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Eigentum

Es ist traurig aber wahr

Nationalpark Bayerischer Wald
Michael Ammich
am
08.01.2018

Viele Regionen sind mittlerweile mit Naturschutzstandards überfrachtet.

Michael Ammich

Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet, Wasserschutzgebiet, Biotop, Geotop, Überschwemmungsgebiet, Riedstrom, Flutpolder, Autobahnausbau, Umgehungsstraße, Waldstilllegung, Ökologische Vorrangflächen, Düngeverordnung, Nitratrichtlinie, Wasserrahmenrichtlinie – und jetzt auch noch ein Nationalpark Donau-Auen?

Ja Leute, gibt es denn überhaupt noch einen Flecken Erde, auf dem der land- und forstwirtschaftliche Betrieb so wirtschaften kann, wie er es als zweckdienlich erachtet und seit Generationen nachhaltig getan hat? Der Griff nach dem Eigentum nimmt Formen an, die mit der Sozialbindung von Grund und Boden nichts mehr zu tun haben. Äcker, Wiesen und Privatwald sind nicht nur dazu da, dem Allgemeinwohl und dem Naturschutz zu dienen. Sie sind auch und vor allem die Lebensgrundlage der bäuerlichen Familien. Politiker, Regierungen und Kommunen wissen am allerbesten, dass Grund und Boden die Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung sind.

Bei Projekten der öffentlichen Hand spielt es nämlich ganz schnell keine Rolle mehr, ob ein Landschaftsschutzgebiet, ein seit Generationen vorbildlich gepflegter Wald oder ein Alpenplan dem Bau einer Umgehungsstraße, dem dreispurigen Ausbau einer Autobahn oder einer Skischaukel im Weg stehen. Notfalls werden eben Feldhamster oder Fledermäuse umgesiedelt und wo vorher die wertvollen Arten lebten, wälzt sich jetzt ein graues Asphaltband dahin.

Aber halt, man könnte die Einrichtung eines Nationalparks und ähnlicher Naturschutz-Käseglocken auch ganz anders sehen: Vielleicht bieten sie den Bauernfamilien ja doch ein bisschen Schutz vor Staat, Kommunen und anderen Investoren und erschweren diesen den Zugriff auf Grund und Boden. So können die bäuerlichen Familien und Waldbesitzer in den Schutzgebieten dann zwar nicht mehr ordentlich wirtschaften, aber wenigstens bleibt ihnen ihr Eigentum erhalten. Das ist traurig, aber wahr.

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