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Investition

Der neue Stall ist notwendig

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Externer Autor
am
07.01.2019

Für Josef Epp vom MVB spielt Neubau eine wichtige Rolle für die Ausbildung

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Zweifellos beeinflussen die Verläufe am Milchmarkt das Geschehen am Milchwirtschaftlichen Zentrum. Darüber wurde in der Fachpresse ausführlich informiert“, erläuterte Geschäftsführer Clemens Rück bei der Mitgliederversammlung des Milchwirtschaftlichen Vereins Bayern e.V. (MVB) im „Waldhorn“ in Kempten. Dabei wies er darauf hin, dass am Anfang der Wertschöpfungskette für die Milcherzeugung immer der Spitalhof steht, der mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb wertvolle Arbeit in der Aus- und Weiterbildung leistet.
Unproblematisch verlief die Beschlussfassung zum Rechnungsabschluss 2017, die Markus Müller von der BBV-Hauptgeschäftsstelle Schwaben in Augsburg leitete. Erfreulich für die 54 MVB-Mitglieder ist, die Mitgliedsbeiträge auf der im Jahr 2013 beschlossenen Höhe zu belassen. Sie betragen 5€ je 100 000 kg Jahresmilchanlieferung ohne Zukauf, gedeckelt bei 7500 €. Der Mindestbeitrag beträgt 150 €.
Im öffentlichen Teil am Nachmittag blickte Vorsitzender Hans Epp auf die Ereignisse des letzten Jahres. Klar formulierte er: „Für die Ausbildung – Tierhaltung und Melken – ist ein neuer Stall absolut notwendig. Die Verhandlungen zur Weiterführung des Vertrages mit dem Bayerischen Staat sind mit intensiven Gesprächen auf allen Ebenen seit längerer Zeit in vollem Gange, waren aber ab der Wahl bis jetzt zur Regierungsbildung auf Eis gelegt.“ Nachdem die Ausschüsse im Parlament nun neu besetzt sind, wird mit voller Kraft das Thema wieder aufgegriffen, sagte Epp.

Neubau für den Spitalhof und die Molkereischule

„Wir sind dem neuen Leiter des Spitalhofs Matthias Wiedemann sehr dankbar, dass er die überaus schwierige personelle Situation bis jetzt gemeistert hat. Ich danke auch den Lehrlingen für ihr überproportionales Engagement“, betonte Epp.
Auch bei der LVFZ-Molkereischule gibt es Neuigkeiten. Mit Blick auf Kemptens stellvertretenden Bürgermeister Josef Mayr sagte Epp: „Nach langen, teils zähen Verhandlungen mit der Stadt Kempten konnten wir die Grundstücke für das notwendige Schülerwohnheim und für die eventuelle Erweiterung der Molkereischule – das Technikum – erwerben. Dies ist Grundlage für die Entwicklung der Molkereischule für die Zukunft.“ Nach der Änderung des Flächennutzungsplans werde für das Schülerwohnheim 2019 der Spatenstich sein.
„Auf Initiativen, meist von Geschäftsführer Georg Herbertz von Dairy Food Service, konnten wir eine Reihe zum Teil hochkarätige Delegationen aus der globalen Welt begrüßen und die Aktivitäten des Zentrums darstellen“, erklärte der Vorsitzende.
Über die Situation der Milchwirtschaft im Nachbarland Österreich informierte Diplompädagoge Ingenieur Josef Weber von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Generell gelte: Die Bauern drückt an der gleichen Stelle der Schuh wie den Berufskollegen in Bayern.

Österreich setzt auf gentechnikfreie Milch

Weber zitierte eingangs Rainer Maria Rilke: „Die Zukunft zeigt sich in uns, bevor sie noch eintritt.“ Dies hätten auch viele österreichische Milcherzeuger erfahren müssen. Die gesamte Milchanlieferung, einschließlich der Direktlieferungen ins Ausland, beträgt in seinem Bundesland 3,3 Mio. t, sagte Weber. In allen Fällen werde gentechnikfreie Milch geliefert. Dieses Kriterium werde in Österreich seit einigen Jahren hochgehalten. Eiweißfuttermittel kommen ausschließlich aus Europa. Der Biomilchanteil beträgt 526 000 t, was 16 % entspricht. 95 % der gesamten Milch liegt in der höchsten Qualitätsklasse.
Unschwer war aus Webers Ausführungen zu erkennen, dass in seinem Bundesland großer Wert auf Qualität gelegt wird, da die Konsumenten höchste Qualität erwarten. Dem trägt die österreichische Milchwirtschaft Rechnung. „Wichtig ist auf gesättigten Märkten den Markt zu differenzieren, den Qualitätsvorsprung zu sichern und weiter auszubauen. Dies ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor“, so der Experte. Chancen sieht Weber auch im Export.

Clever: Die Begriffe der Branche positiv umtexten

Geradezu clever, wie sein Haus negativ besetzte Begriffe rund um die Landwirtschaft umtextet: So wird aus konventioneller Milch „gentechnikfreie Qualitätsmilch“, Anbindehaltung mit Auslauf auf Weide nennen sie „Kombinationshaltung“ und aus Silo wird „Gärfutter“. Pfiffig die Umdeutung von Subventionen und Förderung, was als „Leistungsabgeltungen“ bezeichnet wird!, nannte Weber ein paar Beispiele.

Für seinen Beruf und die Themen „brennen“

Der Referent erklärte auch, wie in Österreich die Kommunikation optimiert wird. Wichtig sei, die Werte zu kennen und sie zu transportieren, sich Kompetenz aneignen und vermitteln, Begeisterung für seinen Beruf aufbringen und für das Thema „brennen“! Alle Wege der Kommunikation wie Sprache, Emotionen, Schrift und soziale Medien sollten genutzt und Inhalte individuell für die jeweilige Zielgruppe aufbereitet werden.
Wer sich intensiver über die südlichen Nachbarn informieren will, der kann Näheres erfahren: www.unserelandwirtschaft.at. Darin befindet sich auch ein „Landwirtschafts-ABC“ im Bereich „Ich bin Bäuerin/Bauer“.
In ihren Grußworten betonten Kemptens Dritter Bürgermeister Josef Mayr sowie der Politiker und „Fernsehrichter“ Alexander Hold die Wichtigkeit des Milchwirtschaftlichen Vereins Bayern – mit Sitz in Kempten. Toni Ledermann
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