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Milchvieh-Lehrfahrt

Zwei Betriebe im Landkreis Unterallgäu besichtigt

AELF Nördlingen
am
20.11.2015

Boos/Sontheim - Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen hat Milchviehhalter zu einer Lehrfahrt auf zwei Betriebe ins Unterallgäu eingeladen.

Der Betrieb Michael Boxler in Boos siedelte seine Rinderhaltung im Jahr 2013 aus und baute einen offenen Kaltstall mit Schieberentmistung. Der Fressgang ist mit Gummimatten belegt, um den Kühen einen hohen Laufkomfort zu bieten. Damit auch rangniedrigen Jungkühen genügend Platz zum Fressen zur Verfügung steht, wurde der Futtertisch außerhalb des Stalls verlängert.
Gemolken wird in einem separaten Melkhaus mit Doppel-12er-Anordnung und Swingovertechnik. Direkt am Kuhstall ist ein separater Kälberstall mit offener Südseite angebaut. Eine Besonderheit ist die isolierte Futterküche im festen Bereich des Stalls.
Der zweite besuchte Betrieb war  der der Familie Magg in Bergbauer bei Sontheim. Dort wurde im neuen Kuhstall ein Melkroboter installiert. Die Entscheidung hierfür fiel wegen der mehrmaligen Melkung pro Tag, die für die Braunvieh-Holstein-Herde mit einer Leistung von 10 000 kg je Kuh und Jahr für den Betriebsleiter als Vorteil erscheint. Auf dem Hof sind weitere Personen in der Lage, mögliche Störfälle zu beheben. Die freie Arbeitskapazität nutzt Andreas Magg, um für bis zu 800 Stunden im Jahr in Teilzeit bei einem Lohnunternehmen zu arbeiten. Die vielen Niederschläge ermöglichen auf dem Betrieb bis zu sieben Schnitte.
Christiane Weil von der LKV Verwaltungsstelle Wertingen beantwortete Fragen zum automatischen Melken und ihre Kollegin Magdalena Mordstein ging auf die Fütterungsberatung ein.
Nach Aussagen beider Betriebsleiter ist klar, dass ein tiergerechter Kuhplatz in der Regel nicht unter 10 000 €
zu haben ist. Eines wünschten sich alle Teilnehmer am Ende der Lehrfahrt: Einen höheren Milchpreis, um eine moderne, tiergerechte Kuhhaltung finanzieren zu können.

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