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Beutegreifer

Wolf - wenn er aber kommt...

Wolf
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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
25.04.2019

Man fragt sich manchmal schon, ob es sich beim Wolf um ein Raub- oder um ein verkanntes Kuscheltier handelt.

Kreibich

Es ist manchmal schon grenzwertig, was man heute aus einigen Ecken zu hören bekommt, wenn man es wagt, Sorgen oder Bedenken zu äußern rund um das vermehrte Auftauchen des Wolfes in Ostbayern. Panikmache lautet da oft der Vorwurf, die paar Tiere seien doch keine ernsthafte Gefahr, schon gar nicht für den Menschen und für gerissene Tiere, da bekommen die Bauern doch eh’ schon wieder eine Entschädigung – so lauten die gängigen Argumente.

Man fragt sich manchmal schon, ob es sich beim Wolf um ein Raub- oder um ein verkanntes Kuscheltier handelt, für das man vielleicht schon bald ein Volksbegehren starten sollte: „Rettet den Wolf!“ – mit einem netten Bild auf den entsprechenden Plakaten könnte das mit vielen Unterschriften in städtischen und damit wolfsfernen Rathäusern durchaus zum Erfolg werden.

Aber jetzt einmal im Ernst: Denkt irgendeiner der selbsternannten Wolfsschützer eigentlich auch einmal an die Landwirte, die auf ihren Weiden die gerissenen Tiere finden? Ist es im Sinne des Tierschutzes, wenn durch Wolfsattacken verletzte Tiere jämmerlich verrecken?

Glaubt wirklich jemand, dass man die Landwirte, die sich Sorgen machen um ihren Tierbestand, mit ein paar Euro aus einem Fonds ruhigstellen kann? Wer so denkt, der täuscht sich. Zu Recht fordert die Landwirtschaft den Schutz der Weidetiere ein. Wer meint, das wäre übertrieben oder überflüssig, der kann sich ja gerne für freiwillige Nachtwachen eintragen lassen – mal sehen, wie die Reaktion ausfällt, wenn aus dem Unterholz das erste Knurren kommt...

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