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Widerstand

Kein Nationalpark Donau-Auen!

Nationalpark Donau-Auen
Michael Ammich
am
04.12.2017

Eine neue Studie belegt, dass ein Nationalpark zahlreiche negative Auswirkungen auf die Region und die Umwelt hätte.

Der Bayerische Bauernverband hat sich bereits mit vielen Sachargumenten in der Landtagsanhörung, aber auch auf Informationsveranstaltungen, Aktionen und Kundgebungen gegen einen 3. Nationalpark in Bayern ausgesprochen.

Dabei wurden die Landwirte unterstützt von Jägern, Forstwirten, Waldrechtlern und Fischern. Da die Bayerische Staatsregierung beschlossen hat, die Möglichkeiten für einen 3. Nationalpark umfassend zu prüfen, hatten Vertreter der bayerischen Papierverbände, der Familienbetriebe Land und Forst Bayern (ehemals Grundstücksbesitzerverband), der Waldbesitzerverband und der BBV unter anderem ein gemeinsames Gutachten zu „Auswirkungen eines möglichen 3. Nationalparks in den Donau-Auen“ in Auftrag gegeben.

Mit der Expertise wollen sich die Nutzerverbände gemeinsam in die fachliche Debatte einbringen. Die Verfasser der Studie, Prof. Dr. Hubert Röder (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) und Diplom-Holzwirt Axel Jentsch (Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, Innovation und Service GmbH), betonen in ihrem Vorwort: „Die Ergebnisse der Studie sind an die Bayerische Staatsregierung gerichtet und sollen als ergänzende Entscheidungsgrundlage für den Dialogprozess zur möglichen Ausweisung eines 3. Nationalparks in Bayern dienen.“

Forstwirtschaft mit hoher ökologischer Leistung

Im 35-seitigen Gutachten zum geplanten Nationalpark Donau-Auen wurden beispielsweise naturschutzfachliche und rechtliche Details, der Klimaschutz und Auswirkungen für Waldbesitzer von den beiden unabhängigen Fachleuten unter die Lupe genommen. Im Ergebnis bringt die Studie hervor, dass ein Nationalpark Donau-Auen negative Folgen für das Klima, die Regionalentwicklung, die Versorgung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und die Investition im Bereich Bioökonomie hätte.

„Um den gleichen Klimaschutzeffekt wie die nachhaltige Holznutzung im Suchraum entlang der Donau zu erreichen, müssten jährlich 59.030 Mittelklasse-Pkw stillgelegt werden“, so eine Feststellung im Gutachten, die unter anderem die hohen ökologischen Leistungen der Forstwirtschaft untermauert.

Zudem zeigt das Gutachten, dass gemäß den internationalen Vorschriften die Förderung des Fremdenverkehrs kein Ziel bei der Ausweisung des Nationalparks sein kann und darf. Das Gutachten führt viele weitere Details auf, die klar gegen die Ausweisung eines 3. Nationalparks in den Donau-Auen sprechen. Es bestätigt, dass sich ein Nationalpark negativ auf die wirtschaftliche Regionalentwicklung auswirkt durch steigende Umweltauf­lagen in der Nachbarschaft und außerhalb des Gebietes.

Der BBV Schwaben wird das Gutachten über seine Kreisverbände regionalen Kommunalpolitikern und Nutzerverbänden als Fach-Expertise und Argumentationshilfe bereitstellen.

Bei der Kreisobmännertagung in Herrsching wurde erneut klar, dass sich der Berufsstand vehement gegen die Ausweisung eines weiteren Nationalparks in Bayern ausspricht. Das Gutachten bestätigt, was vorab fachlich und basisdemokratisch erarbeitet wurde: „,Schützen durch Nützen‘ ist wesentlich sinnvoller und erfolgsorientierter als die Ausweisung eines Nationalparks.“

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