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Der Welthandel birgt Chancen und Risiken

Externer Autor
am
16.04.2019

Die Milcherzeugergemeinschaft Weiden von kann von Jahr zu Jahr neue Rekordmilchmengen vermelden.

Neustadt-Milch

Neustadt a. d. Waldnaab Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich unvermindert fort. Während die Milcherzeugergemeinschaft Weiden von Jahr zu Jahr weniger Mitglieder zählt, kann Vorstand Manfred Venzl ebenso im Jahresturnus neue Rekordmilchmengen vermelden. Für die verbleibenden Mitglieder hat das auch Vorteile.

Denn erstmals wurde die Marke von 275 000 kg Milch je Erzeugerbetrieb gerissen. Laut dem Milchkaufvertrag mit der Privatmolkerei Bechtel steht jedem Lieferanten jetzt ein Zuschlag von 0,3 ct/lg Milch zu. Bisher waren es lediglich 0,25 ct. In Summe lieferten die 352 Mitgliedsbetriebe – im Vorjahr waren es noch 365 – 104,88 Mio. kg Milch. Im Jahr 2017 belief sich die Summe auf 98,92 Mio. kg. „Seltsamerweise ist die Milchmenge trotz dem Dürrejahr nicht zurückgegangen“, sagte Venzl. Ohne Dürre wäre es wohl zu einem Anstieg von 2 bis 3 % mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Preis gekommen. So aber zeigte sich der Vorstand zufrieden. „Wir haben eine Abnahmegarantie mit garantierten Preisen und das Risiko trägt die Molkerei und am Ende gibt es einen Bonus. Ich denke wir haben viel erreicht“, fasste der Flosser zusammen. Geschäftsführer Hans Winter präsentierte das Zahlenwerk des wirtschaftlichen Vereins, der auf gesunden Beinen steht, was von Kassenprüfer Hans Pröls bestätigt wurde.
„Ein Geschäft muss immer so gestaltet sein, dass beide Seiten zufrieden sind und sich auch danach wieder zusammensetzen“, sagte Reinhold Witt. Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sprach von einem zwar unübersichtlichen Markt, sieht aber keine Anzeichen einer Krise. „Solange Sie sich einig sind und das Wir vor das Ich stellen, dann kommen Sie auch weiter“, betonte Witt.
Geschäftsbereichsleiter Georg Müller und Geschäftsführer René Guhl von den Naabtaler Milchwerken gingen auf aktuelle Entwicklungen auf dem Milchmarkt ein. Global sei die Milchmenge um 3,1 % gestiegen. Im Vergleich mit dem Weltmarkt sei der Milchpreis in der EU momentan überdurchschnittlich hoch. Dazu komme noch eine ungünstige Wechselkurssituation. Dabei sei der Handel für die bayerische Milchwirtschaft aufgrund der hohen Überversorgung ein wichtiges Instrument und ein Garant für die erfolgreiche Entwicklung. Der Weltmilchhandel sei 2018 auch wieder stärker gewesen als im Vorjahr – vor allem aufgrund von China, das wieder mehr importiere. Neben Milchpulver gingen inzwischen auch Butter, H-Milch und Käse in das fernostasiatische Land. Auch ein ungeordneter Brexit würde auf die bayerische Milchwirtschaft Auswirkungen haben. Benedikt Grimm
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