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Austausch

Landwirtschaft und Unternehmen im Dialog zum Ausbau der B 16

B16-Ausbau
BBV
am
16.10.2017

Krumbach - Die Diskussionen um den weiteren Ausbau der Bundesstraße B 16 waren Anlass für regionale Vertreter von BBV, IHK und Handwerk, sich vom Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Krumbach, Jens Ehmke, über die Planungen und die weiteren Schritte informieren zu lassen und sich über ihre jeweiligen Vorstellungen auszutauschen.

Das Gespräch, das Schwabens BBV-Präsident Alfred Enderle und IHK-Vizepräsident Walter Berchtenbreiter moderierten, verlief in konstruktiver Atmosphäre. Neben einer Reihe von Gemeinsamkeiten zeigten sich in Einzelpunkten auch unterschiedliche Auffassungen.

Neben einer flächenschonenden Planung forderten die BBV-Vertreter, dass landwirtschaftliche Transporte ab 40 km/h auf der Ausbaustrecke zugelassen werden. Dies sei wegen der Notwendigkeit von Transporten landwirtschaftlicher Güter in die Nachbarlandkreise Günzburg und Donau-Ries ein zentrales Thema. Es könne nicht sein, dass Landwirte Grundstücke abtreten und trotzdem keine geeignete Möglichkeit haben, Transporte und Fahrten durchzuführen. Auch die Vertreter des Handwerks sahen hier einen Bedarf, etwa beim Umsetzen langsamerer Transportmaschinen und Arbeitsgeräte.

Die Vertreter von IHK-Ehren- und Hauptamt setzten sich dagegen für die Einstufung der B 16 als Kraftfahrstraße ein, auf der nur Fahrzeuge fahren dürfen, die schneller als 60 km/h sind. Sie verwiesen auf die Bedeutung der Straße als überregionale Erschließungsachse für einen Landkreis, der keinen Autobahnanschluss und keine vierspurige Bundesstraße besitze. Die B 16 habe für den starken Produktionsstandort hohe Bedeutung im Güterverkehr und für Pendler.

Beide Seiten waren sich aber einig, dass als weitere Gesprächsgrundlage die rechtlichen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Anforderungen für eine Kraftfahrstraße bzw. für Ausnahmeregelungen geprüft werden müssten. Zudem wird das Staatliche Bauamt Verkehrszählungen zu landwirtschaftlichen Transporten machen, so dass es Zahlen und Daten zur besseren Situationsanalyse gibt. Neben diesen Unterschieden gab es auch gemeinsame Positionen. So wurde in einer Problemanalyse festgestellt, dass der Rückbau der alten B 16 für Transporte und Fahrten aller Wirtschaftsbereiche in den Donau-Städten immer wieder zu Problemen, Engstellen und Gefahrenpotenzial führe. Hier müssten die Problempunkte für die einzelnen Teilabschnitte mit kommunalen und örtlichen Vertretern diskutiert werden.

Zum naturschutzfachlichen Ausgleich waren sich beide Seiten einig, miteinander für eine ressourcenschonende Reduzierung und Optimierung einzutreten. Einig war man sich, den geplanten dreistufigen Ausbau der B 16 mit ausreichenden Überholmöglichkeiten zu versehen, damit der Verkehrsfluss zügig wäre. In Teilbereichen könne es durchaus sinnvoll sein, statt der dreistreifigen „2+1-Variante“ auch eine vierstreifige „2+2-Planung“ zu prüfen.

In puncto Flächenverbrauch forderten die BBV-Vertreter bei der Ortsumfahrung Höchstädt, die sogenannte „Bahntrasse“ als Planungsvariante zu realisieren. Dabei unterstützt der BBV die Forderungen der betroffenen Grundstückseigentümer und Landwirte, im Zuge der sowieso notwendig gewordenen neuen Planungen eine erneute Abwägung der Belange durchzuführen. Hier befürchten die IHK-Vertreter, dass eine neue Trassendiskussion die Realisierung um Jahre zurückwerfen würde.

Die Gesprächsteilnehmer vereinbarten, den Dialog fortzuführen, weil es besser sei bei unterschiedlichen Standpunkten „miteinander statt übereinander“ zu reden.

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