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Waldtag

Waldpflege und Holz­ernte widersprechen sich nicht

Waldtag Ostallgäu
Margarete Schreyer
am
26.10.2017

Vier Forstbetriebsgemeinschaften präsentieren beim Ostallgäuer Waldtag im Ettwieser Wald die ganze Palette an Forsttechnik und Dienstleistung.

Wie in Gold getaucht, präsentierte sich der Herbstwald am Ettwieser Weiher nahe Marktoberdorf beim Ostallgäuer Waldtag. Die vier Ostallgäuer Forstbetriebsgemeinschaften aus Halblech, Füssen, Markt­oberdorf und Kaufbeuren hatten mit dem Veranstaltungsort ihrer forstlichen Leistungsschau 2017 die richtige Wahl getroffen, denn der Wald der Stadt Marktoberdorf und des Freistaates Bayern im Süden der Kreisstadt ist gleichzeitig Nutz- und Erholungswald.

Viel geboten auf dem 3 km langen Rundweg

Auf dem drei Kilometer langen Rundweg waren deshalb an diesem Tag nicht nur Fachbesucher und Waldbesitzer, sondern auch viele Familien mit Kind und Kegel unterwegs. Alfons Hindelang, Vorsitzender der FBG Marktoberdorf, freute sich über die große Besucherzahl und dankte allen Beteiligten und Ausstellern für die gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung des Waldtages. Besonders hob er Harald Husel, forstlichen Berater der Gemeinschaften Marktoberdorf und Füssen hervor, „er war der Hauptorganisator, bei ihm liefen alle Fäden zusammen“, betonte Hindelang.

Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor

An diesem Waldtag könne sich die Bevölkerung davon überzeugen, dass Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor Wald keine Gegensätze sind, machte die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag Angelika Schorer eingangs deutlich. „Auch Waldpflege und Holz­ernte widersprechen sich nicht“, sagte sie.  Der Wald in Bayern sei nicht nur Rohstoffgarant, er biete bei einem jährlichen Umsatz von rund 37 Mrd. € auch 190 000 Arbeitsplätze.

Für die Stadt Marktoberdorf sei der Ettwieser Wald ein wichtiges Naherholungs- und Freizeitgebiet, „er muss jedoch nachhaltig bewirtschaftet werden, damit auch die nächsten Generationen noch etwas von ihm haben“, betonte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Da viele Waldbesitzer nicht mehr die Zeit und die Möglichkeit haben, ihren Wald selbst zu bewirtschaften, leisten hier die Forstbetriebsgemeinschaften wertvolle Dienste, lobte er.
Dies unterstrich auch Forstdirektor Stephan Kleiner, Bereichsleiter Forsten am AELF Kaufbeuren. „Die Zahl der 15 000 privaten Waldbesitzer im Ostallgäu vergrößert sich jedes Jahr um 300. Diese müssen oft mit professioneller Hilfe begleitet werden“, so Kleiner.

Als Firmengelände, das für die ganze Bevölkerung offen ist, bezeichnete Benedikt Leonhard, Betriebsleiter des Forstbetriebes Ottobeuren der Bayerischen Staatsforsten, die Konkurrenzsituation zwischen Erholung und Waldarbeit. Die Arbeit im Forst berge deshalb immer Gefahren und verlange von den Forstarbeitern viel Können und Umsicht. „Hier sind heute die Top-100-Forstarbeiter aus dem Ostallgäu und Kaufbeuren versammelt“, betonte Leonhard.
Alois Schilling von der Berufsgenossenschaft verwies auf bereits 23 tödliche Waldunfälle in desem Jahr in Bayern. „Erkennen Sie Ihre Grenzen bei der Waldarbeit und holen Sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe“, bat er die Waldbesitzer.

Die forstliche Leistungsschau wurde unterstützt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, den Bayerischen Staatsforsten aus Ottobeuren und der Stadt Marktoberdorf sowie Partnern wie Pro-Holz-Bayern, den Baumschulen, und der Allgäuer Moorallianz.

Dienstleister rund um den Wald präsentiert

Hauptattraktion auf dem Rundweg waren jedoch die Unternehmer mit ihrem Maschinenpark sowie die regionalen Forstausrüster mit der aktuellen Produktpalette. Das breite Angebot an Dienstleistungen reichte von der Pflanzung, Waldpflege, Wegeunterhalt, Durchforstung, Holzernte und Vermarktung der anfallenden Sortimente bis hin zu umfassenden Waldpflegeverträgen im Privat- und Kommunalwald. Rund 40 Aussteller boten an diesem Tag eine große Informationspalette rund ums Holz an. Es präsentierten sich jedoch auch der Hochseilgarten „Klette am Ette“, der städtische Waldkindergarten „Purzelbaum“ und das Jugendprojekt „Die Waldkeimlinge“.

Technik für den Forst

Käferkontrolle
Hauptorganisator
Forstausrüster
Stechschnitt
Rundgang
Rückeraupe
Fällraupe
FBG Füssen
Maschinenbaubetrieb
Forstwirt
Forstbetrieb
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