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Haflingerzucht

Blonde Pferde von bester Qualiät

on_Hafling-B31,Sieg, EH-Stuten, Brugger
Cornelia Beißer
am
28.08.2018

Schwäbisches Fohlenchampionat für Haflinger und Edelbluthaflinger bei der 75-Jahr-Feier der Allgäuer Haflingerzuchtgenossenschaft in Obermaiselstein.

Jung trifft alt – Blondes Zusammentreffen beim schwäbischen Haflinger- und Edelbluthaflinger-Fohlenchampionat mit Stutenschau. Mit diesem Slogan warb die Allgäuer Haflingerzuchtgenossenschaft für ihre Tagesveranstaltung in Oberdorf-Obermaiselstein im Landkreis Oberallgäu. Auf der Anlage ihrer Vorsitzenden Barbara Müller zeigten 30 Nachkommen des Jahrgangs 2018 aus ganz Schwaben am Vormittag und 36 Zuchtstuten aus dem Allgäu bei einer Schau am Nachmittag eindrucksvoll den Zuchtfortschritt der vergangenen Jahrzehnte.

on_Sieg, Ha, Hafling-B3,Högner

Bei schönstem Sommerwetter begann man um 9.30 Uhr mit dem Fohlenchampionat, die 13 Stut- und 17 Hengstfohlen wurden getrennt nach Rasse und Geschlecht von der Richterkommission, Hans Schiller aus Rohrdorf und Josef Seemüller aus Magnetsried, beurteilt und im Endring noch einmal die besten Fohlen des Tages bestimmt und besprochen.

on_Hafling-B19, SiegHaStuten, Barbara Müller

Diesmal hatte ein Haflinger-Hengstfohlen aus der Zucht von Alois Högner aus Unterthingau die Nase vorn. Mit 9,05 Punkten wurde der Alpin Danzante-Sohn aus der Deelaila (Andiamo/Almbube) am höchsten bewertet.

on_reserve, Ha, He, Hafling-B2

Den Reservesieg in der Kategorie der Haflinger-Hengste holte sich Högners Neffe Niklas Becherer (Unterthingau) ebenfalls mit einem Alpin Danzante-Sohn und einer Mutter aus demselben Stutenstamm: Dana (Andiamo/Nepomuk) mit einer Wertnote von 8,8. Beide Tiere überzeugten die Jury hinsichtlich ihrer raumgreifenden Bewegungen und mit ihrem tollen Typ.

Bei den Haflinger-Stutfohlen stellte Barbara Müller aus Obermaiselstein mit einer Stallion-Tochter aus der hochprämierten Staatsprämienstute Dina (Nostradamus/Winterstern) die Siegerin mit Wertnote 8,9, gefolgt von der Reservesiegerin (WN 8,85) aus dem Stall von Karl Stadler in Ziemetshausen. Er hatte eine Stratos-Tochter aus der SP Nativa (Nikora/Winterstein) ins Rennen geschickt.

Edelbluthaflinger

Bei den Edelbluthaflinger-Hengsten gab es mit einer Bewertung von 8,9 Punkten gleich zwei Sieger: Sieglinde und Albert Bihler waren aus Langerringen mit einem Winzertraum-Sohn aus der SP Amita (Noventis/Almtraum) angereist und Johann Fröhlich aus Thierhaupten mit dem letztendlich erfolgreichen Nakuri-Sohn aus der Otylia (Amsterdam/Nordano).

on_Hafling-B16,Res.EH,Hengste Babel

In der Kategorie Edelblut-Hengstfohlen stellten Siegfried und Michael Babel aus Sulzberg den Reservesieger mit 8,8 Punkten: Der Nirodha-Sohn stammt aus der SP Primavera (Sonthofen/Winterstern),

on_Hafling-B32,Reserve,EH,Stuten, Brugger

Bei den Edelbluthaflinger-Stutfohlen waren Elisabeth und Gottfried Brugger aus Stötten mehr als erfolgreich: aus ihrem Züchterstall kommen die Siegerin und eine der zwei Reservesiegerinnen. Mit WN 8,75 bewertete die Jury die Nico-Tochter aus der SP Highlight (Noventis/Soecking) und mit WN 8,5 die Sandor-Tochter aus der Pippi (Aaron-B/Nathian) der Bruggers. Einen Resevesieg landete eine weitere Nico-Tochter aus der späteren Schausiegerin, der 17-jährigen Elite- und Staatsprämienstute Walli (Naxan/Nelmut) aus der Zucht von Hubert Althaus in Fischen.

Weitere Endringteilnehmer stellten Karl und Jürgen Guggemos aus Petersthal, Peter Müller aus Bad Wörishofen und Wolfgang Greiner aus Dinkelscherben. Einige der teils hochprämierten Fohlen beiderlei Geschlechts standen und stehen zum Verkauf.

Auch bei der anschließenden Stutenschau hatten die Richter Hans Schiller und Josef Seemüller kein leichtes Spiel. Bei der Besprechung der einzelnen Zuchtstuten fielen immer wieder Superlative wie chic, edel, modern und sympatisch. Nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch den übrigen Pferdefans unter den Einheimischen und Touristen wurde die hohe Qualität der zur Schau gestellten Tiere klar vor Augen geführt.

Tolles Schauprogramm

on_Hafling-B21,Reseve,Ha,Stuten, Stadler

Neben dem Blick in die erfolgreiche Haflingerzucht der vergangenen 75 Jahre gab es für die Zuschauer ein buntes Schauprogramm mit Ungarischer Post, Freiheitsdressur und sportlichen Wettbewerben. Bei einer Sachpreisverlosung gab es als Hauptpreis ein Wellnesswochenende auf einem Bauernhof zu gewinnen. Die Zuschauer hielten den Atem an, als Matthias Aigner aus Fischen barfuß auf dem Rücken von zwei Haflingerstuten die Ungarische Post ritt. Viel ruhiger ging es bei Lisa Lässer zu, die mit ihrer Zuchtstute Umbrella eindrucksvoll ihre einfühlsame Freiheitsdressur zeigte. Auch vor den Wagen gespannt zeigten Umbrella und einige andere Haflinger im Rahmen eines sportlichen Wettbewerbs, wie einsatzfreudig sie ans Werk gehen. Der Deckhengst Stallion, ein Sternbild-Sohn, der drei Saisonen bei Barbara Müller auf Station stand, zeigte sein Können unter dem Sattel.

Wer nach dem langen, heißen Schausonntag noch nicht in den heimischen Stall wollte oder musste, setzte sich noch mit Züchterkollegen und weiteren Pferdefreunden auf die Bierbänke im Schatten des Hauses zum Fachsimpeln und Feiern.

Auch Warmblutzüchter Hans Haussmann, Vorsitzender des Pferdezuchtverbandes Schwaben, gratulierte zum Jubiläum. Erinnert wurde auch an große Züchter der vergangenen Tage wie Alois Vogler aus Fischen-Maderhalm, Theo Völk aus Jengen, Willi Zimmermann aus Fischen, und an die anwesenden Züchter-Urgesteine Siegfried Babel aus Sulzberg und Fritz Zint aus Rettenberg. Schiller dankte allen Züchtern und ihren Helfern fürs das gute Herausbringen und Vorstellen der blonden Gebirgspferderasse, die sich modern präsentierte sowie für den Turnier- und Freizeitsport empfahl. Bei der enormen Qualitätsdichte der schwäbischen Haflinger bleibt es natürlich nicht aus, dass der eine oder andere Züchter enttäuscht nach Hause fährt, weil sein Pferd nicht an der Spitze lief.

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