Login
Rinderrassen

Ein Feiertag für Braunviehfreunde

F2738_ReginaDilger_Ostrach
Externer Autor
am
12.11.2018

Regina Dilger ist die neue Braunviehkönigin und Sauters Glenn Ilena Grand Champion des Waldseer Braunviehtages, einem Tag voller Höhepunkte.

F2267_97KlingHuxoyGalaxy

Regina Dilger konnte es kaum fassen. Die 22-jährige medizinische Fachangestellte, die aus einem Milchviehbetrieb in Ostrach im Landkreis Sigmaringen kommt, wurde beim Waldseer Braunviehtag am 28. Oktober zur neuen Württembergischen Braunviehkönigin gewählt. Damit tritt sie als fünfte Königin die Nachfolge von Beate Bühler an, die in den vergangenen beiden Jahren das Braunvieh so hervorragend vertrat. Gewählt wurde die neue Königin von den Besuchern des Braunviehtages, nachdem sich die drei Kandidatinnen, Selina Müller aus Leutkirch, Helena Hiller aus Degerloch, und eben Regina Dilger aus Ostrach vorgestellt hatten. Alle drei machten deutlich, wie sehr ihnen die Landwirtschaft und speziell das Braunvieh am Herzen liegt. Das Außergewöhnliche bei Regina Dilger ist, dass sie selbst aus einem Fleckviehbetrieb stammt. „Braunvieh ist für mich die attraktivste und schönste Rasse, die ich schon als Kind bei meiner Oma erleben durfte“, so der Standpunkt der neuen Königin. Mittlerweile wurden auch schon Braunviehkälber zugekauft und sie werde dabei von ihrer Familie sehr unterstützt, sagte die neue Königin, die von der Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch gekrönt wurde.

F2271_Ring114_ZweimalAlbingerPayssli_Donna_Gala

Die Versteigerungshalle Hopfenweiler war auch beim 11. Waldseer Braunviehtag bestens besucht. Kein Wunder bei dem attraktiven Programm, dass vom Braunviehforum auf die Beine gestellt wurde. Neben den 112 Schaukühen und der Wahl der Braunviehkönigin standen eine Nachzuchtschau, eine Tombola mit wertvollen Preisen und eine Einlage der Showtanzgruppe Pinacolada auf dem Programm. Moderiert wurde die Veranstaltung vom RBW-Vorsitzenden Josef Volkwein, die Vorstellung der Kühe übernahm Alfred Heinzler und als Richter machte Gerold Riedl aus Tirol eine gute Arbeit.

Sauter und Albinger

F1978_29SauterAnibalLasole

Zu den Schaukühen: Mit der Glenn-Tochter Ilena holte der Betrieb Friedrich Sauter den Grand-Championtitel sowie mit der Anibal-Tochter Lasole bei den Jungkühen und der Payssli-Tochter Inova bei den mittleren Kühen zwei weitere Champions. Sauters waren mit sieben Kühen in sechs Abteilungen gestartet und holten dabei sechs Abteilungssiege. Diese Bilanz ist wahrlich beeindruckend.

F2723_41SauterGlennIlena

Und doch wäre es vermessen, das Fazit des Waldseer Braunviehtages auf den hervorragenden Auftritt des Betriebes Sauter zu reduzieren, denn auch andere Züchter zeigten starke Kühe und einer konnte Sauters Bilanz in einigen Kriterien sogar noch übertreffen: Die Albinger GbR aus Biberach stellte zehn Kühe aus, von denen neun auf dem Podest, also auf den Plätzen 1 bis 3 in der Abteilung standen (4 x 1a, 4 x 1b, 1 x 1c). Mit der Easton-Tochter Forteas, der Mutter des Stieres Bisto, holte der Betrieb Albinger den Championtitel bei den alten Kühen und mit der Payssli-Tochter Donna den Reservechampiontitel bei den mittleren Kühen.

F2316_93SauterPayssli_Inova

Eine sehr gute Bilanz hatte auch der Betrieb Bernhard Fuchs aus Argenbühl. Er war mit vier Kühen am Start, alle vier waren auf dem Podest und mit Feuerstein-Tochter Hariet und Payssli-Tochter Emma gingen zwei Reservechampiontitel zu ihm.

F2364_141SchmausEncoreNancy

Edwin Kling aus Murrwangen startete mit sechs Kühen und holte vier Podestplätze und zwei Abteilungssiege, unter anderem mit der starken Huxoy-Tochter Galaxy, die hinter Glenn Ilena auch Reserve-Euterchampion der Schau wurde. Gleich fünf Podestplätze und zwei Abteilungssieger bei sieben Kühen stellten Karl und Martin Rehm aus Ochsenhausen. Weitere Betriebe mit vier und mehr Schaukühen waren die Heckenberger GbR aus Hochdorf mit sechs Kühen (1 x 1a, 1 x 1b), die Kramer GbR aus Erolzheim (2 x 1b, 2 x 1c) mit fünf Kühen sowie die Beigger GbR aus Bodnegg (1 x 1a), die Bentele GbR aus Grünkraut (2 x 1c), Ernst Rau aus Ebersbach (1 x 1a, 1 x 1c) und die Franz und Andreas Denzel GbR aus Eberhardzell (3 x 1b, 1 x 1c) mit jeweils vier Kühen.

F2454_Kinder

Von Anibay zeigte die RBW eine starke Nachzuchtgruppe und alle Anibay-Töchter waren auch im Schauwettbewerb dabei. Brownie von Ernst Rau gewann die Abteilung und wurde sogar Reservechampion der Jungkühe. Auch für den Betrieb Friedrich Sauter war die Nachzuchtgruppe ein schöner Erfolg, schließlich wurde der Anibal-Sohn hier gezüchtet. Anibays Mutter Huray Indira war Siegerkuh am Braunviehtag 2014 und ist zugleich die Mutter von Glenn Ilena, der diesjährigen Championkuh des Braunviehtages.

F2040_AlfredHeinzler_Königinnen

RBW-Geschäftsführer Alfred Weidele kommentierte die Gruppe und stellte besonders die tiefe Kuhfamilie hervor. Neben Anibays berühmten Mutter Indira ist vielen auch deren Großmutter Starbuck Inge im Gedächtnis, die mehrfach auf Schauen zu sehen war und 122 000 kg Lebensleistung brachte. Auch Inges Mutter Puma Indora brachte über 100 000 kg Lebensleistung, damit ist Anibays Pedigree gespickt mit acht Generationen Bullenmüttern, darunter zwei 100 000-kg-Kühen. Neben dem Exterieur (ZW 119), vor allem dem Fundament (122) und dem Euter (117), zeichnet sich die Milchleistung (+ 896) als eine Stärke von Anibay ab, die Inhaltsstoffe (– 0,21 % Fett und Eiweiß) hingegen dürften seine Schwachpunkte bleiben. Anibay war in der August-Schätzung mit 60 Töchtern in Milch und 25 Töchtern im Exterieur in der Zuchtwertschätzung dabei.

Payssli am stärksten

F2193_Anibay

Von Anibal waren fünf Kühe auf der Schau, alle fünf lagen unter den ersten drei und zwei gewannen die Abteilung. Beide Glenn-Töchter gewannen die Abteilung. Von Hegall waren vier Kühe auf der Schau (beste Platzierung 1c), von Himalaya waren es ebenso fünf Kühe (1 x 1a, 1 x 1c) wie von Huray (1 x 1c) und von Huxoy (2 x 1a). Auch Huvi machte mit vier Töchtern (1 x 1a, 2 x 1b) einen guten Eindruck, Paray stellte bei vier Töchtern eine 1b-Kuh. Alle drei Salomon-Töchter (1 x 1a, 2 x 1b) kamen aufs Podest. Klar erfolgreichster Stier der Schau aber war Payssli mit 18 ausgestellten Kühen, davon fünf 1a-Kühen und 13 Kühen unter den ersten drei der Abteilung. Von seinem Halbbruder Vassli waren sechs Kühe ausgestellt (1 x 1b, 3 x 1c). JB

Auch interessant