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Preisträger

Nicht bange um die Zukunft

Toni Ledermann
am
06.11.2017

Den Bezirksentscheid „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ entscheidet die Gemeinde Wald für sich.

Unser Dorf soll schöner werden Gemeinde Wald

Feste soll man feiern wie sie fallen – frei nach diesem Motto ging es hoch her in der „Wald-Halla“, dem Festsaal der Gemeinde Wald. Dies ist nicht verwunderlich, da die schmucke Gemeinde mit ihrem markanten Kirchturm „Gold“ beim 26. schwäbischen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ erreicht hatte. Mit geehrt wurden weitere schwäbische Gemeinden für hervorragende Leistungen.

Erste Bürgermeisterin Johanna Purschke bemerkte beim Festakt stolz, dass ihre Gemeinde ein Juwel in vielerlei Hinsicht ist: Der Ort ist 18 Quadratkilometer groß und umfasst mit 21 Weilern 1180 Einwohner. Die Kommune ist integriert in die Verwaltungsgemeinschaft Seeg.

40 Landwirte, inklusive der Nebenerwerbsbauern, arbeiten vor Ort und liefern gesunde Lebensmittel. Für die Nahversorgung stehen eine Bäckerei, ein Lebensmittelmarkt, Käserei, Raiffeisenbank, Friseur und sogar eine Brauerei zur Verfügung. Außerdem gibt es auch drei Gastwirtschaften. „Wir sind froh dass wir sie haben und grundsätzlich können wir sagen: Es fehlt infrastruktuell nichts.

Beliebt bei Touristen

Unser Dorf soll schöner werden Gemeinde Wald

Wie beliebt Wald auch für Touristen ist, zeigt sich, dass 21 Vermieter, darunter drei Betriebe mit „Ferien auf dem Bauernhof“, jährlich um die 29.000 Übernachtungen vorweisen können. Gerne besuchen die Gäste das Dorfmuseum und die herrlichen, leicht hügeligen Wand- und Radwege laden zur Bewegung ein. Das Handwerk bietet etwa 180 Arbeitsplätze und auch das Gewerbegebiet wird gut angenommen. „Die Kinderbetreuung erfolgt in Kita, Kiga und eigener Grundschule. Gut ist auch die Jugendarbeit der Vereine.

Beeindruckt hat die Jury sicher auch das kulturelle Angebot der Gemeinde Wald. Der Trachtenverein sorgt für Tradition und Brauchtum und der Kirchenchor, der diesen Festakt musikalisch, wie auch die Musikkapelle Wald, umrahmte, bieten eine Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen. Der Kirchenchor studiert auch immer wieder Musicals ein, die gerne besucht werden. Ebenso sehr beliebt sind die Theateraufführungen während der Osterzeit.

Eine aktive und attraktive Gemeinde

Unser Dorf soll schöner werden Gemeinde Wald

Auch im sozialen Bereich kann Wald einiges bieten: So gibt es einen aktiven Helferkreis für Asylbewerber der Deutschkurse, Sportunterricht, Spieleabende und Fahrdienste übernimmt. So waren 54 Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 in guten Händen. „Dies war eine große Herausforderung, die das Dorf aber gut gemeistert hat“, lobte die Bürgermeisterin.

Bekanntlich ist Stillstand Rückschritt und deshalb ist die Gemeindeverwaltung aktiv bei der weiteren Dorfentwicklung durch ein neues Gewerbe- und Wohnbaugebiet und vielem mehr. „Wir wollen eine attraktive und aktive Gemeinde mit gesundem Wachstum sein, die für Jung und Alt gleichermaßen etwas bietet. In der Gemeinde Wald wird der Gemeinschaftssinn gelebt und gepflegt, so dass sich jeder wohlfühlen kann“, glaubt Johanna Purschke.

Den Reigen der Grußwortredner eröffnete Regierungsvizepräsident Josef Gediga: „Wir wollen allen Gewinnern gratulieren und sie ehren. Dieser Wettbewerb sei eine über 50 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte, die die Gemeinschaft stärkt.

Auch die Leistungen der jetzt zu ehrenden Gemeinden sind sehr bemerkenswert, so dass es um die Zukunft nicht bange sein muss. Er sei immer wieder überrascht, wie viel gute Ideen umgesetzt werden. Gediga wünschte den Gemeinden eine weiter gute Entwicklung.

Landrätin Maria Rita Zinnecker gratulierte ebenfalls. Dieser Wettbewerb zeige sehr gut die individuellen Schönheiten der Dörfer auf. Dass auch kleine Gemeinden gute Siegchancen haben, zeige die kleinste Ostallgäuer Gemeinde, Osterzell, die auch ausgezeichnet wurde. „Es lohnt sich mitzumachen, da dieser Wettbewerb die Gemeindemitglieder motiviere.

In einer Zeit, die immer schneller voranschreitet sorge dieser Wettbewerb die Heimat zu erhalten und weiterzuentwickeln. „Wald ist eine Zierde des Landkreises“ attestierte die Landrätin und wünschte eine weitere erfolgreiche Arbeit. Sie wünschte den Gemeinden Wald und Gestratz, die ebenfalls „Gold“ gewonnen hatte, dass sie beim Landesentscheid im kommenden Jahr auch möglichst weit vorne liegen.

An einem Strang

Die Lindauer Vize-Landrätin Margarete Mader, die für den Bezirkstag sprach, zeigte sich beeindruckt von der Präsentation der Gemeinde Wald und lobte das Engagement der in ihrem Landkreis liegenden Gemeinde Gestratz. Auch dort würden alle an einem Strang ziehen, um den Ort nach vorne zu bringen. „Dann bleiben die Dörfer liebenswert und keiner will mehr wegziehen und sie ermuntert junge Leute, im Heimatort zu bleiben.

Ulrich Pfanner, Vorsitzender des schwäbischen Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege, zollte den beteiligten Gemeinden großen Respekt für ihr Engagement. Seine 82 000 schwäbischen Mitglieder würden durch ihre Arbeit wesentlich zur Nachhaltigkeit beitragen. Er sprach sich dafür aus, das Erbe der Vorfahren als lebendiges Kulturgut zu erhalten und alte regionale Obstbaum-Sorten wieder in die Landschaft zu bringen. „Wir brauchen Menschen, die bereit sind das Vorhandene zu bewahren und in die Zukunft zu tragen.“

Maria Theresia Fugger von Glött vom AELF Augsburg, Abteilung Gartenbau, die für die Organisation und Koordination dieses Wettbewerbs verantwortlich zeichnet, wies auf die schwierigen Entscheidungen der Jury hin, bei dem hohen Niveau der heimischen Dörfer. „Die Entwicklung eines Dorfes wird durch ständig neue Herausforderungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und weitere Faktoren beeinflusst. Wichtig sei, wo wir jetzt stehen und welche Konzepte und Ideen für die Zukunft angegangen werden.“ Hinterfragt werden in diesem Wettbewerb auch die Funktionen des Dorfes. Ebenso die sozialen und kulturellen Aktivitäten.“

Dr. Wolfgang Besener, Leiter der Wettbewerbsjury vom AELF Augsburg, Abteilung Gartenbau, wies darauf hin, was Heimat bedeutet: „Die alte Linde, die Dorfgemeinschaft, der Kirchturm. Hier bin ich zuhause und hier bin ich gern.“ Diese und viele weitere Elemente zu erhalten und zu bewahren, darum gehe es in diesem Wettbewerb. Er dankte allen die auf „hohem Niveau“ gekämpft haben. Die Ergebnisse lägen dicht beieinander.

Feierlich erfolgte die Urkundenausgabe durch Josef Gediga und Ulrich Pfanner. Die Repräsentanten der einzelnen Gemeinden wurden auf die Bühne gerufen und erhielten die Ehrung unter dem Beifall der Gäste. Ebenso einen Baumgutschein.

Das Schlusswort hatte Manfred Schafnitzel, 1. Bürgermeister von Ellgau : „Bei diesem Wettbewerb kann es nur Sieger geben. Heute hat sich gezeigt, dass jede Gemeinde für sich eine ganz eigene Gemeinschaft, mit vielen Schwerpunkten hat. Der Wettbewerb habe gezeigt, dass Dorfgemeinschaften bereit sind, den Wandel zu gestalten.“

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