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Wettbewerb

Ochsenrennen - Frauen sind die besseren Reiter

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Toni Ledermann
am
17.06.2019

Sie heißen Ringo, Lugge oder Dagobert und sind heute die Stars: Ochsen verschiedener Rassen, die mit ihrem Reiter um die Wette rennen.

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Rammingen/Lks. Unterallgäu Dieses tierische Spektakel wollten sich kürzlich rund 5000 Gäste in Rammingen nicht entgehen lassen. Zumal ein Ochsenrennen im Unterallgäu schon seit vielen, vielen Jahre nicht mehr veranstaltet worden ist.

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Zur Überraschung und Freude vieler Gäste waren auch einige Frauen erfolgreich am Start. Und am Ziel hatte eine sogar die Nase vorn: Nadine Nagler setzte sich nach mehreren Läufen als Siegerin vom Team 2 mit ihrem 3,5 Jahre alten und 980 kg schweren Ochsen Lugge vom Betrieb Ludwig Wimmer junior (Walpertskirchen) durch. Dafür konnte sie sich über einen großen Pokal und 100 Liter Bier freuen. Auf den ebenfalls schwer umkämpften zweiten Platz kam Ringo 2 mit Reiterin Sarah Quast vom Betrieb Martin Bauschmit (auch aus Walpertskirchen) vor Dagobert mit Reiter Philipp Seitz vom Betrieb Johann Seitz (Unterauerbach).
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Im Rahmen des ersten Festtags des 49. Bezirksmusikfests und dem 50. Bestehen der Ramminger Blaskapelle, hatte der Musikverein erstmals in der Gemeinde ein Ochsenrennen veranstaltet, Bei bestem Wetter strömten die Neugierigen in Scharen zur „Ramminger Rennbahn“, die fleißige Arbeiter neben dem Festzelt aus dem Boden gestampft hatten.
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Hinzu kamen schattige Unterstände für die Ochsen, die vor dem Start noch einen Gesundheits-Check durchlaufen mussten. Wie Moderator und Festleiter Manuel Rauscher zuvor erläuterte, mussten die Ochsen mindestens 30 Monate alt und komplett gesund sein, um die fast 190 m lange Rennstrecke zu bewältigen.

Gesundheit der Ochsen vom Veterinär festgestellt

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass beispielsweise wegen der Blauzungenkrankheit kein Rennen abgehalten werden kann. Doch die Ramminger meisterten alle Auflagen zusammen mit dem Veterinäramt des Landratsamts Unterallgäu. Rauscher dankte deshalb besonders dem Leiter Dr. Hubert Rainer für die gute Zusammenarbeit.
Im Vorfeld konnten die „Jockeys“ bereits mit ihren Tieren auf der Bahn trainieren, damit sich Ochs und Reiter an das Umfeld gewöhnen. „Uns ist es wichtig, dass wir keinen eigentlichen Wettkampf veranstalten, sondern für Unterhaltung, Spaß und Gaudi für uns und unser Publikum sorgen,“ erläuterte Manuel Rauscher im Vorfeld. Besonders viel Beifall erhielt natürlich Lokalmatador „Team 1 Ringo“ aus dem Ramminger Betrieb von Alois Ledermann. Reiter war Werner Natterer. Ihr Ochse war 34 Monate alt und brachte 895 kg auf die Waage.
Als es dann los ging, hatten die Helfer der Teams bisweilen große Mühe die Ochsen auf Kurs zu halten. Da gab es Frühstarts oder die Ochsen hatten überhaupt keine Lust sich zwischen die Strohballen zu stellen, damit Reiterin oder Reiter sich auf den Rücken schwingen konnte. Erst wenn alle Jockeys auf den Tieren waren, erfolgte das Startsignal und die Ochsen rannten mehr oder weniger motiviert dem Ziel entgegen. Nicht selten mussten die Tiere mit Leckerbissen auf Kurs gebracht werden. Jeder Treiber hatte so seine spezielle Mischung dabei, damit sich die Ochsen in Marsch setzten.

Schwerer Boden erfordert gute Kondition

Waren die Vierbeiner aber mal im laufen, dann rannten sie mit respektablem Tempo der Ziellinie entgegen. Der durch Regengüsse doch ziemlich schwere Boden sorgte für tiefes Geläuf, so dass auch die Treiber ihre gute Kondition unter Beweis stellen mussten.
Wie bei den großen Rennen in Baden-Baden oder im englischen Ascot konnten die Besucher auf die Rennochsen wetten. Deshalb wurden die Tiere vor Beginn des Rennens dem Publikum präsentiert. Die Eintritskarte galt als Los. Sponsoren hatten attraktive Preise gespendet. Der spätere Gewinner, der nach dem Rennen im Festzelt gezogen wurde, war Florian Gaisenhofer (Türkheim) der einen Elektroschubkarren mit nach Hause nehmen konnte.

Die Mannschaften beim Ochsenrennen

Folgende Teams waren in Rammingen am Start:

  • Team 1: Ringo1, 34 Monate, 895 kg, Betrieb Alois Ledermann (Rammingen), Reiter Werner Natterer, Treiber: Andreas Schmid und Nico Dießenbacher
  • Team 2: Lugge, 35 Monate, 980 kg, Betrieb Ludwig Wimmer (Walpertskirchen), Reiterin Nadine Nagler, Treiber: Ludwig Wimmer junior.
  • Team 3 : Dagobert, 30 Monate, 976 kg, Betrieb Johann Seitz (Unterauerbach), Reiter: Philipp Seitz,
  • Team 4: Franz, 3,5 Jahre, 1 Tonne, Reiter Leonhard Huber, Betrieb Christian Huber (Walpertskirchen), Treiber: Matthias Maier, Christian Huber.
  • Team 5: Huat, 33 Monate alt, 829 kg schwer, vom Betrieb Günther Huber (Kirchdorf), Reiter Jenny Rösch und Thomas Klein.
  • Team 6: Ringo 2, 3,5 Jahre, 750 kg, Betrieb Martin Bauschmit (Walpertskirchen), Reiterin Sarah Quast, Treiber: Martin Bauschmit.
  • Team 7: Bubi, 35 Monate, 720 kg, Betrieb Andreas Lang (Honsolgen), Reiter Lukas Schaun und Michael Hintner.
  • Team 8: Maxl, vier Jahre, 1,1 Tonnen (Walpertskirchen), Reiter Anna Hofbauer, Treiber: Leonhard Huber und Anton Huber. TL
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