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Tagung

Riesen Satz in der Leistung

SB RB Höchste Stalldurchschnitte
Franz Kustermann
am
18.02.2019

Holstein-Züchter Schwaben und Oberbayern-West tagen in Buchloe

SB RB 100.000-Liter-Kühe

Einen extremen Sprung nach vorne“ erreichten im letzten Jahr 37 437 Schwarzbunt-Kühe mit einer Steigerung der Durchschnittsleistung um 365 kg auf 9703 kg (4,01 – 3,40) Milch. Nach Meinung von Zuchtleiter Lorenz Leitenbacher ist der Zuchtverband damit „bundesweit in der Spitzenklasse“. Die wesentlich kleinere Population von 4511 Rotbunt-Kühen kam mit einem Plus von 226 kg auf nunmehr 9113 kg (4,12 – 3,46) Milch. Erstmals hatte Schwarzbunt allerdings einen Rückgang der Kuhzahl um 1417 und Rotbunt ein Minus von 272 Tieren zu verzeichnen.

Interessant ist auch die Entwicklung der Vermarktungswege: Im vergangenen Jahr wurden 1036 Tiere mit einem Wert von 1 308 660 € ab Hof verkauft, 714 Tiere (934 485 €) über die Auktion und 386 Tiere (524 815 €) über den Export. Ein Betrieb brachte es auf einen Umsatz über den Zuchtverband von über 10 000 €, drei Landwirte auf über 80 000 € und zwei auf mehr als 60 000 €. 152 Betriebe erzielten über ihren Zuchtverband bis zu 10 000 € Umsatz. Wie Leitenbacher bei der Tagung in Buchloe meinte, liege es an den Züchtern, die Auktion mehr zu beleben.
Sorgenkind bleiben die Kälber: Die Verkaufserlöse seien „ernüchternd“. Die Jungviehaufzucht koste nämlich zwischen 1550 und 2450 € pro Tier: laut Rinderreport SH 803 € fürs Grobfutter, 285 € für Kraft-/Mineralfutter und Milch, 2967 € Arbeitserledigung, 161 € Bestandsergänzung, 125 € Gebäude, 50 € Tierarzt/Medikamente, 27 € Besamung/Zucht und 168 € für Sonstiges.
Bei solchen Kosten und angesichts der DüV könnte das Jungkuhangebot irgendwann knapp werden. Um der Marktentwicklung gerecht zu werden, werde die Gewichtung von Fett : Eiweiß bei der Zuchtwertschätzung ab April auf 1 : 2 geändert. Die Kreuzung etablierter Linien bringe vielfach eine sehr gute Genetik. Bei Inzucht gebe es nur Probleme beiderseits, wenn gleiche Erbfehler existieren. Problematisch sei lediglich, dass nur wenige Organisationen die Erbfehler von Bullen klar deklarieren.

Bei der Tiergröße schon das Optimum erreicht

Wie Leitenbacher betonte, habe die Holsteinzucht bei der Tiergröße bereits das Optimum erreicht: Bulle „Mogul“ bringe die ideale, mittelgroße Laufstallkuh, allerdings mit relativ steilen Beinen und kurzen Zitzen. „Supersire“ überzeuge mit Leistung, jedoch mit Schwächen im Fundament. „Suarez“ habe seine Stärke in Fundament und Euter. „Sumo“ glänze mit herausragendem Euter und guter Melkbarkeit. Noch besser melkbar seien die Töchter von „Superior“. „Casumo“ besteche durch seine herausragende Persistenz und die maternalen Kalbeeigenschaften. „Cosmos“ sei ein Allrounder und „Clinton“ punkte durch Körper, Euter und Leistung. „Bookem“ zeichne sich bei eher mäßiger Melkbarkeit durch Langlebigkeit aus, „Balisto“ durch höchste Inhaltsstoffe (BB und A2A2). „Gymnast“ vererbe fast zu viel Größe und mit eng gestellten Zitzen, sei aber der erfolgreichste Bullenvater Deutschlands.
Die Besamungsstation Greifenberg verzeichnete laut Zuchtberater Markus Hefele im vergangenen Jahr 3,95 % weniger Erstbesamungen. Mit 76 582 Erstbesamungen (EB) hat Fleckvieh den größten Anteil, 3,59 % weniger als im Vorjahr. Braunvieh kam auf 39 923 EB (–6,42 %); Holstein auf 21 176 EB (–6,89 %); Fleischrassen 23 613 EB (+1,6 %) und Sonstige 1101 EB (+9,44 %). Seit Oktober vergangenen Jahres ist nun Dr. Markus Gropper aus Wolfertschwenden Stationstierarzt.

AMS-Tauglichkeit nimmt an Bedeutung zu

Wie Spermalogistiker Johannes Rupp berichtete, ist die Aussiedelung der Rinderbesamungsstation Memmingen nach Hitzenhofen und des Bürogebäudes in der Memminger Kratas-Straße voll im Zeitplan. Auch Memmingen hatte 2018 einen Rückgang der Erstbesamungszahlen um 2 % zu verzeichnen. Und auch dort wird bereits jede dritte Holstein-Kuh mit Weißblau-Belgier besamt. Neben Milchleistung, Inhaltsstoffen und der Tauglichkeit für den Laufstall werde bei der Tierauswahl immer mehr Wert auf die AMS-Tauglichkeit der Euter gelegt.
Dr. Susanne Seidl vom TGD berichtete, dass die Untersuchung von Mastitis-Proben von Einzeltieren zur Klärung der Krankheitsursache über die Tierseuchenkasse (TSK) „deminimis-förderfähig“ ist. Beim Antrag müsse zwingend die Zeile „Krankheitsverdacht“ angekreuzt werden. Während die Milchsets (Kunststoffröhrchen) kostenlos sind, ist künftig im Anschluss an die jeweilige Untersuchung eine Rechnung zu begleichen. Diese kann dann bei der TSK eingereicht werden.
Für das „STAR-Projekt 2019“ sucht der TGD in Bayern 50 Herden mit guter Eutergesundheit (stets unter 200 000 Zellen/ml). Als weiteres Projekt wird heuer Selen in der Milch untersucht: Proben aus zunächst zehn Betrieben in Problemregionen wie dem Allgäu werden von der Tankmilch, Blutproben und korrespondierenden Einzelmilchproben gezogen.
Veterinär Dr. Franz Götz erinnerte, dass BHV1 anzeigepflichtig ist, BHV2 jedoch nicht. Nun sei ein vielversprechender Milchtest zugelassen worden, der zufriedenstellend zwischen beiden Varianten unterscheiden kann. Dadurch können Problembetriebe wieder über die Bestandsmilch untersucht werden, was weniger Kosten und weniger Arbeit für die Betriebe durch Wegfall der Blutentnahme bedeutet.
Neue Anforderungen beim Fressplatz- und Liegeplatzverhältnis – CC-relevant! – verlangen, dass bei Laufstallhaltung die Zahl der aufgestallten Tiere die Zahl der verfügbaren Liegeboxen nicht übersteigen darf. Gleiches gilt auch für die Anzahl der Fressplätze. Wenn ständig Futter zur freien Verfügung angeboten wird, ist ausnahmsweise auch ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1,2 : 1 zulässig. Milkt darüber hinaus ein Automatisches Melksystem, dürfen pro Fressplatz maximal bis zu 1,5 Kühe gehalten werden. Franz Kustermann

Betriebe mit Kühen über 100 000-kg Lebensleistung

Thomas Braun, Westerheim; Christian Spengler, Bobingen; Kreuzer GbR, Germaringen; SZB Fischer GbR, Oberostendorf; Christian Kreuzer, Lamerdingen; Wolfgang Birle, Dinkelscherben; Markus Binzer, Obergünzburg; Hubert Schregle, Oberschönegg; Jochen Ritter, Mindelheim; Matthias Sauter, Ichenhausen; Josef Mayer, Niederrieden; Norbert Trautwein, Oberostendorf; Harald Lederle, Görisried; Schertich GbR, Apfeldorf; Franz Hackenberg, Lengenwang; Wolfgang Holzner, Babenhausen; Nikolaus Straub, Offenbach; Albrecht GbR Egg a. d. Günz.

Ehrungen

Die 20 besten Holstein-Betriebe Schwaben und Oberbayern-West (gereiht nach F+E-kg): Mindelmilch KG – Alfons Kerler, Salgen, 941 F+E kg,12 764 Milch-kg; Lutzenberger-GbR, Fritz und Johann, Jengen, 912/12 287 kg; Rainer Pfister, Illertissen, 912/12 131 kg; Alexandra Schwank, Ottobeuren 905/11 974 kg; Hans-Josef Landes, Rennertshofen, 898/12 340 kg; Rinderzucht Interboves GmbH & Co. KG, Altusried, 890/12 251 kg; Schneider GbR – Johann und Anneliese, Salgen, 887/12 752 kg; Bernhard Böhm, Altmannstein, 872/11 583 kg; Tobias Gehring, Sontheim, 869/11 292 kg; Andreas Schmid, Jengen, 864/11 166 kg; Peter Lang, Lachen, 860/11 350 kg; Barbara Ritzel, Germaringen, 856/11 730 kg; Norbert Trautwein, Oberostendorf, 855/10 725 kg; Schürer-Hammon GbR, Oettingen, 854/11 933 kg; Helmut und Monika Miederer, Buchloe, 846/11 996 kg; Martin und Tatjana Lang, Wielenbach, 841/11 560 kg; Kastner GbR, Kutzenhausen, 835/11 531 kg; Jürgen Kornes, Stetten, 828/11 701 kg.

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Betriebe mit neuen Kühen über 100 000-kg Lebensleistung: Thomas Braun, Westerheim; Christian Spengler, Bobingen; Kreuzer GbR, Germaringen; SZB Fischer GbR, Oberostendorf; Christian Kreuzer, Lamerdingen; Wolfgang Birle, Dinkelscherben; Markus Binzer, Obergünzburg; Hubert Schregle, Oberschönegg; Jochen Ritter, Mindelheim; Matthias Sauter, Ichenhausen; Josef Mayer, Niederrieden; Norbert Trautwein, Oberostendorf; Harald Lederle, Görisried; Schertich GbR, Apfeldorf; Franz Hackenberg, Lengenwang; Wolfgang Holzner, Babenhausen; Nikolaus Straub, Offenbach; Albrecht GbR Egg a. d. Günz.

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