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Gemeinschaftsunternehmen

Futtertrocknung - keine Randstreifen für Pferdecobs

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Cornelia Beisser, Wochenblatt
am
23.04.2019

Die Futtertrocknung Mindelheim hat Schulden getilgt und einen neuen Geschäftsführer bekommen.

Ehrung
Mindelheim/Lks. Unterallgäu „Trotz der trockenen Witterung im letzten Jahr konnten wir eine Steigerung von 22 000 Dezitonnen erreichen“, sagte Vorsitzender Michael Hehl (Lauchdorf) bei der 44. Generalversammlung der Futtertrocknung Mindelheim im Forum. Auf die Jahresmenge von 162 000 dt und das Betriebsergebnis von über 500 000 € könnten alle Beteiligten stolz sein: „Denn nicht die Größe macht es aus, sondern wir wollen bei den Besten sein!“
Gewählt
Ein weiterer Grund zur Freude sei die vollständige Rückzahlung von Altlasten. „Zum Jahresende waren die Altschulden bei der Bank komplett getilgt und gleichzeitig konnten auch die Mitgliederdarlehen abgelöst werden“, so Hehl.

1000 ha unserer Wiesen bleiben für die Bienen

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Auch zum Volksbegehren nahm Hehl Stellung: „Durch uns – die Futtertrocknung Mindelheim – bleiben jedes Jahr circa 1000 Hektar Wiesen bis zur Blüte für die Bienen stehen. Dadurch leisten wir einen großen Beitrag zur Artenvielfalt. Wenn der Einzelhandel und dabei an vorderster Front die Discounter und der Verbraucher weiter so mit uns umgehen, benötigen wir in ein paar Jahren ein Volksbegehren ,Rettet die Landwirtschaft‘.“

Pferdecobs: Vermarktung hat sich gut eingespielt

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Zu den Pferdecobs: Die Produktion und Vermarktung habe sich mittlerweile sehr gut eingespielt und sei auch 2018 störungsfrei abgelaufen, freute sich Hehl. In den sechs Wochen, in denen es fast keinen Niederschlag gab, konnte die Mindelheimer Genossenschaft ohne Unterbrechung trocknen. Für das Jahr 2019 habe man den Auftrag erneut bekommen, die Menge werde sich wohl auf Vorjahresniveau bewegen. Für den ersten Schnitt wurden bereits über 650 ha angemeldet. Danach werde die Menge für den 2. und 3. Schnitt festgelegt und den Mitgliedern rechtzeitig mitgeteilt.
Praktiker Klaus
In diesem Jahr könne die Futtertrocknung bei den Pferdecobs 25 ct pro dt mehr ausbezahlen. Diese Preissteigerung sei allerdings nur aufgrund einer guten Qualität des Produkts möglich. Dieser hohe Standard des Endprodukts sei allerdings nur zu erzielen, wenn auch das Grüngut von guter Qualität ist.
„Halten Sie Ihre Bestände frei von Ampfer, Kreuzkraut, Steinen und Holz und liefern Sie keine Randstreifen an. Nur so können wir den guten Preis halten!“ Ansonsten sehe man sich gezwungen, das Grüngut oder die Cobs wieder von den Anlieferern abholen zu lassen oder kostenpflichtig zu entsorgen – was für keine der beiden Seiten wünschenswert sei. Der Trocknungsstart für Pferdecobs sei heuer voraussichtlich um den 25. Mai bis 20. Juni.
In der Kampagne 2019 sei es auch wieder möglich, Ballen machen zu lassen. Bei Bedarf werde man auch auf kleine Cobs umstellen.
Insgesamt wurden rund 90 000 dt der Trockengutmenge als Gras-, Pferde- und Maiscobs über die Futtertrocknung vermarktet. „Seit 2017 sind wir zur Herstellung gentechnikfreier Futtermittel zertifiziert“, informierte Hehl.

Bau einer Lagerhalle
steht auf dem Plan

Beim Trocknungspreis lag die Genossenschaft bereits in den Vorjahren unter dem Durchschnitt, sagte der Vorsitzende und hofft, dass das auch in diesem Jahr so bleibt. Aktuell plane man den Bau einer Halle (20 x 42 m), um die Lagerkapazitäten zu verbessern.
„Unser ehemaliger Geschäftsführer Johann Pflügler und die Vorstandschaft haben sich im Guten getrennt“, betonte Hehl. Pflüglers Nachfolger ist seit dem 4. Juni 2018 Martin Fischer aus Kirchheim. Der Wechsel habe sich wohl ergeben, weil sowohl Pflügler als auch Fischer näher an ihren Wohnorten arbeiten wollten.
Hehl dankte allen Vorständen, Aufsichtsräten unter Vorsitz von Franz Salger und allen Mitarbeitern für das engagierte, gedeihliche Miteinander. Hehl hofft auch in diesem Jahr auf eine gute Auslastung der Anlage zugunsten eines guten Betriebsergebnisses.

Vorstandschaft hat jetzt einen dritten Vorsitzenden

Der Vorstand und der Aufsichtsrat würden die Vorstandschaft der 334 Mitglieder (10 Neuzugänge im Jahr 2018) zählenden Organisation gerne um einen dritten Vorsitzenden erweitern, erklärte Hehl. Was bei den anschließenden Wahlen dann auch geschah. Wiedergewählt als Vorstand wurden Stefan Reiter, Köngetried, neu in diesem Gremium ist Manfred Vogt, Gernstall. In den Aufsichtsrat erneut bestellt wurden Günter Ganz, Mindelheim, und Stefan Götzfried, Bronnen. Neu im Aufsichtsrat ist Peter Schindele aus Rammingen.

Maisflakes-Ballen sind neu im Programm

In einer eigenen Sitzung wurden die Posten der Vorsitzenden dann vergeben (siehe Unser Allgäu 15, Seite 13). Vorsitzender bleibt demnach Michael Hehl, seine Stellvertreter sind Manfred Vogt und Stefan Reiter. Auf dem Bild haben sie sich hinter einem Maisflakes-Ballen positioniert. Dieses Produkt hat die Futtertrocknung neu im Programm.
Auch Revisor Richard Christ war mit der Entwicklung der Futtertrocknung Mindelheim zufrieden. Von der Gesamtproduktion von 162 000 dt entfielen 111 400 dt auf Grascobs/Ballen, 44 700 dt auf Mais, 4300 dt auf Getreide und 2200 dt auf Stroh. In 2812 Betriebsstunden wurden demnach 57 dt pro Stunde produziert. Der Jahresüberschuss lag laut Christ bei 530 000 €, die Bilanzsumme bei 2,9 Mio. €.

In seinem Fachreferat berichtete Klaus Halder aus Isny von seinen Erfahrungen mit der Flüssigdüngung im Grünland im Cultan-Verfahren. Es bestehe eine bessere Pflanzenverfügbarkeit vor allem bei Trockenheit, die Auswaschung sei geringer. Weitere Vorteile seien, dass sich der Dünger regional herstellen lasse und mit 60 €/dt vergleichsweise günstig sei. Allerdings werde dieser Preisvorteil von den Ausbringkosten wieder aufgefressen (25 €/ha).

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