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Wald - eine schlechte und schwierige Zeit

WBV_Sommer-Revierfoersterin
Markus Bauer
am
05.08.2019

Die Waldbesitzervereinigung Hemau lädt zu einer außerordentliche Mitgliederversammlung.

Hemau/Lks. Regensburg Aktuell sei eine „schlechte, schwierige Zeit“, geprägt von einer schlechten Marktposition. Auf diesen Nenner brachte Josef Achhammer, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Hemau, die Stimmung. Daher hatte die WBV zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen.

Achhammer ging auf Entwicklungen im Holzmarkt ein. Beim Papierholz habe es Einbrüche gegeben, da eine Papierfabrik in Plattling die Produktion zurückfahren musste. Ein Teil des für dieses Unternehmen vorgesehenen Holzes liege noch auf Lager oder sei zu Brennholz umfunktioniert worden. Beim Sägeholz lägen große Mengen bei den Sägewerken, „die Einschnitte laufen auf hohem Niveau“, so der Geschäftsführer. Dazu komme viel Schadholz auch aus Österreich, Tschechien und der Schweiz. Eine Folge sei ein Preisrückgang ab dem 2. Quartal gewesen. Die Waldbauern hätten daher auch nur wenig Holzeinschläge gemacht. Bei der Analyse der Holzpreise (Kurzholz) wies Achhammer auf einen weiteren Preisverfall jetzt im Juli hin, der „unter der Schmerzgrenze“ liege. Bessere Preise würden derzeit für Langholz bezahlt, weshalb der Geschäftsführer diese Variante empfahl, aber auch zum Eigenverbrauch riet.
Die Thematik „Borkenkäfer“ behandelte WBV-Förster Jakob Kiechle, der zunächst die Käfersituation in den vergangenen Monaten beschrieb. Lediglich der kalte Mai habe die Entwicklung etwas gebremst. Ebenso informierte Kiechle über das bisher vermarktete Schadholz, sinnvolle bzw. gewünschte Holzlängen und das richtige Herausbringen von Käferholz aus dem Wald – am besten insektizidfreie Verbringung.
Über die Förderungsanreize zur insektizidfreien Borkenkäferaufarbeitung referierte die zuständige Revierförsterin Lisa Büsing. „Borkenkäferbekämpfung ist Pflicht eines jeden Waldbesitzers“, verdeutlichte sie gleich zu Beginn ihrer Ausführungen. Hauptziele seien vor allem der Waldschutz, die Verringerung des Insektizideinsatzes und eine zügige Aufarbeitung und Abfuhr des Schadholzes. Die Revierförsterin erläuterte die möglichen Förderungen und die Beantragung bzw. Abwicklung der Förderung durch die WBV.

Mit dem Hinweis, dass neue Lagerplätze in Thonlohe und Haugenried geplant sind, endete die Versammlung.

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