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Kindertage

Bäuerinnen lassen sich was einfallen

Kindererlebnis
Margarete Schreyer
am
20.07.2017

Ostallgäu - Die Kindertage auf Ostallgäuer Bauernhöfen in Marktoberdorf, Eggenthal und Stötten begeistern die jungen Besucher.

24 landwirtschaftliche Betriebe im Ostallgäu öffneten in den letzten Wochen ihre Tore, um möglichst vielen Kindern zu zeigen, woher die Lebensmittel kommen, die sie tagtäglich verzehren. Die Höfe beteiligten sich damit an der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband „Kindertag auf bayerischen Bauernhöfen“. So verschieden wie die Betriebsstrukturen im Landkreis sind, so unterschiedlich waren auch die Eindrücke, die die Kinder gewinnen konnten. Eines hatten die Bauernhofbesuche aber wohl gemeinsam: Die Kleinen lernten spielerisch, dass in der Erzeugung von Lebensmitteln viel Arbeit steckt. Kreisbäuerin Karina Fischer freute sich über das Engagement der Bäuerinnen und lobte besonders den Einfallsreichtum, mit dem es ihnen immer wieder gelinge, das Interesse der Kinder zu wecken.

So durften Marktoberdorfer Kindergartenkinder zusammen mit der Erlebnisbäuerin Anja Knestel in Weibletshofen in der „Speisekammer der Kühe“, also in der Tenne, auf einem grünen Tischtuch das Futter für die Milchkühe herrichten und lernten dabei das unterschiedliche Futterangebot der Tiere kennen. Bei einer Entdeckungstour durch den Hof kamen sie mit Kühen, Kälbern, Schweinen, Ziegen, Hasen und Hennen in Kontakt und lernten den Weg vom Gras zur Milch kennen. Mit gutem Appetit ließen sie sich danach die leckere Brotzeit munden, welche die Ortsbäuerinnen vorbereitet hatten. Bereits seit sieben Jahren bietet Anja Knestel auf ihrem Hof Kindergeburtstagsfeiern, Ferienfreizeiten oder Besichtigungen für Schul- und Kindergartenkinder an. Mit rund vier Veranstaltungen in der Woche ist die gelernte Erzieherin sehr gut ausgebucht und konnte sich mit ihrem Angebot einen interessanten Nebenerwerb schaffen.

Kälbern die Flasche geben, aus Milch Sahne und Butter machen, den 85 Milchkühen das frische Gras füttern und natürlich die Brotzeit am Schluss, das waren die Höhepunkte beim Besuch der Kindergartenkinder auf dem Betrieb von Simone und Thorsten Haug am Dorfrand von Eggenthal. Sie erfuhren an diesem Vormittag auch, dass der Kälberstall der „Kuhkindergarten“ ist, sahen Kühe, die im „Mutterschutz“ sind, bestaunten das Melken mit dem Roboter und durften dem Bauern aus nächster Nähe beim Melken mit dem Eimer zuschauen. Die Frage eines kleinen Mannes an Thorsten Haug, „Hat des B’schüttfass Druckluft“ zeigte, dass hier nicht nur Bauernhofneulinge den Hof besuchten, sondern auch kleine Fachleute dabei waren. Viel Spaß hatten die Kinder dann am gemeinsamen Vorbereiten der Brotzeit. Aus Käsewürfeln, Obst, Gemüse, Wurst und Kräuterquark schufen sie zusammen mit ein paar Müttern ein appetitliches, buntes Buffet.

Einen richtigen „Wohlfühl-Bauernhof“ erlebten 49 Kinder des Kindergartens Stötten auf dem Betrieb von Christl und Alfred Hengge in Burgleiten. Schon bei der Wanderung zu dem Hof sahen sie die 13 Milchkühe am Südhang vor dem Haus weiden. Ob bei den Kälbern, Hühnern, Schafen, Hasen oder den Katzen, die Kinder konnten hier alle Tiere hautnah erleben. Christl Hengge machte dabei eindringlich klar, dass mit allen Kreaturen achtsam umgegangen werden muss. „Die Schwalben am Hof brauchen zum Beispiel auch Pfützen zum Nesterbauen“, betonte sie. Von Ortsbäuerin Renate Hämmerle erfuhren die Kleinen, welche unterschiedlichen Tiere auf Bauernhöfen in der Region gehalten werden, von Milchvieh und Pferden bis zu Fischen oder Bienen. Sie wies die Kinder auch darauf hin, dass auf den Feldern bestimmte Regeln gelten und beispielsweise Hundekot oder Abfall hier nicht hinterlassen werden dürfen. Bei der gemeinsamen Brotzeit waren dann vor allem die frisch gestrichenen Honigbrote der Hit. MS

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