Login
Versammlung

Vorsorge ist unverzichtbar!

Wutz
Thumbnail
Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
16.10.2017

Regensburg - Der BBV-Bezirksvorstand Oberpfalz befasst sich unter anderem mit der Afrikanischen Schweinepest.

Große Sorgen bereitet der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im benachbarten Tschechien. Dies wurde bei der Diskussion zum Tätigkeitsbericht von Präsident Josef Wutz im Rahmen eines Treffens des BBV-Bezirksvorstandes Oberpfalz in Regensburg sehr deutlich. Für den Menschen und andere Tiere als Haus- und Wildschweine besteht durch die Afrikanische Schweinepest keine gesundheitliche Gefahr, berichtete Wutz. „Weil es aber keine Impfmöglichkeiten für Haus- und Wildschweine gibt, hätte ein Ausbruch der Seuche für diese Tiere erhebliche Folgen“, warnte er. Es müssten Sperrgebiete und Beobachtungsgebiete eingerichtet werden, die Märkte würden erheblich gestört. „Für die landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweinehaltung hätte dies existenzbedrohende Folgen“, so Wutz.

Der Bezirksvorstand war sich einig, dass alles getan werden müsse, um die Übertragung der Krankheit in der Oberpfalz verhindern. Wichtig ist dabei zum einen, dass durch Reisende aus den betroffenen osteuropäischen Ländern inklusive Russland und aus Sardinien kein Schweinefleisch und keine Wurstwaren nach Deutschland eingeführt werden. „Schon eine achtlos an einem Autobahnrastplatz weggeworfene Wurstsemmel kann von einem Wildschwein gefressen werden und das Virus so weiterverbreiten,“ gab der BBV-Bezirkspräsident zu bedenken. Besonders wichtig sei daher neben den Vorsichtsmaßnahmen im Reise- und Transportverkehr und einer strikten Hygienepraxis in den schweinehaltenden Betrieben auch eine konsequente Regulierung der Wildschweinbestände, um die Übertragungswege der Krankheit wirksam einzudämmen.

Appell an die Landräte

Vorstandsmitglieder berichteten allerdings, dass der Ernst der Lage in einigen Landratsämtern wohl noch nicht hinreichend erkannt worden sei. Vor allem bestehe kein Verständnis, wenn Anträge von Jägern auf Saufänge und Nachtsichtvorsatzgeräte in den Landratsämtern abgelehnt und damit die notwendige Bejagung der Wildschweine erschwert würde. Stellvertretender Präsident Ely Eibisch berichtete in diesem Zusammenhang, dass nach einem Gespräch bei der Regierung hier durchaus rechtliche Möglichkeiten gegeben seien. „Zuständig sind aber die Landratsämter und Beispiele aus anderen Regierungsbezirken zeigen, dass hier Genehmigungen deutlich leichter erteilt werden“, so Eibisch.

Die Versammlung einigte sich deshalb darauf, die Landräte der Oberpfalz nochmals eindringlich in einem Schreiben auf die Gefahren und wirtschaftlichen Risiken durch die Schweinepest hinzuweisen und dafür zu werben, dass alle rechtlichen Möglichkeiten zur Intensivierung der Jagd auf Schwarzwild ausgeschöpft werden. „Auch bei der Trichinenschau, bei der verkehrsrechtlichen Genehmigung von Bewegungsjagden und bei der Einrichtung von Konfiskat-Sammelstellen für Wildschweineaufbruch sind die Landratsämter gefordert, kostengünstige Lösungen für die Jagdausübenden anzubieten, damit eine Seuchenausbreitung wirksam verhindert werden kann“, machten Wutz und Eibisch eindeutig klar und sie gaben zu bedenken: „Die dabei entstehenden Kosten für den Landkreis sind vergleichsweise gering im Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Schaden im Seuchenfall“.

Zu Beginn des Treffens des BBV-Bezirksvorstandes Oberpfalz, bei dem der Austausch über aktuelle landwirtschaftliche Themen in der Region im Mittelpunkt stand, berichtete Andreas Puchner vom Generalsekretariat in München über die neue Düngeverordnung. Als wesentliche Änderungen wurden u. a. zusätzliche Dokumentationspflichten bei der Düngebedarfsermittlung, längere Sperrfristen und kostenintensive technische Vorgaben bei der Dünger­ausbringung vorgestellt. „Der Bayerische Bauernverband hat sich bereits sehr früh intensiv in die Diskussion um die Düngeverordnung eingebracht“, erinnerte Puchner. Damit habe man einige „sehr fragwürdige“ Auflagen verhindern können.

Hoffen beim Milchpreis

Milchwirtschaftsexperte Dr. Hans Jürgen Seufferlein informierte über die Neuerungen bei den Milchorganisationen und über den aktuellen Milchmarkt. Die gestiegene Fettnachfrage und die Preisentwicklung am Fettmarkt lasse derzeit auf stabile und vielleicht sogar noch steigende Milchpreise hoffen. „Dies ist nach den Preiseinbrüchen der letzten Jahre für die Betriebe auch dringend erforderlich“, so Dr. Seufferlein.

Auch interessant