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Tierseuchen

Hasenpest im Landkreis Dillingen

Feldhase im Sprung
BLW
am
24.10.2017

Im Stadtwald Wertingen wurde bei einem verendeten Feldhasen Tularämie, umgangssprachlich auch „Hasen- oder Nagerpest“ genannt, festgestellt.

Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die durch den Erreger Francisella tularensis (F. tularensis) verursacht wird und vor allem bei wild lebenden Tieren vorkommt. In erster Linie sind Feldhasen betroffen. Jedoch können Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen genauso wie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und sogar Vögel infiziert sein. Stechinsekten, insbesondere Zecken, können bei der Übertragung eine wichtige Rolle spielen.

Das Krankheitsbild reicht von milden Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen. Vor allem bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang, werden teilnahmslos und können ihre natürliche Scheu verlieren.

Die Tularämie bei Hasen und Kaninchen ist durch die Untersuchungsstellen dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Der Mensch kann sich durch Kontakt mit infektiösem Tiermaterial über Haut/Schleimhaut oder durch Verzehr von nicht genügend erhitztem, kontaminierten Fleisch anstecken. Gefrorenes Fleisch und kontaminierte Materialien bleiben lange infektiös. Das Erkrankungsbild beim Menschen ist vielfältig: grippeähnliche Symptome, Hautgeschwüre, Entzündungen der Augen und anderer Organe sowie Lymphknotenschwellungen. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt, aber nicht ausgeschlossen. Zur Vermeidung eines schweren Krankheitsverlaufes ist eine frühzeitige Antibiotika-Behandlung wichtig. Eine Impfung ist in Deutschland nicht zugelassen.

Das Fleisch von Hasen/Kaninchen sollte man nur gut durchgegart verzehren, mit Tierkadavern verseuchtes Wasser ist zu meiden. Jäger sollten beim Abbalgen Handschuhe und bei Bedarf spezielle Atemschutzmasken tragen. Tote Feldhasen können beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim untersucht werden.

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