Login
Ehrenamt

Schöne Erlebnisse stärken Beziehungen

Kinder in Tracht auf der Bühne
Anja Kersten
am
02.02.2018

Landfrauentage des BBV Augsburg in Gersthofen und Schwabmünchen

Landfrauentage Schwaben 2018

Dass in Gersthofen und in Schwabmünchen der Landfrauentag des BBV-Kreisverbandes Augsburg ist, wissen auch Außenstehende sofort, wenn an einem Nachmittag alle Parkplätze rund um die Stadthallen besetzt sind und man überall Gruppen von gut gelaunten Landfrauen auf dem Weg dorthin sieht.
Kreisbäuerin Andrea Mayr begrüßte die Gäste und ließ mit drei meditativen Geschichten, die Marion Heimbach, Simone Müller und Martina Grob von der Kreisvorstandschaft vorlasen und vom Landfrauenchor unter der Leitung von  Jewgenia Raisova umrahmt wurden, die Bäuerinnen erst einmal zur Ruhe kommen. „Wir rennen von einem Termin zum anderen und merken erst dann, wenn unser Körper streikt, dass alles zu viel wird“, meinte die Kreisbäuerin.
„Der Landfrauentag ist ein Tag, den wir auch brauchen“, sagte Anni Fries, Ehrenbezirksbäuerin und Augsburger Vize-Landrätin in ihrem Grußwort. Denn Familie und den bäuerlichen Betrieb unter einen Hut zu bringen, erfordere viel Kraft. Trotzdem übernähmen viele Landfrauen noch ein Ehrenamt. „Für Ihr Engagement und Ihren Einsatz in Ihren Familien mein ganz persönlicher herzlicher Dank“, wandte sich Fries an die Landfrauen und ergänzte mit Blick auf das Referat von Fritz Kroder, Leiter der Landwirtschaftlichen Familienberatung Bamberg, dass auch bei der Familienberatung viele Menschen ehrenamtlich tätig seien.
Denn auch wenn die Landfrauen dafür gelobt würden, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen, sei die Landwirtschaft keine heile Welt und der Strukturwandel mache sich auch auf den Dörfern bemerkbar, betonte Fries. Deshalb sei die Arbeit der Familienberatung so wichtig.

Glückliche Familien – erfolgreiche Betriebe

Das persönliche und familiäre Wohlbefinden wirke sich auf den Betrieb und letztlich auf den Erfolg des Betriebes aus, führte Fritz Kroder in seinem Vortrag „Glückliche Familien – erfolgreicher Betriebe“ aus. Deshalb sei es wichtig, nicht nur in den Betrieb, sondern auch in die Partnerschaft zu investieren und mehr miteinander zu reden. „Das Gespräch ist in vielen Familien verstummt“, so Kroders Erfahrungen. Je größer die Betriebe werden, desto wichtiger sei es, miteinander zu reden.
Gelungene Kommunikation trage wesentlich zu einer befriedigenden und glücklichen Beziehung und Partnerschaft bei, sie schafft Vertrauen und baut Ängste ab. Wenn man nicht miteinander spricht, muss der andere deuten und das schafft Unsicherheit. In diesem Zusammenhang rief der Leiter der Familienberatung die Bäuerinnen dazu auf, ihre Wünsche auch auszudrücken: „Ihr Mann kann nicht erraten, was Sie wollen und keine Gedanken lesen.“ Und egal, ob Mann oder Frau: Es gelte Kommunikationskiller wie „immer“ oder „nie“ zu meiden und Ich-Botschaften statt Du-Botschaften zu formulieren. „Und wenn Sie etwas Wichtiges zu sagen haben, dann schauen Sie den anderen an!“ Als „Sprit“ für die Beziehung nannte er Wertschätzung und Anerkennung. „Loben Sie und lassen Sie sich loben, legen Sie den Fokus auf das Positive und machen Sie den ersten Schritt.“ Denn das eigene positive Verhalten stärke das Verhalten des anderen. Wer den anderen immer nur kritisiere, ziehe die Beziehung nach unten. Auch gemeinsame schöne Erlebnisse stärkten die Beziehung.

 

Die „Ordnung der Liebe“ unbedingt einhalten

In Bezug auf das Zusammenleben der Generationen hob Kroder hervor, dass dies nur gelingen könne, wenn die „Ordnung der Liebe“ eingehalten werde. Die Paarbeziehung von Mann und Frau hat den ersten Rang und Vorrang vor allen Beziehungen, formulierte er es ganz klar, der zweite Platz steht den Kindern zu und den dritten Platz nehmen die Großeltern ein. Wird diese Ordnung gestört, führe das zu Problemen innerhalb der Familien, zeigte der Referent an vielen Beispielen.
Nicht zuletzt gab er den Landfrauen mit auf den Weg, auch sich selbst etwas Gutes zu tun. Denn wenn es einem selbst gut gehe, könne man auch den anderen Gutes tun. Der Landfrauentag war die beste Gelegenheit dazu und so nutzten die Bäuerinnen die Zeit, mit Gleichgesinnten bei Kaffee und Kuchen zu reden, sich an den Sketchen des Frauenbundes Großaitingen und den Vorführungen der Kindertrachtengruppe Gersthofen zu erfreuen. Mit dem Volkslied „Kein schöner Land“, den der Landfrauenchor gemeinsam mit den Gästen im Saal anstimmte, ging wieder einmal ein schöner Nachmittag viel zu schnell zu Ende.

Auch interessant