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Landfrauen

Hoher Butterpreis heißt nicht hoher Milchpreis

Ortsbäuerinnen Günzburg
Patrizia Schallert
am
03.11.2017

Erstmals seit den Verbandswahlen trafen sich die Günzburger Ortsbäuerinnen zu einer gemeinsamen Versammlung.

„Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns, das uns alle gefordert hat“, stellte Kreisbäuerin Marianne Stelzle in Kemnat fest und startete die Herbsttagung mit dem Kurzfilm „Die Landwirtschaft seit 1950 – eine Geschichte, die noch nie erzählt wurde, eine Geschichte über eine unglaubliche Produktionssteigerung“. Der Film zeige, wie wertvoll die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern sei, so Stelzle.

Bei Butter wird um jeden Cent gefeilscht

Die Düngeverordnung betrachtet Stelzle als Herausforderung, die die Arbeit auf den einzelnen Betrieben nicht leichter machen wird. Sie legte den Bäuerinnen nahe, Infoveranstaltungen zu besuchen, weil „die Büroarbeit doch meist an uns Frauen hängen bleibt“.

Auch die Berichterstattung unter Schlagzeilen „Butter so teuer wie nie“ mache es den Landwirten nicht leichter, zumal dem Verbraucher meist nicht bewusst sei, dass ein hoher Butterpreis nicht gleichbedeutend mit einem hohen Milchpreis ist. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass der Verbraucher ohne mit der Wimper zu zucken bereit ist, für eine Tasse Cappuccino 2,80 Euro zu bezahlen, aber bei 250 Gramm Butter um jeden Cent feilschen will.“

Sich absicher ist wichtig

Ortbäuerinnen Günzburg

Martin Engelmayr, Geschäftsführer des bbv-Service, wies auf die zunehmende Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP). Hier sei die Ertragsschadenversicherung für Betriebe mit Tierproduktion unverzichtbar. „Die ASP ist nicht nur eine Bedrohung für Schweinehalter, sondern für jeden Betrieb, der Nutztiere hält“, betonte Engelmayr.

Bei einer Keulung des Tierbestands werde durch die Tierseuchenkasse nur der gemeine Tierwert entschädigt. Liegt ein Betrieb im Sperr- oder Beobachtungsgebiet, kann der Landwirt aber weder ein Tier noch Produkte verkaufen. Die private Ertragsschadenversicherung decke in diesem Fall nicht nur den Einnahmeausfall durch Tierverluste und die Verminderung der tierischen Produktionsleistung ab, sondern auch die finanziellen Verluste, die durch eine Unterbrechung des Produktionsverfahrens, durch Lieferverbote und Verkaufsbeschränkungen entstehen.

Außerdem übernehme die Versicherung zusätzliche Kosten, beispielsweise für den Tierarzt, Medikamente, Labordiagnostik, Reinigungs-, Schutzmaßnahmen sowie erhöhte Remontierungskosten.

Eine Basis-Mindestabsicherung greift bei anzeigepflichtigen Tierseuchen gemäß der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen und einem Unfall im Tierbestand. Eine umfassende Premium-Absicherung übernimmt auch Schäden, die durch andere übertragbare Tierkrankheiten entstanden sind.

Ebenso zahlt sie bei Diebstahl und Betriebsunterbrechung infolge von „Kontamination durch Schadstoffe“. Die Versicherungssumme pro Jahr wird aus dem Tierwert und dem Tarif-Deckungsbeitrag errechnet. „Im Schnitt können Sie bei Mastschweinen mit rund einem Euro pro Tier rechnen, bei einer Kuh mit zehn Euro.“

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