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Externer Autor
am
06.05.2019

Arbeitstagung des BBV Mühldorf: Beiträge zur Artenvielfalt besser darstellen

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ hat die Öffentlichkeit stark bewegt. Wahrgenommen werde aber auch, was Landwirte freiwillig und im Rahmen des Kulap leisten, beispielsweise die Anlage von Blühstreifen. „Auf diesen positiven Ansatz müssen wir aufbauen“, sagte BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer bei der Arbeitstagung des BBV Mühldorf. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Öffentlichkeitswirkung bäuerlichen Handelns. Als „neue und einzigartige“ Initiative zur Förderung des Ansehens der Landwirte kündigte Niederschweiberer die Aktion „Bauern spenden Blut“ an. Am 4. Juni soll auf dem Parkplatz eines großen Mühldorfer Supermarkts das Blutspendemobil des Bayerischen Roten Kreuzes Spenderblut sammeln.
Veit Hartsperger, Geschäftsführer der Töginger BBV-Geschäftsstelle, bestärkte die Teilnehmer in dem Ansatz, die Arbeit der Bauern besser darzustellen. „Wir müssen für die Blühstreifen eindringlich werben“, erklärte er, „und ganz klar zeigen, dass wir etwas für die Artenvielfalt tun.“ Der stellvertretende Kreisobmann Gerhard Langreiter berichtete dazu, es sei bei einer Sitzung der BBV-Kreisobmänner angesprochen worden, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Diese basiere indes auf freiwilligen Beiträgen und sei daher „chronisch unterfinanziert“.
Viele Landwirte würden gerne mehr für die Artenvielfalt tun, schafften es aber entweder kräftemäßig nicht oder es lohne sich für sie nicht, ökologisch wertvolle Flächen zu bewirtschaften. In solchen Fällen möchte Elisabeth Knapp unterstützend wirken. Die gebürtige Südtirolerin ist seit Februar Geschäftsführerin des erst 2018 gegründeten Landschaftspflegeverbandes Mühldorf. Den Bauern bot sie zwei Formen der Unterstützung an: Erstens könne sie bei der Beantragung von Zuschüssen behilflich sein, wenn ökologisch wertvolle Flächen wieder bewirtschaftet werden. Zweitens könne sie jemanden organisieren, der die Bewirtschaftung für sie übernehme. Bei ihrem Ziel, ein Netz solcher Flächen über den ganzen Landkreis zu spannen, arbeite sie eng mit dem Maschinenring (MR) zusammen. Er übernehme auch die Verrechnung.
Dass auch Privatleute mehr für die Artenvielfalt tun können, ergab sich aus der Zwischenbilanz, die Peter Falter, Geschäftsführer des MR Altötting-Mühldorf, zu den Blühpatenschaften zog. Er hat bisher 65 Paten gezählt, die im Landkreis Mühldorf 8300 m² Blühflächen finanziert haben. Im Nachbarlandkreis Altötting haben inzwischen 117 Paten die Aussaat auf 14 000 m² unterstützt. „Das ist im Verhältnis zu den 29 500 Unterschriften, die in beiden Landkreisen für das Volksbegehren geleistet worden sind, recht überschaubar und ernüchternd“, erklärte Falter.
Nachdem Hartsperger eine Smartphone-App für regionale Preisvergleiche von Betriebs- und Düngemitteln angekündigt und über Wasseruntersuchungen für Brunnenbesitzer informiert hatte, schilderte Dr. Leopold Herz, wie im Bayerischen Landtag Politik gemacht wird. Der Landwirt und langjährige Orts- und Kreisobmann arbeitet seit 2008 für die Freien Wähler (FW) im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten mit. Die FW haben Herz zum Ausschussvorsitzenden berufen. „Anders als die Bevölkerung glaubt, fallen Entscheidungen nicht in Plenarsitzungen, sondern in den 13 Ausschüssen“, erklärte Herz.
Bürger, die etwas für den Artenschutz tun wollen, müssten regionaler und saisonaler einkaufen, sagte er. Zu einem Kompromiss gehöre aber auch, dass die Landwirtschaft etwas anbieten müsse und in Vorleistung trete, z. B. bei Gewässerrandstreifen, für die es dann auch Ausgleichszahlungen geben müsse. Dietmar Fund

22 300

Quadratmeter Blühflächen wurden in den Kreisen Mühldorf und Altötting bisher über Patenschaften finanziert.

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