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Freisprechung

Ein Etappenziel im Leben erreicht

Berufabschluss
Michael Ammich
am
25.09.2017

42 Absolventen aus den Kreisen Augsburg und Aichach-Friedberg feiern ihren Berufsabschluss.

Berufsabschluss

Knoten für Knoten flocht Wolfgang Sailer in das weißblaue Seil, das er zur landwirtschaftlichen Berufsabschlussfeier für die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg nach Dasing mitgebracht hatte: Einen für den Schulabschluss, einen für den Berufsabschluss und einen für die Heirat. Aber auf dem Seil war immer noch ausreichend Platz für weitere Knoten, die der Leiter des AELF Augsburg nach und nach bildete: für die Geburt der Kinder, für die Hofübergabe und vor allem auch für die Stationen der Weiterbildung. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie beim letzten Knoten in Ihrem Seil des Lebens sagen können, dass Sie es nie bereuen mussten, sich für den Beruf des Landwirts entschieden zu haben.“
Der Gehilfenbrief sei jedoch nur ein Knoten von vielen weiteren in das Lebensseil geflochten, stellte Wolfgang Sailer fest. Jeder zusätzliche Knoten könne beispielsweise für den Besuch der Landwirtschaftsschule, für den Abschluss der Höheren Landbauschule oder auch den Erwerb des Meisterbriefs stehen. Und ganz wichtig: „Am Ende sollten sich alle Knoten in der Balance zwischen beruflichem und familiärem Leben befinden.“
Auch Manfred Losinger, stellvertretender Landrat von Aichach-Friedberg und praktizierender Landwirt, gratulierte den drei Landwirtinnen und 39 Landwirten zu ihrer Freisprechung. Ihn freute es besonders, dass immer wieder junge Menschen trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Beruf des Landwirts wählen und für sich selbst eine Chance im Agrarbereich erkennen.
„Landwirt werden heißt Zukunft gestalten“, rief der Aichach-Friedberger Kreisobmann Reinhard Herb den Berufsanfängern zu. Ihre Freisprechung entbinde sie zwar vom Schulzwang, sollte sie jedoch keinesfalls von der Weiterbildung abhalten. „Wer nicht bereit ist zum Lernen, der ist bald weg vom Fenster.“ Im Übrigen sei der Beruf des Landwirts der schönste, den er sich vorstellen kann, betonte Herb: Selbständigkeit, unternehmerische Freiheiten, Arbeit mit und in der Natur.
Herb verwies auf die bäuerlichen Werte, zu denen das nachhaltige Wirtschaften und Denken in Generationen ebenso gehörten wie der Fleiß und die Zielstrebigkeit. Bei allem gelte es die soziale Kompetenz nicht zu vergessen, sich also auch Zeit für die Familie und die eigenen persönlichen Bedürfnisse zu nehmen, anstatt nur „an Hektar und immer mehr Hek­tar“ zu denken.
Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses warf Franz Reiter einen Blick zurück. Zur Abschlussprüfung angetreten waren 43 Frauen und Männer, davon haben 42 bestanden – 32 nach einer dualen Ausbildung und 10 nach dem Besuch des Bildungsprogramms Landwirt. 16 Prüflinge stammten aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, elf aus dem Kreis Augsburg und 15 aus anderen Landkreisen. 52 Prüferinnen und Prüfer nahmen die Prüfungen auf folgenden Betrieben ab: Stocker GbR (Rapperzell), Alois Igl und Hans-Jürgen Erhard (beide Hörmannsberg), Leonhard Fischer GbR und Josef Heinrich (beide Oberbachern) sowie Walter und Matthias Dirr (Langweid).
Ausbildungsberaterin Gabi Kniess vom AELF Augsburg beleuchtete die Ergebnisse der schriftlichen und praktischen Prüfungen. Demnach erreichten die Teilnehmer über alle Prüfungen hinweg einen Gesamtnotendurchschnitt von 2,78. Die Auszubildenden schnitten dabei mit 2,77 nur geringfügig besser ab als die BiLa-Quereinsteiger mit 2,81. „Nutzen Sie die Talente, die Sie haben“, mahnte die Ausbildungsberaterin.
Klassensprecher Kilian Breitsameter bestätigte, dass die Absolventen während ihrer Ausbildung insbesondere von den praktischen Schulungstagen, den Besichtigungen der Zuckerfabrik und des Kartoffelzentrums in Rain oder auch beim Berufswettbewerb und Forstlichen Wettbewerb „viel mitgenommen“ hätten.
Für ihre Verdienste um die landwirtschaftliche Berufsausbildung wurden neben dem bisherigen Vorsitzenden Franz Reiter (Diedorf-Anhausen) weitere zehn ausgeschiedene Mitglieder des Prüfungsausschusses geehrt: Martin Both (Zusmars­hausen), Andreas Hopf (Pöttmes), Heinrich Jäckle (Heretsried), Hansjörg Kastner (Maingründel), Kilian Leopold (Todtenweis), Michael Schaller (Achsheim), Josef Schlickenrieder (Derching), Kathrin Starick (Augsburg), Bernhard Urban (Neusäß) und Andreas Vogl (Mering).

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