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Stellungnahme

Volksbegehren - wir vernichten die Natur nicht

Markus Bauer
am
11.02.2019

Legauer Landwirte befürchten Einkommensverluste durch das Volksbegehren.

MN-Blühflächen-JD-LW6-1

Legau/Lks. Unterallgäu Das VolksbegehrenArtenvielfalt – Rettet die Bienen“ bewegt die Landwirte in und um Legau so sehr, dass sie sich „aktuell als die größten Vernichter der Natur“ dargestellt sehen. Dabei ist es für sie „eine Selbstverständlichkeit unsere Natur für die bayerische Landwirtschaft zu schützen“, betont BBV-Ortsobmann Norbert Riefer.

Vielfach ergreifen sie ohnehin ökologisch wertvolle „Maßnahmen zum Erhalt unserer Kulturlandschaft“. Über Jahrhunderte sei unser Umfeld von der Landwirtschaft gestaltet und geprägt worden. Und mit Sicherheit eines der erholungsfähigsten Gebiete der Welt, fügt ein weiterer Bauer an. Trotz vieler kleiner Strukturen wirtschaften sie mit höchsten Umweltstandards. Schon jetzt seien rund 40 % der landwirtschaftlichen Flächen im Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutzprogramm vertreten, weit mehr als in anderen Bundesländern.
Die „Bienenretter“ wollten uns zu diesen Maßnahmen, die bis jetzt freiwillig waren, verpflichten, so Riefer. Infolge dessen könnten die Fördermittel wegfallen und „einen wesentlichen Einkommensverlust“ für die heimische Landwirtschaft bedeuten. Das würde viele Betriebe zum Aufgeben bewegen, befürchten die Legauer Landwirte.
Das Bestimmen der Schnittzeitpunkte ab 15. Juni für 10 % des Grünlandes belaste die Eigentümerrechte. Ebenso betroffen seien die Bauern, weil Gewässerrandstreifen nicht mehr genutzt werden sollen. Ihnen fehle dabei wertvolles Viehfutter. Zum Pflegen der Flächen solle das Walzennachsäen verboten werden. Die Samen bräuchten aber einen festen Bodenkontakt zum Keimen. Im Volksbegehren vermerkt sei auch, wie Flächen gemäht werden sollen.
Einen wesentlichen Grund für das Insektensterben sehen die Bauern an der „Lichtverschmutzung“ in bewohnten Gebieten. Unverständlich auch, dass im Privatbereich Insektenvernichtungsmittel erlaubt sind.
Aktuell könnten 10 % der Landwirte biologisch arbeiten. Das Ziel von 30 % in zehn Jahren gebe der Markt nicht her. Nur jeder 50. Deutsche ernähre sich rein biologisch. Damit jede Unterschrift auch praktisch umgesetzt wird, sollte jeder Bürger anschließend einen blühenden Blumenkasten mitbekommen. JD
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