam ziemlich früh, heftig und anhaltend, die Prognosen haben gestimmt“, ging Achhammer auf den gravierenden Borkenkäferbefall ein. Bereits im Juli seien daher größere Holzeinschläge nötig geworden, „bis September wurden 12 000 Festmeter Käferholz – ohne Brenn- und Häckselholz – geschlagen“, blickte der Geschäftsführer zurück.

Aufgrund von Engpässen bei den Maschinen habe das Holz oft auch nicht schnell genug weggefahren werden können. „Die Lage im Holzmarkt war im August angespannt, und dann kam am 18. August der Gewittersturm im Raum Passau“, erläuterte Achhammer. Die Folgen: Lieferstopp und ab September sinkende Holzpreise. „Im August konnten wir noch zu den alten Verträgen vermarkten und erhielten Zusatzmengen“, berichtete der WBV-Funktionär.

Er verwies auch auf die Verblauung des Holzes schon vor dem Einschneiden und auf die Entspannung der Käfersituation im September aufgrund der Niederschläge. „Aber das Käferthema ist nicht zu Ende“, warnte er eindringlich. Nach allgemeinen Überblicken und Analysen zum Privat- bzw. Staatswald, zur (überwiegend positiven) Wirtschaftslage global, in Europa und Deutschland und einer Marktanalyse des Sägeholzes warf Achhammer einen Blick auf die Holzpreise. Diese seien in nahezu allen Segmenten konstant, der Käferholzabschlag mindere aber etwas. Wenig gefragt seien das Verpackungsholz und Buche, bei der Buche zeichnen sich aber neue Abnehmer ab.

Der seit Jahresanfang bei der WBV Hemau tätige Förster Jakob Kiechle – seit Herbst als Teilzeitkraft – referierte zum Thema „Wiederaufforstung, Chancen und Risiken heimischer Baumarten unter veränderten klimatischen Bedingungen“. Dabei beleuchtete er vor allem die Schädlinge, die andere Bäume neben der Fichte befallen.

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