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Erzeugergemeinschaft

Weg in die Zukunft geebnet

ESO-Vertreterversammlung-2
Markus Bauer
am
01.07.2019

ESO-Vertreterversammlung stellt Weichen für neue Wahlperiode / Beirat gewählt.

ESO-Vertreterversammlung-1

Die Basis für die neue Amtsperiode 2019 bis 2024 hat die ESO (Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh Oberpfalz w. V.) jetzt geschaffen. Bei der Vertreterversammlung in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums in Schwandorf wurde der neue Beirat gewählt. Dieser bestimmt dann die Vorstandschaft. Über eine gute und erfolgreiche Arbeit berichteten der 1. Vorsitzende Alois Weig und Geschäftsführer Heinrich Promberger. Im Fachreferat sprach Prof. Dr. Heiner Bollwein zum Thema „Kälbergesundheit optimieren – wie geht das?“

Erfreut über die gute Teilnahme seitens der Landwirte als auch von Vertretern der Verbände, Ämter und Behörden zeigte sich in seiner Begrüßung der Vorsitzende Alois Weig. „Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns“, stellte er einleitend in seinem Tätigkeitsbericht fest – auch wenn finanziell am Ende ein Minus stand, bedingt unter anderem durch Investitionen in den Fuhrpark und den heißen Sommer 2018 mit zum Teil weniger vermarkteten Tieren (Schweine, Rinder). Aber auch europa- bzw. weltweite Aspekte (Handelskrieg zwischen USA und China, Brexit, afrikanische Schweinepest) würden sich auswirken, ebenso Diskussionen und Vorschriften beim Tierschutz und -wohl. Auch sprach Weig das Konsumverhalten an, „landwirtschaftliche Produkte werden von den Medien in Misskredit gezogen“, empörte er sich. Ein weiterer Punkt: „Die Übernahme des Volksbegehrens durch die Politik ist unverständlich“, kritisierte der Vorsitzende. Kurz ging er auf die einzelnen Tiergruppen ein. Bei den Schweinen werde eine Steigerung auf 140 000 bis 150 000 prognostiziert, während die Bullenmast ihm Sorgen bereite. „Mit unserem Fleckvieh brauchen wir uns nicht verstecken“, stellte Weig fest. Auch berichtete er, dass die ESO im Jahr 2018 einen weiteren Abnehmer aufgenommen habe und die Transporte vermehrt mit eigenen Fahrzeugen leiste. „Wir müssen weiterhin gute Qualität erzeugen und immer konsequenter vom Markt her denken, auch Qualitätsprogramme annehmen“, appellierte er an die Vertreter. Im Blick auf die Zukunft verwies er auf eine kostengünstige Gestaltung des Vermarktungsweges, das heißt, eine bessere Organisation der Touren und frühzeitige Anmeldung des Schlachtviehs.
Auch das in drei Jahren anstehende 50-jährige ESO-Jubiläum, deren Vorsitzender er seit 25 Jahren ist, hat Weig bereits vor Augen. „Die ESO ist auf einem guten Weg“, fasste der Vorsitzende zusammen.
Mit vielen Zahlen zu den Vermarktungsmengen in den einzelnen Kategorien, den Preisen und den mittel- bzw. langfristigen Entwicklungen vertiefte Geschäftsführer Promberger die Ausführungen des Vorsitzenden. Dabei gab er bekannt, dass neben den Fahrzeugen auch ins Personal investiert werde, um für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet zu sein. Besonders hob er die „extreme Steigerung bei den Stückzahlen der Schweine“ hervor und machte daauf aufmerksam, dass sich bisweilen die schlechte Maisernte des Jahres 2018 auf die Schlachtkörper ausgewirkt habe.
Landwirtschaftsdirektor Georg Mayer, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf, sprach in seinem Grußwort von „schwierigen und bewegten Zeiten für die Landwirtschaft“ und ging nochmals auf das Volksbegehren ein. Auch er sieht hier einige zu klärende Punkte (30 % Ökolandbau, Vorschriften beim Wiesenmähen) und dankte Weig für seine erfolgreiche Arbeit.
Über die Verbesserung der Kälbergesundheit referierte Prof. Dr. Heiner Bollwein, Direktor der Klinik für Reproduktionsmedizin der Vetsuisse Fakultät der Universität Zürich. Der aus dem Landkreis Schwandorf stammende Wissenschaftler beleuchtete die Besonderheiten des Nutztieres Kalb (vor allem bei und nach der Geburt), ging auf Krankheiten ein und stellte fest: „Der Einsatz von Antibiotika ist nicht mehr die Zukunft“. Stattdessen plädierte er für ein Management aus Vorsorge und gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Anhand zahlreicher Aspekte und Maßnahmen zeigte er Möglichkeiten auf, um die Gesundheit der Kälber zu optimieren. „Die ersten Lebenswochen sind entscheidend für die spätere Leistung der Kälber, der Milchkuh und der Masttiere“, riet Bollwein. Und er fasste seine Ausführungen zusammen: „Erkrankungen verhindern statt behandeln!“

Beirat gewählt

Aus den sieben Oberpfälzer Landkreisen wurden jeweils zwei Beiräte für die ESO gewählt. Für den Landkreis Amberg-Sulzbach Jürgen Bodendörfer (Birgland) und Georg Donhauser (Illschwang); für den Landkreis Cham Michael Christoph und Thomas Ruhland (beide Rötz); für den Landkreis Neumarkt Ludwig Stiegler (Seubersdorf) und Johann Schön (Parsberg); für den Landkreis Neustadt/Waldnaab Gerhard Bärnklau (Weiden) und Heike Lehner (Windischeschenbach); für den Landkreis Regensburg Johannes Gassner (Sinzing) und Gerhard Schmid (Brunn); für den Kreis Schwandorf Johann Gleixner (Bodenwöhr) und Stefan Kiener (Schwandorf); für den Kreis Tirschenreuth Andreas Grillmeier (Tirschenreuth) und Hermann Prölß (Krummennaab).

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