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Ehrenamt

Milchprinzessin - sympathisch ist sie, und sicher im Auftreten

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Susanne Lorenz-Munkler
am
27.05.2019

Mit Miriam Weiß aus Betzigau kommt die Bayerische Milchprinzessin seit Langem mal wieder aus dem Allgäu.

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Einen Tag, nachdem die frischgekrönte Milchprinzessin Miriam Weiß auf den elterlichen Hof nach Betzigau zurückgekehrt ist, musste ihre Hoheit gleich unter Beweis stellen, was sie als Prinzessin so draufhat. Denn völlig überraschend fand vor dem Haus ein Blasmusikkonzert mit Mitgliedern aus sieben verschiedenen Musikkapellen statt, die ihrer Majestät Miriam ihre Aufwartung machten. „Ich bin mit meiner Schwester Sarah gerade völlig entspannt vor dem Fernseher gelegen, als es losging“, erinnert sie sich. „Innerhalb von zwei Minuten habe ich mich in Tracht geschmissen, das Krönchen aufgesetzt und stand draußen, um mich zu bedanken.“ Wie schon zur Krönung in Herrsching hat sie sich dabei mit sicherem Griff für ihr blaues Dirndl entschieden: eine Tracht, die die schlanke blonde Frau mit ihren strahlend blauen Augen besonders schmückt. Keine leichte Wahl. Denn die 23-jährige Miriam hat neun Dirndl, ein Mieder, drei verschiedene Röcke und zwanzig Schürzen im Schrank. Und das Grüne, das sie bei ihrem Bewerbungsvideo anhatte, stand ihr auch nicht schlecht.

Gruppenführerin bei der Freiwilligen Feuerwehr

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Dirndl zu schneidern ist nur eines der Hobbys der 23-Jährigen. Die milchwirtschaftliche Laborantin bei der Firma Edelweiß liebt das Ehrenamt. Sie ist seit ihrem 18. Lebensjahr Jugendwart und Gruppenführerin bei der Freiwilligen Feuerwehr Betzigau. Daneben leitet sie einmal wöchentlich das Kinderturnen beim TSV Betzigau. Leidenschaftlich gerne geht sie nach der Arbeit mit Mutter Marlis, Vater Winfried und Bruder Daniel in den Stall. Die Familie Weiß hat einen Milchviehbetrieb mit 70 Milchkühen und Nachzucht – na ja… und da gibt es noch eine ganze Menge Freundinnen, die Musik, die Berge und vor allem ihren Lebensgefährten Jürgen.

In ihrem Leben wird sich jetzt einiges ändern. Das ist Miriam schon klar. Denn als Bayerische Milchprinzessin – nach 11 Jahren ist es endlich mal wieder eine Allgäuerin, die dieses Amt bekleidet – muss sie sich jetzt neuen Aufgaben widmen. Sie soll dem „Weißen Gold Bayerns“ ein Gesicht geben. Bei vier bis fünf Terminen im Monat und in ganz Deutschland. Die Anuga Foodmesse in Köln, die Grüne Woche in Berlin und viele andere bundesweiten Messen und Veranstaltungen warten auf sie, die künftig prominenten Politikern und Funktionären als erfreuliche Erscheinung zur Seite stehen wird. Als Repräsentantin der bayerischen Milchwirtschaft.
Ihr Arbeitgeber, die Molkerei Edelweiß & Co KG in Kempten, und vor allem ihre Chefin Birgit Schäuble haben von Anfang an zugestimmt, als sie sich für das Amt der Milchprinzessin beworben hat. Und alle hanben sie hochleben lassen, als sie sich gegen 16 Mitbewerberinnen durchgesetzt hat. Sieben von den 17 Bewerberinnen sind dann ins Finale gekommen, eine Königin (Beatrice Scheitz) und eine Prinzessin gekrönt worden. Von nun an wird sie von der Molkerei Edelweiß für ihre Auftritte als Milchprinzessin freigestellt.
Überzeugen konnte sie die siebenköpfige Jury des Verbands der Milcherzeuger Bayern im Finale nicht nur mit ihrem Fachwissen, sondern auch mit ihrem sympathischen und sicheren Auftreten, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Dass sie ein wenig nervös war, sei kein Problem gewesen. Die Prüfungsfragen, die den Finishern gestellt wurden, seien „ganz schön anspruchsvoll“ gewesen, sagt sich Miriam. Viel Wissen über Milcherzeugung, Tierhaltung und Agrarpolitik sei abgefragt worden. Beim Probeinterview sollten die jungen Frauen Souveränität zeigen, beim Fototshooting selbstbewusste Natürlichkeit zur Schau tragen. Wie aktiv die Finalistinnen im Bereich Social Media sind, war ein weiteres Kriterium, berichtet Miriam. Wer gewinnt, entschied zum ersten Mal nicht allein eine Jury, sondern auch die Öffentlichkeit. Bis zum Finale konnte man auch per Online-Voting für einen Kandidaten stimmen.
Bei der Endauswahl in Herrsching saßen Mama Marlis und Schwester Sarah in den Zuschauerreihen. „Wir konnten es kaum glauben. Alles ging unheimlich schnell“, berichtet die Mutter. „Es war ein unvergesslicher Augenblick – unsere Miriam ist Milchprinzessin“.
Und was will die junge Frau in ihrem neuen Amt bewegen? „Nun. Erst mal werde ich einiges lernen“, meint sie ganz frech und grinst, „zum Beispiel, wie man mit der Presse umgeht“. Vor allem aber will sie das Image des Lebensmittels Milch bei den Verbrauchern ins richtige Licht rücken. „Der Verbraucher muss wissen, wie viel Arbeit, Wissen und Engagement der Landwirt und Verarbeiter in die Milch steckt. Und er muss wissen, was für ein hochwertiges und gesundes Produkt er kauft.“
Sie hat sich viel vorgenommen, die 1,60 m große Prinzessin aus Betzigau. Dafür braucht sie jetzt vor allem eines: viel Energie. Woher sie die nimmt? Ihr Geheimtipp. „Die Tasse Kaba am Morgen ist mein Power-Drink!“
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