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Abstimmung

Im Internet für die Bierkönigin stimmen

Michael Ammich
am
23.04.2018

Als erste Schwäbin möchte Landwirtin Sabrina Mair Bayerns Bierkönigin werden: Abstimmen können Sie bis zum 25. April.

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Sie ist gescheit, sie ist fesch, sie kommt aus Schwaben und sie möchte die neue bayerische Bierkönigin werden. Damit sich dieser Traum für Sabrina Mair erfüllt, ist sie jedoch auf die Stimmen der Bierfreunde angewiesen. Deren Voting schlägt nämlich bei der Wahl der Bierkönigin zu einem Drittel zu Buche. Auf einer Versammlung des BBV Dillingen in Gottmannshofen stellte sich die 24-jährige potenzielle Hoheit den Bäuerinnen und Bauern vor.

Botschafterin werden

„Ich möchte eine Botschafterin sein und für Bayern und seine regionalen Produkte werben“, begründet Sabrina Mair ihren spontanen Entschluss, zur Wahl anzutreten. Die ausgebildete Landwirtin stammt aus einem Milchvieh-Ackerbaubetrieb in Münster im Donau-Ries-Kreis. Ihrem Hauptberuf geht sie jedoch in der Buchstelle der Verbundgeschäftsstelle des BBV Donau-Ries und Dillingen in Donauwörth nach. Dort stieß sie in einer Mittagspause auch auf die Website des Brauerbunds, der jährlich eine Bierkönigin kürt. „Da musst Du Dich unbedingt bewerben“, riet eine Arbeitskollegin. Mair zögerte nicht lange, zumal es noch nie eine Bierkönigin aus Schwaben gab. Schon nach wenigen Tagen hielt sie eine Einladung zum Casting in der Hand. In München fand sie sich im Kreis von 24 Bewerberinnen wieder, die sich der Brauerbund aus insgesamt 69 Kandidatinnen genauer ansehen wollte. Nur noch sieben Frauen blieben in der engeren Auswahl – darunter Sabrina Mair. Sie nahm an einem zweitägigen Bierseminar mit Verkostung in Kulmbach teil und jetzt wartet sie auf den 3. Mai, an dem bei einem Festabend in der Alten Kongresshalle in München der Name der künftigen Bierkönigin bekanntgegeben wird.

Auf dem Weg dahin ist jedoch noch eine Hürde zu nehmen: Bis zum 25. April kann jeder Besucher auf der Website „www.bayrisch-bier.de/bayerische-bierkoenigin“ seine Stimme für eine der sieben Bewerberinnen abgeben. Zu je einem Drittel zählen das User-Voting, die Stimmen der Jury und die des Publikums beim Festabend. Sollte Sabrina Mair zur Bierkönigin gekürt werden, müsste sie in ihrer einjährigen Amtszeit rund 100 Pflichtauftritte in Bayern, Deutschland und der ganzen Welt absolvieren. Erleichtert werden die vielen Fahrten durch ein gesponsertes Auto. Zeit genug, um ihr Motto „Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft“ in die Welt hinaus zu tragen.

Ein echter Hammer

Für Dillingens BBV-Kreisgeschäftsführer wäre es ein echter Hammer, wenn Mair den Titel gewinnen sollte. „Bier ist schließlich ein Grundnahrungsmittel“, sagt Eugen Bayer. „In Schwaben hat der Anbau von Braugerste Tradition.“ Darüber hinaus werde zwischen Ries und Allgäu zunehmend auch Brauweizen kultiviert. Heuer hat die Schwäbische Naturenergie, deren Geschäftsführer Bayer ist, erstmals mit Landwirten in der Region Anbauverträge für Brauweizen abgeschlossen. „Bayerisches Malz ist wichtig für die regionale Vermarktung. Unsere Bauern wollen die heimischen Mälzereien bedienen, und das umso mehr, als die bayerischen Brauer in wachsendem Maße bayerisches Malz einfordern.“

Auch Kreisobmann Klaus Beyrer ist begeistert von Sabrina Mairs Idee: „Das hätte einen starken Werbeeffekt auf den Braugerstenanbau. Wenn der Landwirt eine höhere Wertschöpfung gewinnen kann, wird der Anbau wieder attraktiv“, bekräftigt Beyrer.

Kreisbäuerin Annett Jung drückt Mair ebenfalls beide Daumen. „Mit ihr als bayerischer Bierkönigin hätten wir in Schwaben ein Gesicht, das den Verbrauchern zeigt: So sind sie, die jungen Frauen in unserer Landwirtschaft und in unserem ländlichen Raum.“

Bayer hatte ein Plakat mitgebracht: Der Landwirt kann auf 1 ha Ackerland 5 t Braugerste ernten. Aus dieser Menge erzeugt der Mälzer 4 t Malz. Zusammen mit Wasser, Hefe und Hopfen kann man daraus 23 500 Liter Bier brauen. Michael Ammich

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