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Vandalismus

Sabotage auf bayerischen Äckern - Polizei ermittelt

Maissabotage
Toni Ledermann
am
09.10.2017

Germaringen/Wiedergeltingen - Durch Metallgegenständen in Maisbeständen sind in der Region Schäden von 50 000 € entstanden. Nun bittet die Polizei um Mithilfe.

Mit großem Unbehagen fahren derzeit im Raum Germaringen im Ostallgäu Bauern und Lohnunternehmer zum Maishäckseln auf die Felder. Grund dafür ist ein noch unbekannter Täter oder eine Tätergruppe, die mit Kabelbindern große Schrauben, Rohre und Metallbügel an Maisstängeln befestigt. Bisheriger Sachschaden: rund 50 000 €. Doch neben den hohen Sachschäden können hoch geschleuderte Metallteile auch schwere Verletzungen des Häcksler-Fahrers und Beifahrers verursachen.

Polizei verständigen

Vandalismus in Maisäckern

Bisher hat der Attentäter im Bereich von Germaringen, Ketterschwang und Holzmäder aber auch bei den Feldern an der Ortsverbindungstraße von Unterostendorf nach Waal zugeschlagen. Die Polizei hat mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet und bittet die Bevölkerung, verdächtige Personen unter Tel. 08241- 9690-0 zu melden.

„Mir ist immer Angst wenn das Handy klingelt, da ich befürchte, dass wieder ein Fahrer anruft und solche Schäden meldet,“ sagt ein landwirtschaftlicher Unternehmer, der wie seine Kollegen erbost ist, dass im Mantelteil einer Tageszeitung „quasi die Bauanleitung für Maissabotage abgedruckt war, so dass jedes Kind mit Metallstücken in den Mais gehen kann, um hier schwere Schäden heraufzubeschwören,“ sagt er im Gespräch mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Ein Häckslerfahrer schimpft über den Bericht des Bayerischen Fernsehens, in dem über dieses Thema berichtet wurde. Auch die laufende Berichterstattung verschiedener Medien über eine „Vermaisung“ der Landschaft würde wohl diesen Tätern moralischen Vorschub leisten.

Lebensgefährlich

Vandalismus in Maisäckern

Auch weitere Lohnhäcksler sind mehr als sauer über den oder die Attentäter, die letztlich auch das Leben der Fahrer gefährden und teure Technik zerstören. Zwar verfügen die Häcksler über gewisse Abwehrmechanismen um Metall zu erkennen, doch sei dies keine Gewähr, dass nicht trotzdem was passiert.

Ein weiterer Lohnunternehmer weist darauf hin, dass der oder die Täter mit ihren Metallteilen den Falschen treffen, da die Häckslerunternehmen ja nur Aufträge ausführen und keinerlei Einfluss auf Maispflanzungen haben. „Aber auch dann sollten die Maisgegner auf uns und die Bauern zugehen und das Gespräch suchen, statt solch gemeine Aktionen durchzuführen.“

Den Lohnunternehmern, der Polizei und betroffenen Bauern fällt auf, dass die „Ökoterroristen“ kleine Landwirte, deren Felder nur 0,8 Hektar Mais groß sind, genauso mit Metall bestücken, wie Großbetriebe mit 25-ha-Schlägen, so dass kein System zu erkennen sei. Dies bedeute auch, dass Mais, der zur Verfütterung angebaut wird, genauso ein Ziel ist, wie der von Biogas-Bauern (mit Mais). Mancher Landwirt vermutet gar blinden Neid als Motiv!

Auch die Meinung, „die Versicherung zahlt die Häckslerschäden“, sei zu kurz gegriffen. „Sie zahlen wohl ein- oder zweimal, aber dann müssen wir die Schäden selber zahlen,“ sagt ein Lohnunternehmer. Bereits jetzt werden unter Landwirten Stimmen laut, Streife im Mais zu gehen und verdächtige Personen festzuhalten, bis die Polizei kommt.

BBV-Kreisobmann Josef Nadler ist gleichfalls schockiert über diese Vorfälle: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Leute so weit gehen und sogar Menschenleben in Kauf nehmen.“

An die Häckslerfahrer und Landwirte mit Maisbeständen appelliert die Polizei, die Metallteile am Mais nicht zu berühren und dabei mögliche Spuren zu verwischen, sondern sich sofort an sie zu wenden, damit Fachleute Spuren sichern können.

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