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Bauernverband

Umweltleistungen deutlich machen

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
25.06.2018

Die niederbayerische Bauernverbands-Spitze tagt in einem Maisfeld der Familie Sachsenhauser.

Die Landwirtschaft setzt sich deutlich mehr für den Natur- und Bodenschutz ein, als dies in der Öffentlichkeit bekannt ist: Darin waren sich die Mitglieder der Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes in Niederbayern einig, nachdem die turnusgemäße Sitzung nicht im Bürogebäude des BBV in Landshut, sondern auf landwirtschaftlichen Flächen der Familie Sachsenhauser in Kröning durchgeführt worden war.

Landwirte schützen auch freiwillig Natur

„Jeder zweite bayerische Landwirt beteiligt sich an freiwilligen Agrar- umweltmaßnahmen. Rund ein Drittel der Flächen wird über Maßnahmen aus dem bayerischen Kulturlandschaftsprogramm oder aus dem Vertragsnaturschutzprogramm bewirtschaftet. Und auch in Niederbayern sind mehr als die Hälfte der rund 15 000 Betriebe in diesen Umweltprogrammen engagiert“, betonte BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler, der zu dieser „Freiluft-Sitzung“ auch eine Reihe von Medienvertretern begrüßen konnte, denn: „Wir müssen unsere Leistungen in diesem Bereich auch der Öffentlichkeit noch mehr bewusst machen!“
Neben den staatlichen Programmen gebe es, wie Gerhard Stadler betont, auch viele Eigeninitiativen. Dazu gehöre auch die Aktion „Blühende Rahmen“ des Bauernverbandes, bei der sich Betriebe bereit erklären, an den Feldrändern vielfältige Blumenkulturen auch ohne finanziellen Ausgleich anzusäen.
Manche Betriebe bieten auch Flächen als Ausgleichsmaßnahmen für bauliche Eingriffe in Kommunen an. So zum Beispiel der Betrieb Sachsenhauser in der Gemeinde Kröning. Georg Sachsenhauser hat vor einigen Jahren eine Streuobstwiese angelegt, deren Pflege auch von ihm übernommen wird. „Diese Wiese steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen, wenn hier einmal Obst wachsen wird – denn Obst ist ja dazu da, eingesammelt und gegessen zu werden“, sagt Georg Sachsenhauser. Und auch für die Schulen und Kindergärten könnte die Wiese ein schönes Ausflugsziel sein.
Gerhard Stadler und die Mitglieder der Bezirksversammlung zeigten sich von dieser Idee begeistert: „Wichtiges Ziel des Bayerischen Bauernverbandes ist, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Dazu gehört auch, nicht einfach Grundstücke als Ausgleichsmaßnahmen aufzukaufen, sondern gemeinsam mit den Bauern den ökologischen Ausgleich sicherzustellen, zum Beispiel auch über produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen“, so der Bezirkspräsident. Diese Möglichkeit sollte von Kommunen und Unterer Naturschutzbehörde viel besser genutzt werden. „Ich weiß, dass man dort von dieser Idee nicht immer begeistert ist, aber das soll uns nicht davon abhalten, diese Möglichkeit ins Spiel zu bringen.“

Mit Zwischenfrüchten Erosion vorgebeugt

Allein in Niederbayern sind es derzeit über 40 000 Hektar, auf denen zum Beispiel blühende Saatenmischungen als Zwischenfrüchte angesät, Randstreifen an Gewässern und Waldrändern geschaffen werden oder ganz auf die Bewirtschaftung verzichtet wird. Ein wichtiges Ziel ist dabei auch die Vermeidung von Erosion auf den Flächen. „Gerade bei den lokalen Starkregenereignissen in den letzten Wochen zeigte sich, wie schwierig es ist, bei großen Wassermassen den wertvollen Humus auf den Flächen zu halten“, erinnerte Gerhard Stadler.
Und auch in diesem Bereich ist der Betrieb Sachsenhauser besonders engagiert. Mit entsprechenden Geräten zur Mulchsaat und Minimalbodenbearbeitung wird sichergestellt, dass möglichst ganzjähriger Bewuchs auf den Flächen vorhanden ist und damit die Erosionsgefahr größtmöglich vermieden wird. „Die Starkregenereignisse der letzten Wochen haben uns gezeigt, dass wir richtig liegen, denn der gute Boden ist trotz großer Wassermengen da geblieben, wo er hingehört“, betont Georg Sachsenhauser.
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