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Ausbildung

Beitrag zur Artenvielfalt geleistet

MN-Junglandwirte Artenvielfalt-TL-6.8.
Toni Ledermann
am
09.09.2019

Studierende der Landwirtschaftsschule Mindelheim präsentieren ihre Blühstreifen.

Altensteig/Lks. Unterallgäu „Was bringen eigentlich Blühstreifen?“ Dieser Frage gingen Studierende der Landwirtschaftsschule Mindelheim mit ihrem Lehrer Josef Peis vom Fachgebiet Pflanzenbau am AELF Mindelheim nach. Ihre Erkenntnisse stellten sie bei einem ihrer Sommerschultage der Presse vor. Dabei wurden auch die Blühstreifen des Studierenden Lukas Bauer und der Landwirtin Elisabeth Zillober (Altensteig) begutachtet.

Die von den Studierenden angelegten Blühflächen dienen in erster Linie der Förderung und dem Erhalt der Artenvielfalt in der Landschaft. Blühstreifen bieten Nahrung für Bienen, Insekten, Vögel und Wildtiere. Dies bestätigt der Junglandwirt und Imker Bernhard Mang (Forsthofen) aus eigener Erfahrung: „Durch die Zunahme der Blühflächen finden meine Bienen das ganze Jahr über Nahrung.“ Für eine ausreichende Nahrungsgrundlage sorgt ebenfalls sein Kollege Luca Rapp (Bellenberg): „Ich arbeite gut mit benachbarten Imkern zusammen. Sie stellen ihre Bienenstöcke an meine Rapsflächen und ernten bis zu 20 Kilo Honig pro Volk. Sämtliche durchzuführenden Maßnahmen im Rapsanbau stimme ich eng mit ihnen ab.“

Als weiteren Aspekt führten die Studierenden an, dass durch die Anlage der Blühstreifen eine Vernetzung von Landschaftsstrukturen entstand. Sie dienen das ganze Jahr über verschiedensten Tierarten als Lebens- und Rückzugsraum. Dies fördere auch Nützlinge, wodurch der Pflanzenschutzaufwand reduziert werden könne. Fabian Steuer (Schlegelsberg) hob zudem die wichtige Schutzfunktion von Blühstreifen zur Vermeidung von Erosion bei Starkniederschlagsereignissen hervor.

Wichtig ist den jungen Leuten, dass die bunten Blühstreifen nicht nur das Landschaftsbild verschönern, sondern Artenvielfalt auch innerorts sichtbar machen. So wie bei der Bäuerin Elisabeth Zillober. Sie bestätigt, dass sie von Anwohnern viel positives Feedback für ihren Blühstreifen an der Ortsdurchfahrt in Altensteig erhält. Ihr Mann habe nach dem Volksbegehren allen Interessierten die Chance gegeben, auf seinem Grund Blühflächen zu schaffen. Das Vorhaben wurde zwar gelobt – aber nur wenige packten selbst an. Jens Öller vom Gartenbauverein Oberegg unterstützt dieses Vorhaben und erläuterte: „Auch ein kleiner Blühstreifen ist für die Artenvielfalt förderlich.“

Wie ernst den jungen Männer die Blühstreifen-Aktion war, zeigt die Streifenlänge. Insgesamt haben die elf Jungbauern aus Neu-Ulm und dem Unterallgäu Blühstreifen mit einer Streifenlänge von 4365 m bzw. insgesamt 13 010 Quadratmeter angelegt und alles aus eigener Tasche bezahlt. 1150 Quadratmeter davon werden ökologisch geführt. Die Blühstreifen befinden sich in Bellenberg, Winterrieden, Ettringen, Unterschönegg, Unterrieden, Mattsies, Stockheim, Hittistetten, Altensteig, Erkheim und Gerlenhofen. Die Saatgutmischung bestand aus Alexandriner Klee, Blaue Bitterlupine, Borretsch, Esparsette, Inkarnatklee, Persischer Klee, Ringelblumen und weiteren Blühpflanzen.

Schließlich gab Peis noch einen Einblick in die Lerninhalte zur Biodiversität. Im Fach „Naturschutz und Landschaftspflege“ erfahren die Studierenden Näheres zur Förderung der Biodiversität.
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