Login
Wettbewerb

Berufswettbewerb - ich zeig, was ich kann!

BWB-Sieger
Brigitte Früh
am
18.02.2019

Beim Berufswettbewerb in Kempten, Marktoberdorf und Mindelheim nahmen heuer gut 180 Auszubildende teil. Und sie zeigten, was sie draufhaben.

BWB-2

Dabei sein und mitmachen ist (fast) alles: 83 junge Menschen – Schülerinnen und Schüler im Berufsgrundschuljahr Agrar und die Auszubildenden der 1. und 2. Fachstufe Landwirtschaft – stellten sich an der Berufsschule III in Kempten den Aufgaben aus Theorie und Praxis im Rahmen des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend. Die drei Besten – Silas Troy, Sophia Trittenbach und Gabriel Ruppaner – werden am Bezirksentscheid in Landsberg teilnehmen. Der Kreisentscheid wurde in bewährter Zusammenarbeit zwischen Berufsschule, Bauernverband und Landwirtschaftsamt Kempten durchgeführt.

BWB-1

„Ein ganzes Potpourri an Wissen und Können wird beim Berufswettbewerb abgebildet“, betonte Schulleiter Hans Etzler bei der Siegerehrung in der Berufsschule III in Kempten. Gefragt sind nicht nur fachliche Kenntnisse, handwerkliche Fertigkeiten und Allgemeinwissen, sondern auch die Fähigkeit, sich und seine Standpunkte in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Eine Kostprobe davon gaben Sophia Trittenbach und Bernadette Moynagh mit ihren Präsentationen. Sophia Trittenbach stellte ihren Lehrbetrieb, den Biomilchviehbetrieb Mair in Betzigau, vor und nahm dabei vor allem die Arbeitswirtschaftlichkeit in den Fokus. Die in vielen Funktionen automatisierte Melktechnik am Betrieb mache es möglich, dass 85 Kühe in 1,75 Stunden von einer Person gemolken werden können. Eine unverzichtbare Maschine, die den ganzen Tag über vielseitig eingesetzt wird, sei auch der Hoflader. Melktechnik und Hoflader tragen wesentlich dazu bei, „dass mein Ausbildungsbetrieb eine extrem hohe Arbeitseffizienz und Arbeitswirtschaftlichkeit hat“, lautete das Fazit der Auszubildenden.

Bis nach Kanada entführte Bernadette Moynagh ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und die zahlreichen Gäste in ihrer Präsentation. Sie stellte den biodynamischen Milchviehbetrieb vor, auf dem sie aufgewachsen ist. Er liegt etwa 2,5 Stunden von Toronto entfernt. Dort werden Rinder der seltenen Rasse Canadienne gehalten – ein robustes Zweinutzungsrind mit gutem Fleisch und hohen Milchinhaltsstoffen. Auch Legehennen, ein paar Zuchtsauen und ein Gemüsegarten gehören zum Betrieb, ebenso eine Käserei, eine Bäckerei und ein Hofladen, in dem alle Produkte vom Hof direkt vermarktet werden. Zudem finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Theater auf einer Bühne am Hof statt. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit ist man engagiert: Dritte Klassen aus Partnerschulen dürfen drei Tage am Hof verbringen und erhalten dabei einen fundierten Einblick in Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. „Das ist sehr wichtig, weil Lebensmittel zurzeit keinen großen Stellenwert haben“, betonte Bernadette Moynagh, die in Kempten das BGJ Agrar besucht.
Die Fähigkeit, sich in der Öffentlichkeit darzustellen, ist auch für Rainer Hoffmann vom AELF Kempten ein sehr wichtiges Element des Berufswettbewerbes. „Sie sind mit Ihrer Persönlichkeit gefordert“, sagte er zu den Schülerinnen und Schülern.
In die gleiche Kerbe hieb Alfred Enderle, schwäbischer BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann im Oberallgäu, der schon am Vormittag als Prüfer am Wettbewerb mitgewirkt hat. „Für sich und seinen Berufsstand Position beziehen, das muss in Fleisch und Blut übergehen“, wünschte er sich vom Berufsnachwuchs. Der Berufswettbewerb biete aber auch die Gelegenheit, Prüfungssituationen zu erleben und seine Stärken und Schwächen kennenzulernen.
Ein kleiner Exkurs führte Enderle zu den vielen Möglichkeiten, die Hightech auch in der Landwirtschaft eröffne. Dafür brauche es aber nicht nur eine gute Mobilfunk-Anbindung, die Enderle vehement fürs Land einforderte, sondern auch eine gute Ausbildung. „Sein Handwerk solide lernen ist die Grundlage, um Hightech sinnvoll nutzen zu können.“

Und weil Mitmachen doch (fast) alles ist, gab es am Ende der Siegerehrung nicht nur Urkunden, sondern auch für jeden Teilnehmenden einen der vielen wertvollen Preise, die von ansässigen landwirtschaftsnahen Firmen, Organisationen und Verbänden gesponsert wurden.

Die Top 10 in Kempten

1. Silas Troy, Scheidegg; 2. Sophia Trittenbach, Betzigau; 3. Gabriel Ruppaner, Waltenhofen-Oberdorf; 4. Max Filser, Wildpoldsried; 5. Bernadette Moynagh, Nesselwang; 6. Markus Kennerknecht, Immenstadt-Freibrechts; 7. Alexander Immler, Immenstadt-Zellers; 8. Thomas Freisl, Fischen; 9. Roman Dengel, Bodelsberg; 10. Lukas Gmeinder, Immenstadt-Freibrechts.

Auch interessant