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Chöre

Wo man singt, lass dich ruhig nieder

Chor_Günzburg
Michael Ammich
am
30.06.2017

Günzburg - Zehn schwäbische Landfrauenchöre und der Allgäuer Bauernchor gaben sich in Günzburg ein Stelldichein.

Zumindest musikalisch lässt sich der ländliche Raum in Schwaben nicht von den urbanen Zentren abhängen. Dafür sorgen schon die Landfrauenchöre im Bauernverband. Wir sind da, wir sind laut und wir sind stark, signalisierten die zehn schwäbischen Landfrauenchöre und der Allgäuer Bauernchor bei ihrem Treffen in Günzburg. Aber von nichts kommt auch in der Musik nichts, und so wirkten die frischen Lieder der Sängerinnen und Sänger keineswegs wie eben mal aus dem Ärmel geschüttelt. Die Zuhörer im Günzburger Forum spürten vielmehr, dass die Sangeskunst der Chöre auch das Ergebnis intensiven Übens ist.
Eröffnet wurde das schwäbische Chöretreffen mit einer katholischen Messfeier, die Reisensburgs Pfarrer Heribert Singer gemeinsam mit dem Günzburger Landfrauenchor gestaltete. Anschließend begrüßte dessen Vorsitzende Waltraud Bader die Ehrengäste und Zuhörer im Forum, unter denen mehrere Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner aus dem gesamten Regierungsbezirk waren.
Lampenfieber gehört wohl auch dazu
Bader freute sich, dass das Treffen der schwäbischen Landfrauenchöre in ihrem Heimatlandkreis über die Bühne ging, fiel doch mit ihm das 40-jährige Gründungsjubiläum des Günzburger Landfrauenchors zusammen. „In diesen vier Jahrzehnten haben wir viel erlebt, aber auch viel gezittert“, bekannte die Chorvorsitzende. Oft hätten die Sängerinnen unter Lampenfieber gelitten, genauso wie früher vor Schulprüfungen. „Aber dann hat doch immer alles geklappt.“
In seinem Grußwort ging der Kulturreferent des Günzburger Stadtrats, Stefan Baisch, auf die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der geschichtsträchtigen Donaustadt ein und ermunterte die Gäste zu einem Spaziergang durch die historische Altstadt nach dem Treffen.
Christiane Ade nutzte die Gelegenheit, sich den mehreren Hundert Chormitgliedern als neue Bezirksbäuerin vorzustellen. Aber auch aus einem anderen Grund war Ade beim Chöretreffen im Günzburger Forum die richtige Frau am richtigen Platz. In ihrem Heimatdorf Gerlenhofen bei Neu-Ulm agiert sie nämlich als Vorsitzende der örtlichen Musikkapelle. Damit versteht es die Bezirksbäuerin bestens, die Arbeit für den Bauernverband, das Landleben und die Musik miteinander zu verbinden.
„Der Beruf der Bäuerin ist einer der vielfältigsten Berufe überhaupt“, bekräftigte Ade. Die Landfrauen repräsentierten in der Öffentlichkeit die ländliche Kultur, die Landwirtschaft und die bäuerlichen Betriebe, die Landfrauenchöre wiederum gestalteten die Kultur im ländlichen Raum aktiv mit. Der Bauernverband beweise mit der Tradition seiner Chöre, dass er nicht nur eine politische, sondern ebenso eine gesellschaftliche Kraft darstellt. „Die Geselligkeit gehört bei unserem Berufsstand dazu“, betonte Ade. Mit ihrem vielfältigen Repertoire spiegelten die Landfrauenchöre die Devise des BBV „Einheit der Vielfalt“ wider. Mit einem Zitat des deutschen Dichters Johann Gottfried Seume beschloss die Bezirksbäuerin ihr Grußwort: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“
Bevor die zehn schwäbischen Landfrauenchöre und der Allgäuer Bauernchor der Reihe nach auf der Bühne ihr Können und ihr musikalisches Repertoire demonstrierten, standen jedoch noch drei Danksagungen auf dem Programm. Als Erste rief die Bezirksbäuerin die scheidende Chorbeauftragte des Schwaben-BBV, Marlene Egger, zu sich. Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Ade für ihren Einsatz. Zugleich stellte sie die Nachfolgerin Eggers als Chorbeauftragte vor: Annett Jung, die erst vor fünf Monaten zur neuen Kreisbäuerin von Dillingen gewählt wurde. Jung wird in den kommenden fünf Jahren die Ansprechpartnerin der Landfrauenchöre sein.

Günzburger Chor feiert 40-jähriges Bestehen

Schließlich bedankte sich Ade auch bei der Günzburger Chorvorsitzenden Waltraud Bader mit einem Blumenstrauß. Der im Jahr 1976 gegründete Chor ist ein eingetragener Verein und zählt in seinen Reihen 60 Sängerinnen. Während Bader dem Chor seit fünf Jahren vorsteht, übt Elisabeth Neuburger ihr Amt als Dirigentin schon seit zehn Jahren aus. Den gesamten Günzburger Landfrauenchor ehrte Ade zu seinem 40-jährigen Bestehen mit einer Urkunde des Bayerischen Bauernverbands. Gefallen fand die Bezirksbäuerin am Motto des Günzburger Chors: „Anderen durch Musik Freude bereiten.“
Als BBV-Chorbeauftragte führte Marlene Egger durch das gut dreistündige musikalische Programm des Landfrauenchöre-Treffens. Dazu gehörten deutsche und schwäbische Volksweisen ebenso wie Volkslieder aus Italien und Mexiko, die Vertonung eines Gedichts aus der Feder von Joachim Ringelnatz oder die Tritsch-Tratsch- und Ambosspolka.
Den abschließenden Höhepunkt des Treffens bildete der gemeinsame Auftritt aller im Forum versammelten Chöre mit dem Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“.

 

 

Wo man singt, lass dich ruhig nieder

Günzburg
Landfrauenchor Ostallgäu
Der Oberallgäuer Bäuerinnenchor mit Stubenmusik und seiner Dirigentin Waltraud Geismayr.
Der Unterallgäuer Bäuerinnenchor mit Dirigentin Sanni Risch und Uli Willer vom Bauernchor am Keyboard.
Der Landfrauenchor Augsburg mit seiner Dirigentin Jewgenia Raisowa.
Der Landfrauenchor Augsburg mit seiner Dirigentin Jewgenia Raisowa.
Der Landfrauenchor Aichach-Friedberg mit seinem Dirigenten Rupert Reitberger.
Der Landfrauenchor Dillingen mit Dominik Bamberger am Keyboard unter seiner Dirigentin Elvira Foitl.
Der Landfrauenchor Donau-Ries (v. r.) vorgestellt von Carolin Schober-Mittring und Sybille Hafner.
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