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BBV-Jagdgenossenschaften

Wolf und Schwarzwild im Fokus

Jagd
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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
03.07.2017

Schwandorf - Die BBV-Jagdgenossenschaften der Oberpfalz tagen in Schwandorf. Neben den Landkreissprechern freute sich Vorsitzender Albert Robold, bei der diesjährigen Sitzung der Arge-Jagdgenossenschaften des BBV in der Oberpfalz wieder einen Vertreter der Oberen Jagdbehörde begrüßen zu dürfen: Gerhard Baierl von der Regierung der Oberpfalz stellte sich bei der Arbeitsgemeinschaft als neuer Ansprechpartner in Angelegenheiten des Jagdrechts vor und referierte zum Thema Jagdpachtverträge.


Ebenfalls zum ersten Mal nahm der neue forstliche Ansprechpartner für Jagd in der Oberpfalz, Peter Hummel vom AELF Schwandorf teil. Robold betonte, wie wichtig die gute Zusammenarbeit mit den Forstämtern in puncto Verbissgutachten und bei den Revierbegängen sei. „Manche meinen, nach dem letzten Verbissgutachten haben wir wieder drei Jahre Ruhe. Dabei gibt es in puncto Verbiss in den Hegegemeinschaften noch viel zu tun“, stellte er klar.
Die Wildschadenssituation auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wurde von den Landkreisvertretern über den Winter als allgemein ruhig beschrieben. „Es war im letzten Winter durch die Eichen- und Buchenmast genügend Nahrung für das Schwarzwild vorhanden“, diese Einschätzung war mehrfach zu hören. Seinen Unmut über die Beantragung von Nachtsichtvorsatzgeräten machte Alfred Bauer aus dem Landkreis Schwandorf deutlich. „Den Jagdpächtern, die Nachtsichtvorsatzgeräte beantragen wollen, wird bei uns der Mut genommen“, so Bauer. Der BJV bleibe bei seiner negativen Haltung, das Landratsamt hätte sich aufs Abwarten verlegt. Hubert Hofmann, BBV-Jagdreferent der Oberpfalz, berichtete, dass in anderen Landkreisen bereits Geräte genehmigt wurden, er machte aber auch deutlich: „Hier ist vor Ort noch viel Überzeugungsarbeit notwendig.“
Franz Pongratz aus Cham und Martin Federhofer aus Neumarkt berichten aus ihren Landkreisen von den ersten Wolfssichtungen. Auswirkungen auf die Arbeit der Jagdgenossenschaften und die Tierhaltung seien bis jetzt noch nicht absehbar, die Unsicherheit jedoch bleibe. „Ich bin skeptisch, was die Wiederansiedlung des Wolfes betrifft“, so Pongratz. „Wollen wir den Wolf wirklich in unserer Kulturlandschaft?“, diese Frage wurde ausführlich diskutiert.
Neben dem Austausch unter den Arge-Vorsitzenden standen auch einige Fachvorträge auf dem Programm. Balduin Schönberger, Wildlebensraumberater in der Oberpfalz, zeigte, wie Jäger, Landwirte und Jagdgenossenschaften über Kulap und Greening den Lebensraum für Wildtiere sinnvoll gestalten können.
Über die Bürgerplattform „Wildtiere in Bayern“ berichtete Katharina Mikschl von der Landesanstalt für Landwirtschaft. „Mit der Bürgerplattform wird es Jägern, Landwirten und Jagdgenossenschaften ermöglicht, auf Augenhöhe noch enger zusammenzuarbeiten“, so Mikschl. Das System funktioniere bislang gut.
Hubert Hofmann von der BBV- Hauptgeschäftsstelle in Regensburg informierte die Arge-Mitglieder in seinem Vortrag, wie man bei Unteren Jagdbehörden einen Antrag auf Nachtsichtvorsatzgeräte stellen kann. „Schon jetzt kann jedermann ein Nachtsichtvorsatzgerät auch ohne Jagdschein erwerben. Erst die Verbindung des Geräts mit einer Waffe ist ohne behördliche Genehmigung verboten“, so Hofmann.

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